Wo soll der große Surfpark in Lahr gebaut werden? Die Verwaltung hat vier mögliche Areale ermittelt, die nun genauer untersucht werden. Drei Gebiete befinden sich im Lahrer Westen, das vierte überrascht.
Es soll ein „Leuchtturmprojekt“ werden und den Tourismus in der Stadt ankurbeln. Mit großer Vorfreude hat der Gemeinderat Ende April das Großprojekt „Surfield“ abgesegnet. Die Räte mahnten damals jedoch an, einen genauen Kriterienkatalog festzulegen, um die Belange möglichst Vieler unter einen Hut zu bringen. Diesen gibt es nun, auf vier mögliche Areale soll er angewandt werden.
Für den Suchlauf schlägt die Stadtverwaltung aufgrund der benötigten Flächengröße von mindestens drei bis etwa fünf Hektar und ersten groben Eignungseinschätzungen, die Standorte Zuckerhof, Stadteinfahrt Nord, Seepark-Süd und Rheinstraße Nord – nördlicher Teil vor. Das Zuckerhof-Areal direkt an der A 5 bei der Autobahnausfahrt war bereits für den Bau des neuen Klinikums im Gespräch. Dafür wurde der Standort damals vor allem aufgrund der Lärmemissionen verworfen. Gleiches galt für das Areal „Stadteinfahrt Nord“, eine Fläche nördlich des Zubringers etwa auf halber Strecke von Lahr zur Autobahn, aufgrund der Nähe zum Industriegebiet. Für den Surfpark jedoch ist Lärm kein Kriterium im Katalog, so dass aus dieser Hinsicht auf beiden Arealen einem Bau nichts im Weg stehen würde.
Den Standort Rheinstraße Nord schließt die Verwaltung schon in der Vorlage so gut wie aus. Es gebe Bedenken bezüglich Altlasten und der Siedlungsnähe. Neu im Spiel ist dagegen die Fläche südlich des Seeparks direkt an der B 3.
Naturschutz und Verkehr werden genau betrachtet
Diese vier Standorte werden, wenn der Gemeinderat kommenden Montag grünes Licht gibt, nach mehreren Kriterien überprüft. Bei der Flächenverfügbarkeit soll sowohl auf die Größe und die Option zur Erweiterung als auch auf die Eigentumsverhältnisse geschaut werden. Das Areal sollte möglichst eben und landwirtschaftlich nicht hochwertig genutzt sein. Ebenfalls gelte es, auf eine ausreichende Entfernung zu lärmsensiblen Nutzungen zu achten sowie eine gute Anbindung an das Straßennetz und den ÖPNV zu gewährleisten. Ausschlusskriterien sind laut Verwaltung eine Überschneidung mit einem Naturschutzgebiet, eine Unzulässigkeit aus luftfahrtrechtlicher Sicht sowie eine Lage in einem für ein hundertjähriges Hochwasser anfälligen Gebiet.
Der Surfpark ist, wie aus der Beschlussvorlage weiter hervorgeht, auf einen ganzjährigen Betrieb und eine konstante Nutzung ausgelegt. Neben den Aktivitäten im Wellenpark sollen in der kälteren Jahreszeit unter anderem Wellnessangebote und künstliches Höhentraining angeboten werden. Rund 200 000 Besucher werden pro Jahr erwartet, damit sieht die Stadt den Wellenpark als „wichtiger und attraktiver touristischer Angebotsbaustein im Rahmen des Freizeit- und Tourismusangebots“. 2027 könnte er, so der Wunsch des Investors, in Betrieb gehen.
Projekt in München
Deutschlands erster Surfpark in München, vergleichbar mit dem in Lahr geplanten Projekt, steht kurz vor der Eröffnung. Die Arbeiten sind nach zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen. 40 Millionen Euro hat die Freizeiteinrichtung, in der Ende Mai erstmals gesurft wurde, gekostet. Eine Session dort mit etwa 55 Minuten Surfzeit kostet im Vorverkauf noch 59 Euro. Die Preise dürften sich noch auf mehr als 75 Euro erhöhen.