Der SV Eutingen steht in der Kreisliga A2 auf Platz eins. Spielertrainer Sergej Golubkow (Mitte, in schwarz) hat dabei mit acht Toren zum Erfolg seines Teams beigetragen. Foto: Wagner

13 Spiele, zwei Remis, ein verlorenes Spiel und zehn Siege – so sieht die Bilanz des SV Eutingen in der Kreisliga A2 nach der Hinrunde aus. Spielertrainer Sergej Golubkow ist mehr als zufrieden mit seinem Team. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt der 41-Jährige, warum es derzeit so gut läuft und seine Mannschaft in der Rückrunde trotz des guten Vorsprungs vorsichtig bleiben muss.

Nach dem holprigen Start lief es. Was war los?

Wir hatten viel Pech zum Beginn mit einigen Verletzungen – vor allem in der Offensive sind Spieler ausgefallen. Dann schießt man keine Tore. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und dementsprechende Ergebnisse abgeliefert. Der Wendepunkt war dann gegen Holzhausen. Da haben wir gut Paroli bieten können. Ab da ging es für uns dann aufwärts.

Siehst du den FC Holzhausen II als den schärfsten Konkurrenten um die Meisterschaft?

Ich habe so viel erlebt im Fußball. Deshalb will ich keinen direkten Konkurrenten benennen. Eine Mannschaft kann aus dem Nichts kommen und gehen. Dafür sind wir das beste Beispiel. Im Fußball gehört so viel dazu. Es kann sein, ein Team bricht komplett ein. Da sieht man beispielsweise den SSV Dettensee, die am Anfang klar an der Spitze standen und dann durch eine Serie an Verletzten eingebrochen sind. Klar, es gibt ein paar Mannschaften, die jetzt schon abgeschlagen sind. Aber andere werden bis zum Schluss drücken. Am Ende der Hinrunde hatten wir auch ein bisschen Glück, dass ein paar Mannschaften sich im direkten Duell die Punkte abgenommen haben. Wir bleiben da ganz vorsichtig. In der Liga kann jeder jeden schlagen.

Nach dem Unentschieden gegen Holzhausen am fünften Spieltag hat die Mannschaft jede Partie gewonnen. Was macht den SV Eutingen derzeit so stark?

Der Kader ist sehr gut. Wir sind komplett. Zur Rückrunde sollte Markus Teufel hoffentlich wieder mit dabei sein, der eine weitere Option im Mittelfeld darstellt. Unsere Neuzugänge aus Ergenzingen mussten sich erstmal reinschmecken, sind aber zu einer guten Verstärkung geworden. Außerdem haben wir eine gute Stimmung im Team. Zwar war sie nach den ersten paar Spielen etwas getrübt, aber ich habe den Jungs immer wieder gesagt, dass sich in der Saison alles ausgleicht und so war es auch. Es ist kaum möglich, dass eine Mannschaft mit der gleichen Konstanz die komplette Runde durchspielt. Und dann kommt natürlich auch Glück dazu.

Was macht den Unterschied – die Schlüsselspieler oder die Einheit?

Wir haben schon wichtige Spieler. Dario Öhrlich ist beispielsweise für mich zum Spieler der Vorrunde geworden. Er war zum Beginn eher unscheinbar. Ich habe es aber nie erlebt, dass es nur ein Spieler ist, der den Unterschied macht. Bei uns klappt es einfach komplett im Verein. Es ist nicht nur die Mannschaft. Der Verein ist eine Einheit und das spiegelt sich auf dem Platz wider. Für die Klasse ist es überragend, was der Verein dort aufgebaut hat. Ich hatte schon andere Teams, da musste ich viel mehr drum herum organisieren. Hier ist alles strukturiert und es macht Spaß, zu arbeiten. Das ist auch ein Teil unseres Erfolgs.

Hinzu kommt aber auch, dass bei uns die Altersstruktur gut durchgemischt ist. Wir haben ein paar Spieler mit Erfahrung, aber auch ganz junge. Ich selber bin der Älteste. Von 18 bis 41 Jahre ist alles dabei. Pascal Werner, der auch schon höher gespielt hat, oder auch Haris Balic, sind da nicht zu vergessen.

Ihr habt die zweitbeste Defensive. Nur 13 Gegentoren in 13 Spielen. Noch dazu die beste Offensive. Wie wichtig ist dir die Abwehr?

Da gibt es doch diesen Spruch: ›Vorne gewinnt man Spiele und hinten die Meisterschaft.‹ Wir sind von Spiel zu Spiel immer kompakter geworden. Die Mannschaft kapiert, was ich als Trainer will. Aber wir hatten auch Glück. Es gab einige Spiele, in denen hätten wir deutlich mehr Gegentore bekommen können. Am Ende ist es eine Mannschaftsleistung. Es passt aktuell einfach alles.

In der Offensive bist du als Spielertrainer selbst involviert und das trotz deines Alters sehr erfolgreich. Du hast mit acht Toren die meisten geschossen – dicht gefolgt von Micha Krauss (7). Wie ergänzt ihr beiden euch?

Ich bin froh über Micha Krauss im Sturm. Durch ihn kann ich dann auch von der Bank coachen und muss nicht selber die ganze Zeit spielen. Ich will als Spielertrainer nicht einen 18-Jährigen auf die Bank setzen und dann selbst spielen.

Denken du und die Mannschaft an den Aufstieg?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir nicht über die Bezirksliga reden. Es ist ja auch das Ziel des Vereins. Der Plan war, in drei Jahren den Aufstieg zu schaffen. Wir standen ja schon in der Saison davor, als die Spielzeit abgebrochen wurde, auf Platz eins. Ich will nun in der Rückrunde weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir haben ja auch ein paar junge Spieler. Die wollen wir nicht unter Druck setzen und sind deshalb vorsichtig.

Ist die Mannschaft bezirksligatauglich?

Ich glaube es wäre schwierig für den Kader. Vielleicht bräuchten wir zwei bis drei Spieler dazu. Aber das Potenzial ist da. Wir wären wohl aber keine Mannschaft, die ganz vorne stehen würde. Aber erstmal die eine Aufgabe vor der anderen. Nun wartet zuerst eine harte Rückrunde, die uns alles abverlangen wird.

Was ist das Ziel für die Rückrunde?

Die Konstanz hinbekommen und da anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Zudem wollen wir natürlich keine Verletzten. Deshalb ist zur Vorbereitung die Belastungssteuerung sehr wichtig, damit wir beim ersten Spiel komplett sind.