In ihrem Büro hat Schulleiterin Katharina Lucke die Wände mit Plakaten verschiedener kultureller Veranstaltungen geschmückt. Foto: Störzer

Das kulturelle Leben kam während der Corona-Pandemie zu kurz, keine Frage. Für die Leiterin des Albeck-Gymnasiums war das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil: Die Bildungseinrichtung wurde nun ins Landesprogramm Kulturschule Baden-Württemberg aufgenommen.

Sulz - "Im Dezember 2021 haben wir uns beworben, im Frühjahr dann die Zusage erhalten", erzählt Katharina Lucke, Schulleiterin des Albeck-Gymnasiums in Sulz. "Die Aufnahme ins Landesprogramm Kulturschule Baden-Württemberg als eine von 50 Schulen ist eine Würdigung der Dinge, die es an unserer Schule schon immer gab." Die schuleigene Theater AG sei beispielsweise sehr bekannt – wie auch die Musik AG, erzählt Lucke, die selbst Musikerin ist. Das Gymnasium blicke auf eine lange Tradition der ganzheitlichen Förderung und der Entwicklung kreativ-schöpferischen Potenzials zurück.

Angebote schon für dieses Jahr geplant

Natürlich werde ein Schild mit der Aufschrift "Kulturschule Baden-Württemberg" am Haupteingang des Gymnasiums angebracht. Aber noch wichtiger: Die Schule hat mit der Aufnahme die Möglichkeit bekommen, ästhetisch-kulturelle Bildungsangebote mit finanzieller Unterstützung weiterzuentwickeln. Die Mittel kommen von der Karl Schlecht Stiftung und der Stiftung Mercator.

Zwei oder drei Angebote plane man noch in diesem Jahr. So ist beispielsweise ein Workshop mit argentinischen Musikern angedacht, die in den Spanischunterricht kommen. "Unsere Spanischlehrerin hat hier Kontakte", erzählt Lucke. Vorstellen könne sie sich auch die Verknüpfung des Unterrichtsfachs Naturwissenschaften und Technik mit Architektur oder Baukunst. "Der Kulturbegriff ist weit gefasst", merkt Lucke an. "Gartenkultur, Esskultur, Reisekultur", zählt sie auf. Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt.

Kooperationen weiterentwickeln

Ein Kulturteam wurde bereits eingerichtet. Es besteht aus Lehrkräften und wird von der Kulturbeauftragten Natascha Singer geleitet. Schüler sollen vereinzelt zu Kulturmentoren ausgebildet werden. Ziel sei es, die Kooperationen mit verschiedenen kulturellen Institutionen der Stadt Sulz, der Region und des Landes Baden-Württemberg weiterzuentwickeln. So arbeite das Gymnasium beispielsweise mit den zwei kürzlich gegründeten Sulzer Institutionen "Stiftungkulturlabor" und "Förderverein Kulturhaus Gustav Bauernfeind" zusammen.

Lucke deutet zufrieden auf ein Poster, das in ihrem Büro zwischen Plakaten von vergangenen kulturellen Höhepunkten der Schule hängt: "Frieden und Trost" steht darauf. Ein Konzert, das am 14. Mai um 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Sulz stattfindet. Das kulturelle Leben blüht wieder auf.