Fast jeden Mittwoch treffen sich die Brüder Siegfried und Martin Link zu Erkundung-Touren. Sie sind Nabu-Mitglieder und geben Führung zu Wiesen und Wäldern. Immer wieder sind sie auch Pilze sammeln, doch die beiden warnen, „man spielt mit seinem Leben, wenn man sich nicht auskennt.“
Schon als Kinder waren die Brüder Siegfried und Martin Link mit ihrem Vater viel in der Natur unterwegs. „Wir waren oft Beeren sammeln und haben den Wald erkundet“, blickt Martin, der jüngere Bruder, zurück. Doch mit dem Älterwerden verloren sie den Bezug zur Natur. „Durch Schule, Ausbildung und Beruf sind wir nicht mehr losgezogen“, erinnert sich Siegfried.
Mit Hund wieder in die Natur
Als sich beide Brüder einen Hund zulegten, kamen sie gezwungenermaßen wieder mehr mit der Natur in Berührung. Seit circa 20 Jahren sind sie nun wieder zusammen unterwegs.
Beide sind sie Mitglied beim Nabu und geben zusammen Führungen in Wäldern und auf Wiesen. „Wir wollen den Leuten wieder einen Bezug zur Natur vermitteln“, verdeutlicht Martin. „Man kann richtig viel von der Natur lernen, und es tut auch einfach gut draußen unterwegs zu sein“, meint auch Siegfried.
Ihr Wissen haben sich die Brüder über Jahre hinweg angesammelt. So sind sie ausgebildete Natur- und Waldpädagogen, Pilz-Coaches und auch Landschaftsführer. Bei ihren Führungen geben sie Tipps zu Heilkräutern, zeigen die verschiedensten Pflanzen oder erzählen die Mythen der Rauhnächte.
Pilze: „Es gibt nur Wracks“
Seit Jahren interessieren sie sich auch für Pilze. So geben sie spezielle Pilzführungen und gehen mit Interessierten Pilze sammeln. Aber Achtung, „man spielt mit seinem Leben, wenn man sich nicht auskennt“, versichert Siegfried.
Einsteigern empfehlen sie die Suche nach „Röhrlingen“. „Diesen Pilz können Einsteiger leicht finden“, sagt Siegfried. Ihren Namen haben die „Röhrlinge“ durch das röhrenartige Futter an der Unterseite der Kappe. „Man erkennt sie daran, dass sie unter ihrem Hut keine Lamellen haben“, erklärt Martin.
Doch auch unter den „Röhrlingen“ gibt es unangenehm schmeckende sowie giftige Sorten, wissen die beiden.
Im Juni hatten die beiden eine Führung zu den verscheiden Pilzsorten angeboten. Eigentlich wollten sie auch jetzt im Herbst eine veranstalten, doch es sei viel zu trocken.
„Es gab viel zu wenig Niederschlag, der September und auch der Oktober waren zu warm“, betont Martin. „Die Pilze kommen schon trocken aus dem Boden. Es gibt nur Wracks“, sagt er weiter. „Man sieht es auch an den Bäumen: Viele sind krank und sterben“, verdeutlicht Siegfried.
Gemeinsam ists am besten
Ihren Spaß an der Natur lassen die beiden sich trotzdem nicht nehmen. Ihre Führungen bieten sie meistens zu zweit an. „Wir laufen die Strecke davor ab, um schon einmal zu schauen, was sich alles so finden lässt“, erklärt Siegfried.
„Es ist einfach großartig gemeinsam unterwegs zu sein, und zusammen machts am meisten Spaß“, versichert Martin.
„Man lernt auch nie aus, deswegen treffen wir uns immer wieder“, so Siegfried. „Wir kennen ja auch nicht alle Pflanzen, wir sind ja keine Botaniker“, sagt Martin zum Abschluss lachend.