Manfred Ahrens (von links),Ortschaftsrat Holzhausen, die Erzieherinnen Karina Meder, Theresa Rieger und Nicola Huber, Foto: Nowotny

Der neue Naturkindergarten öffnet in Sulz seine Pforten und präsentiert den „Wichtelwagen“ in Holzhausen. Wie lernen Kinder hier die Natur zu schätzen und zu schützen?

„Wir feiern hier heute die Premiere unseres ersten Naturkindergartens“, verkündet der Sulzer Bürgermeister freudig beim Pressegespräch am Donnerstag vor dem neuen „Wichtelwagen“. „Wir sind hier nahe am Wald und haben eine richtig schöne Fläche, wo sich die Kinder austoben können“, verdeutlicht er.

 

Zwei Kinder sind bis jetzt im „Vergiss-Mein-Nicht“ angemeldet. „Das Ganze wird sich aufbauen, da bin ich mir sehr sicher“, stellt der Rathauschef klar. Auch er selbst wäre gerne in so einen naturnahen Kindergarten gegangen, sagt er lächelnd.

Weg zum „Wichtelwagen“

Von außen sehe es sehr einfach aus, doch der Weg, bis der Wichtelwagen dort stehen durfte, sei nicht leicht gewesen, sagt Keucher. Im Mai 2022 wurde der Entschluss gefasst, eine Naturkindergartengruppe einzurichten. Man entschied sich für den „Wichtelwagen“ der Firma „Finkota“.

Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahren gab es laut Susanne Vögele, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, sehr viele unvorhergesehene „Herausforderungen“. „Es gehörte so viel dazu, zum Beispiel musste eine Toilette nur für die Betreuerinnen geschaffen oder ein kleines Wäldchen als Niederwald umgewandelt werden“, sagt sie.

Die Verwaltung gehe von Gesamtkosten für das Projekt von unter 150 000 Euro aus. Inklusive einer geplanten Photovoltaik-Anlage sei dieses Projekt im Vergleich zu einer herkömmlichen Gruppe trotzdem um einiges günstiger, sagt Keucher. Die Entscheidung sei jedoch nicht aus Kostengründen gefallen. „Wir wollten das Angebot erweitern, und so einen Naturkindergarten haben wir noch nicht“, betont er.

Natur schätzen lernen

Seit dem 16. Oktober ist der Naturkindergarten in Betrieb. Drei Erzieherinnen kümmern sich um Betreuung und Verwaltung. Theresa Rieger leitet den Wichtelwagen. „Uns gefällt es hier richtig gut“, sagt sie glücklich. „Wir machen hier genau das gleiche wie in herkömmlichen Kindergärten, nur eben in der Natur.“

Durch die viele Bewegung an der frischen Luft werde das Immunsystem gestärkt und die Kinder würden besonders für ökologische Zusammenhänge sensibilisiert. „Die Kinder lernen, die Natur zu schätzen und auch zu schützen“, sagt sie. Auch Bürgermeister Keucher betont: „Es ist für die Kinder einfach etwas Schönes.“ Die Kinder würden sich eben nicht nur drinnen aufhalten, sondern man könne sie springen und auch mal schreien lassen, ohne dass es gleich die ganze Gruppe störe.

Es sei jetzt zwar von der Jahreszeit her nicht der klassische Moment, um sein Kind für einen Naturkindergarten anzumelden, doch gerade im Winter, wenn Schnee liege, wäre es hier richtig klasse, meint er.

Projekt im Team geschafft

Aktuell seien ausreichend Plätze verfügbar, so die Leiterin. „Wir freuen uns über weitere zahlreiche Anmeldungen“. Der Naturkindergarten ist täglich von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. 20 Betreuungsplätze sind für Drei- bis Sechsjährige vorhanden. Die Kinder müssen windelfrei sein.

Einen besonderen Dank sprach Hauptamtsleiter Hartmut Walter dem Kindergarten-Team, Susanne Vögele, dem Bauhof, dem Forst und auch der Ortschaftsverwaltung Holzhausen aus. Dieses Projekt konnte nur als Team geschafft werden, sagt auch Susanne Vögele abschließend.