Manuel Faißt vom SV Baiersbronn blickt auf seine bisher erfolgreichste Weltcup-Saison in der Nordischen Kombination zurück und gibt Einblicke in seinen Alltag als Spitzensportler. Im kommenden Jahr will er bei der WM in Norwegen dabei sein.
Seit 14 Jahren ist Manuel Faißt eine feste Größe der Nordischen Kombinierer im Deutschen Skiverband (DSV). Der Sportler des SV Baiersbronn blickt auf seine erfolgreichste Weltcup-Saison zurück.
Faißt stand in der Wintersaison 2023/24 viermal auf dem Podest (Ramsau, Oberstdorf, Lahti/Trondheim im Einzel und Team). Mit Gesamtplatz sieben im Weltcup der Nordischen Kombinierer schaffte er seine bisher beste Platzierung. Nach einer fordernden Saison bleibt nur wenig Zeit zum Regenerieren. Schon seit Mai steht wieder das offizielle Trainingsprogramm an. Die Konkurrenz schläft nicht. Und der nächste Winter steht schneller als man denkt vor der Tür.
Schnell in der Loipe
Als Sportsoldat ist Manuel bei der Sportfördergruppe Fahl im Dienstgrad eines Hauptfeldwebel stationiert. Er wohnt im idyllischen Oberried mit guter Anbindung zu den Sportstätten rund um den Feldberg. Langlaufloipen auf dem Notschrei sind in kurzer Zeit zu erreichen.
Das Skispringen findet in den Sommermonaten hauptsächlich auf der 110 Meter Mattenschanze in Hinterzarten statt. Für ihn eher eine Zwischenschanze. Seine Kollegen in Bayern haben da eher den Vorteil, auf den Großschanzen in Garmisch und Oberstdorf trainieren zu können. Auch wenn es zum Training nach Planica geht, ist Manuel erst mal knapp zehn Stunden mit dem Auto unterwegs. Auch da sind die bayerischen Kollegen mit vier Stunden Anfahrt weniger etwas besser dran.
Trainingslehrgänge stehen an
Der normale Trainingstag startet morgens mit dem Krafttraining. Am Mittag findet das Lauftraining statt. Trainiert wird der 31-Jährige in und um Freiburg von Albert Wursthorn, die Laufverantwortung hat Thomas Krause. Ab Mai gibt Bundestrainer Eric Frenzel die Trainingslehrgänge vor.
Neben dem reinen Sport steht ein großes Helferteam dahinter, das sich um das Material wie Ski, Schuhe und Anzüge kümmert. Denn in nahezu jeder Saison stehen Regeländerungen an. So durften in der vergangenen Saison keine Fluoride mehr zum Wachsen verwendet werden.
Überflieger macht Sorgen
Beim Skispringen ist die Anfahrtsgeschwindigkeit alles. Hier macht es der Norwegische Überflieger Jarl Magnus Riiber der Konkurrenz nicht gerade leicht. Mit seiner bestechenden Form ist er fast so gut wie die besten Spezialspringer. Darauf muss sich die Jury einstellen. So drückt Riiber mit seiner guten Form und seinen Weiten auch die Anfahrtsgeschwindigkeit der Konkurrenz (verkürzter Anlauf).
Schnellere Muskulatur gefragt
„Darunter leiden auch die Deutschen Springer“, weiß Vater Klaus Faißt im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch ist der Spagat zwischen dem Sprunglauf oder im Skispringen zu beachten. Wer gut im Langlauf ist und über eine gute Muskulatur verfügt, tut sich im Skispringen eher schwerer. Denn dort ist eher eine schnellere Muskulatur gefragt, so Klaus Faißt, der als Trainer weiß, worauf es ankommt. Er selbst hat noch die Anfänge des Weltcups bei den Nordischen Kombinierer erlebt. Seine Lieblingsdisziplin war der Langlauf, im Springen tat er sich manchmal schwer.
Manuel Faißt war beginnend eher ein sehr guter Skispringer. Seine Form im Langlauf hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr gesteigert. Hier kann Manuel inzwischen gut mithalten. Ausgezahlt hat sich ein gesteigertes Ausdauertraining.
Starke Laufleistung
Das belegte sein furioser Auftritt bei der Winterolympiade 2022 in Peking. Nachnominiert für die coronaerkrankten Eric Frenzel und Terence Weber verfehlte Manuel Faißt dort im Einzel hauchdünn die Bronzemedaille. Mit einer hervorragenden Laufleistung sorgte er dafür, dass das deutsche Team und er Silber holten.
Als Nächstes Ziel peilt Manuel die Teilnahme zur Weltmeisterschaft der Nordischen Kombinierer im Februar 2025 in Trondheim (Norwegen) an. Nach der Saison 2024/25 will er entscheiden, ob er bis zur Winterolympiade 2026 in Turin weitermacht. Für die berufliche Zukunft hat er mit seinem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften schon einen Grundstock gesetzt.
Besuche in der Heimat
Wenn es die Zeit erlaubt, schaut Manuel gerne in seiner alten Heimat Baiersbronn vorbei. Dort kocht er gerne für seine Eltern. Laut Vater Klaus ist Manuel ein super Koch. „Vom Brotbacken über selbst gemachte Nudeln bis hin zu leckeren Braten hat er alles drauf“, so sein großes Kompliment. Für die Zukunft wünschen die Mitglieder vom SV Baiersbronn ihrem Manuel noch zahlreiche sportliche Erfolge.