Am Donnerstag war Adea Seremi Linienrichterin beim Bezirkspokalfinale der Frauen in Neubulach. Foto: Wasserbauer

Mit ihren erst 13 Jahren war Adea Seremi vom SV Rotfelden schon 51-mal als Schiedsrichterin im Einsatz. Am Sonntag wird sie bei einem Herrenspiel eingesetzt.

So viel Selbtbewusstsein muss man erst einmal haben – doch Adea Seremi hat es! Mit ihren erst 13 Jahren sagt die Schiedsrichtern des SV Rotfelden den Fußballern im Kreis Calw schon, was Sache ist.

 

„Mein Vater hat mich inspiriert“, sagt Adema Seremi. Denn auch Papa Blerim ist Schiedsrichter beim SV Rotfelden. Der sagt ganz offen: „Ich weiß nicht, ob ich das in dem Alter schon geschafft hätte.“ Er selbst hatte mit 18 Jahren als Unparteiischer angefangen. Seine Tochter nahm er dann immer mal wieder mit zu Spielen, bei denen er im Einsatz war – und die leckte dort sofort Blut. „Sie fand es am Anfang eigentlich richtig cool, dass man als Schiedsrichter Gelbe Karte geben kann. Aber jetzt gibt sie weniger Gelbe Karten als ich“, lacht Blerim Seremi, der sogar schon mehrfach mit seiner Tochter im Gespann im Einsatz war. „Da behandele ich sie aber genauso wie den anderen Assistenten“, unterstreicht Blermin Seremi, sagt aber auch: „Ich bin sehr stolz auf meine Tochter.“

Mit Sondergenehmigung

Eigentlich kann man erst mit 14 Jahren die Schiedsrichterprüfung machen, doch Adea Seremi, die am Mittwoch 14 Jahre alt wird, hat eine Sondergenehmigung bekommen. Seitdem war sie schon 51-mal als Schiedsrichterin im Einsatz – und am 26. April in der Reserve-Liga bei der Partie zwischen dem VfL Ostelsheim und dem VfL Stammheim auch zum ersten Mal bei den Herren. „Ich bin da ganz locker reingegangen, weil ich weiß, dass ich das kann“, sagt Adea Seremi selbstbewusst, „und das hat auch richtig Spaß gemacht. Davor war ich ja hauptsächlich bei Jugend- und Frauen-Spielen im Einsatz. Da kann man eher voraussagen, wohin der Ball geht. Bei den Herren herrscht aber ein anderes Tempo.“

Nichts mehr zu motzen

Schlag auf Schlag ging es für Adea Seremi seitdem weiter. Am Donnerstag war sie Linienrichterin beim Bezirkspokalfinale der Frauen in Neubulach. Am Sonntag (13 Uhr) wartet auf sie ihr zweites Spiel als Schiedsrichterin bei einem Herrenspiel. Erneut in der Reserve-Liga, diesmal zwischen der Spvgg Bad Teinach-Zavelstein und dem TSV Neuhengstett. In Ostelsheim wussten die Spieler, dass es das erste Herrenspiel der 13-Jährigen ist, und gingen behutsam mit ihr um. Das wird wohl nicht immer so sein – aber auch das sieht Adea Seremi selbstbewusst: „Ich glaube, dass das manche Spieler erst nicht ernst nehmen, wenn da so eine 13-Jährige auf dem Platz steht. Aber wenn die sehen, dass man das Spiel gut leitet, dann haben die nichts mehr zu motzen. Ich freue mich schon sehr auf das Spiel. Ich mache das genauso wie in Ostelsheim.“

Unterstützung bekommt Adea Seremi am Sonntag auf dem Zavelsteiner Sportplatz von Benjamin Haug. Der Obmann der Schiedsrichtergruppe Calw ist als vierter Offizieller vor Ort. Er lobt: „Ein richtig gutes Talent, dem wir absolut zutrauen, schon Herrenspiele zu leiten.“