Zahlreiche Statistiken können mit den Zensus-Daten erstellt werden. Foto: © tirachard – stock.adobe.com

2022 findet wieder ein Zensus statt. Doch was ist das genau? Welche Daten werden abgefragt und wie hilft das der Stadt Bad Dürrheim weiter? Gar nicht, könnte man meinen. Doch in einigen Bereichen schon.

Bad Dürrheim - In der Bildung und der Kinderbetreuung muss Bad Dürrheim planen, hier zieht man die Geburtenzahl der Stadt zu Rate, hinzu kommen die Erfahrungswerte der vergangenen Jahre bei Zu- und Wegzügen. Das ist allerdings auch nur für ein paar Jahre vorherzusehen.

Der Zensus ist eine statistische Erhebung – bis in die 1980er-Jahre nannte man es Volkszählung – einige mögen sich an die große Volkszählung aus dem Jahr 1987 erinnern. Und dass die Regierungen schon immer gerne wussten, wie viel Volk in einem Land lebt, davon zeugt schon die Geschichte von Christi Geburt – es ist also keine Erfindung der Neuzeit.

Stichtag für Gebäudebefragung im Mai

Eigentlich hätte der Zensus schon 2021 stattfinden sollen, wurde dann aber auf 2022 verschoben. Stichtag soll für die Gebäudebefragung im Mai sein. Basis für die Ziehung der Haushaltsstichprobe sind die Datenlieferungen aus den Melderegistern vom Februar 2021, ist im Newsletter von Zensus 2022 zu lesen, da diese sowohl zur Aktualisierung des Anschriftenbestands als auch zur Unterteilung der Anschriften in Größenklassen für die Ziehung benötigt werden. Auf diesen Angaben wurde zur Erhöhung der Qualität der Datenbasis für die Stichprobenziehung eine Mehrfachfallprüfung durchgeführt. Ein Ergebnis dieser Mehrfachfallprüfung ist, dass sich die Qualität der Melderegister in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert hat. So wurden in diesem Jahr im Vergleich zum Zensus 2011 wesentlich weniger Mehrfachanmeldungen festgestellt. Die Stichprobenziehung konnte termingerecht zum 1. September 2021 starten und im vorgesehenen Zeitraum abgeschlossen werden, so der Info-Brief.

Daten zur Demografie

Es werden Daten zur Demografie erhoben und einiges mehr. Die Daten, so ist auf der Homepage der aktuellen Zensuserhebung zu lesen, werden anonym ausgewertet. Laut den Verantwortlichen gehe es nicht darum, etwas über die individuellen Lebensverhältnisse oder Einstellungen der Bürger zu erfahren, es gehe um Statistik, um Summen und Durchschnitte und darum, valide Daten für Bund und Länder zu ermitteln, um für die kommenden Jahre planen zu können.

Doch wie sahen die Daten beim Zensus 2011 für Bad Dürrheim aus? Damals hatte die Stadt 12 285 Einwohner, davon waren 5770 männlich und 6520 weiblich. Mengenmäßig die größte Altersgruppe waren die 50- bis 64-Jährigen, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen mit 1740 Personen. Mit 4760 katholischen und 4650 evangelischen Bewohnern hielt es sich etwa die Waage, der Rest gab bei der Religion nichts oder einen anderen Glauben an. Erwerbspersonen waren es 6460, was ein Anteil von 53 Prozent war. Der Anteil von Ausländern lag bei 770 Personen über alle Altersklassen.

6474 Wohnungen vorhanden

Bei Gebäuden und Wohnungen gab es über die ganze Stadt verteilt 2892 Gebäude mit Wohnraum, auf die sich 6474 Wohnungen verteilten. Vor zehn Jahren gab es bei der Zählung 357 leerstehende Wohnungen – hier darf man gespannt sein, wie sich diese Zahl in Anbetracht der Wohnungsnot entwickelt hat. Die meisten Wohngebäude, 1142, wurden in der Zeit von 1949 bis 1978 gebaut. Da es insgesamt eine rege Bautätigkeit gab, vor allem in den vergangenen Jahren, dürfte die Zahl der Wohngebäude gestiegen sein.