Mitten in Sulz – das wird Julia Fischer demnächst regelmäßig sein. Auch im übertragenen Sinne, denn sie soll dafür sorgen, dass Wasser- und Stromversorgung der Stadt am Neckar auch in Zukunft gewährleistet bleibt. Foto: Schneider

Die Horber Stadträtin Julia Fischer wird Geschäftsführerin der städtischen Versorgungsbetriebe in Sulz. Und sie hat schon eine besondere Herausforderung ausgemacht.

Ab 1. September ist Julia Fischer die neue Lichtbringerin von Sulz. Denn da übernimmt sie den Posten der Geschäftsführerin des kommunalen Eigenbetriebs Wasserversorgung und der Stromversorgung GmbH.

 

Sie tritt damit in die Fußstapfen von Wolfram Röhrig, der nach 27 Jahren ausgeschieden ist und künftig bei den Stadtwerken in Tuttlingen arbeiten wird.

Was sie erwarte? „Eine spannende Aufgabe, der ich mich gemeinsam mit einem engagierten Team stellen kann“, ist Fischer überzeugt. Besonders freue sich die als Stadträtin von Horb auch kommunalpolitisch engagierte 40-Jährige, für die Region Verantwortung zu übernehmen.

Neue Heimat am Neckar

Sie sei vor mehr als 20 Jahren für das duale Studium aus Thüringen ins Ländle gekommen und habe am Neckar beruflich und privat eine neue Heimat gefunden. „Ich habe in Horb an der DHBW Wirtschaftsingenieurwesen studiert und später im Fernstudium den Wirtschaftsjuristen ergänzt“, blickt sie zurück.

Beruflich sei sie lange im technischen Vertrieb für komplexe Maschinen und Anlagen in der Automobilindustrie tätig gewesen und habe zuletzt die Bereichsverantwortung für Marketing und Kommunikation bei Automatic-Systeme Dreher inne gehabt.

„Mich reizen komplexe Themenstellungen, und wenn ich ein Problem erkannt habe, möchte ich auch zu dessen nachhaltiger Lösung beitragen“, beschreibt sie ihr Herangehen.

„Bock auf den Job“

Natürlich verfolgt man dann auch, was in der eigenen Region in diesen Bereichen so geht: E-Mobilität und nachhaltige Energiegewinnung gilt das Augenmerk. „Die Stadt Sulz ist hier meines Erachtens auf einem guten Weg. Aus den genannten Gründen habe ich, als ich zufällig auf die Stellenausschreibung gestoßen bin, einerseits eine berufliche Entwicklungsmöglichkeit für mich persönlich gesehen und andererseits die Möglichkeit, mich in einem spannenden und sich stark wandelnden Marktumfeld aktiv einzubringen. Ich hatte einfach Bock auf den Job…“, erklärt Fischer.

Herausforderungen und Chancen

Die Energieversorgung der Zukunft sei „flexibel und dezentral“, stellt die künftige Herrin über die Sulzer Stromversorgung fest und meint: „Das bringt auf kommunaler Ebene nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern eröffnet auch große Chancen für die Kommunen selbst, aber auch für die Menschen, die hier wohnen. Ein kommunaler Stromversorger kann schließlich seine Geschäftsmodelle an den regionalen Bedarfen und damit an den Menschen ausrichten.“ Nebeneffekt: Die Erträge bleiben vor Ort.

Die größte Herausforderung sowohl für die Strom- als auch für die Wasserversorgung sieht Fischer in der Infrastruktur. Diese werde „in vielen Bereichen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht.“

Bei der Frischwasserversorgung gehe es in der Regel um die Sanierung von in die Jahre gekommenen Leitungen. Bei der Stromversorgung stünden zukünftig deutlich größere Veränderungen an. Denn mit der voranschreitenden Elektrifizierung verschiedener Bereiche, etwa Wärme und Mobilität, steige nicht nur der Strombedarf. Auch die Anforderungen an das Netz durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und der damit verbundenen Flexibilisierung würden immer höher. Gleichzeitig sei der Markt stark reglementiert – und: „Viele Regeln sind – noch – nicht an die neuen Anforderungen im Strommarkt angepasst.“

Erfolg verstetigen

„Man darf aber auch sagen, dass ich bei der Stromversorgung Sulz die kaufmännische Leitung eines gesunden Unternehmens übernehme“, betont Fischer, zu deren Aufgaben auch die kaufmännische Werkleitung im städtischen Eigenbetrieb Stadtwerke gehören wird. Es geht ihr also erst einmal darum, den Erfolg weiter zu verstetigen und erst dann darum, eigene Akzente zu setzen.