Foto: Heidepriem

Ehepaar kann sich durchs Fenster retten und wird schwer verletzt. Klirrende Kälte erschwert Löscharbeiten. Mit Video

Sulz-Mühlheim - Ein älteres Bauernhaus ist Samstagnacht bei einem Brand in der Mühlheimer Ortsmitte "Bei der Kirche" total zerstört worden. Die Bewohner, ein älteres Ehepaar, konnten sich zwar retten, wurden aber dabei schwer verletzt.

Die Feuerwehr ist um 21.46 Uhr alarmiert worden. Als die Einsatzkräfte am Ort waren, stand das Haus bereits in Flammen, teilte der Mühlheimer Abteilungskommandant Thorsten Schlotterbeck mit. "Zwei Personen sind im Gebäude", hieß es in der Alarmmeldung. Doch bei der Ankunft der Feuerwehr waren sie schon draußen.

Es müssen sich zuvor dramatische Szenen abgespielt haben, wie ein Zeuge berichtete. Anwohner hatten das Feuer beim Nachbarn bemerkt. Sie versuchten, die beiden Hausbewohner, 68 und 64 Jahre alt, mit einer Leiter aus dem Haus zu holen. Die Frau stürzte jedoch vom Fenster aus einer Höhe von etwa drei Metern auf den Boden. Sie und ihr Mann wurden schnell ins Krankenhaus eingeliefert. Derweil dehnten sich die Flammen rasch auf das gesamte Fachwerkhaus aus. Bei dem vielen Holz gab es reichlich Nahrung. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei brach das Feuer im Wintergarten aus.

Angerückt waren neben der örtlichen Wehr auch die Abteilungen aus Renfrizhausen und Fischingen sowie die Feuerwehr Sulz mit der Drehleiter. Bei 13 Grad minus gestalteten sich die Löscharbeiten als äußerst schwierig. "Man musste schauen, dass die Pumpen ständig Wasser abgaben", erklärte Stadtbrandmeister Eugen Heizmann. Die Strahlrohre konnten sonst zufrieren. Durch den massiven Wassereinsatz kam es auch zu Eisbildungen am Haus und auf der Straße. Es bestand Rutschgefahr, so dass mit Salz noch gestreut werden musste. Verletzt hat sich nach Auskunft von Heizman kein Feuerwehrmann. Die Eiseskälte machte jedoch allen zu schaffen.

Der Brand in dem alten Bauernhaus hätte leicht dazu führen können, dass sich das Feuer auf die unbewohnten Nachbargebäude und die gegenüber liegenden Häuser ausdehnen konnte. Mit einer Riegelstellung gelang es der Feuerwehr, dies zu verhindern. Heizmann sprach von einer "Meisterleistung der Einsatzkräfte, das Feuer zu konzentrieren". Lediglich eine Scheuer bekam am Giebel einen Schaden ab.

Vorsorglich musste zum Schutz der Feuerwehrleute der Strom abgeschaltet werden. Davon waren auch die Nachbarhäuser für einige Zeit betroffen. Bis gegen 2.30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand im Griff. Die Sulzer Drehleiter konnte abgezogen werden, wurde allerdings gestern Vormittag wieder gerufen. Im Haus rauchte es immer noch. Die Glutnester waren schwer zu löschen, zumal Stadtbrandmeister Heizmann aus Sicherheitsgründen keinen Feuerwehrmann ins ohnehin zerstörte Gebäude ließ. Es bestand Einsturzgefahr.

Die vier Feuerwehrabteilungen hatten rund 60 Mann und zehn Fahrzeuge im Einsatz. Das DRK war mit mehr als zehn Helfern am Brandort.

Heizmann wurde von der Feuerwehr-Hauptversammlung in Sigmarswangen nach Mühlheim gerufen. Dort verschafften sich auch Kreisbrandmeister Mario Rumpf und Bürgermeister Gerd Hieber ein Bild von den Löscharbeiten und dem Schaden. Diesen schätzt die Polizei auf 150 000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an.

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