Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Sulz a. N. Zwei Bauernhäuser weichen Neubau

Von
Das Eberhardt-Haus (vorne) und der Farrenstall werden abgebrochen. Foto: Steinmetz

Sulz-Dürrenmettstetten - Die Abbrucharbeiten in der Dürrenmettstetter Ortsmitte haben Anfang der Woche begonnen. Das Eberhardt-Haus und der frühere Farrenstall werden abgerissen.

"Bis Ende nächster Woche habt ihr freie Sicht", verspricht Robert Renz, Chef des gleichnamigen Abbruchunternehmens aus Nagold, Ortsvorsteher Robert Trautwein.

Zwischen Ortsdurchfahrt und Enslinstraße entsteht eine Lücke, die so schnell wie möglich gefüllt werden soll. Die beiden alten Häuser weichen einem Neubau. Der Mühlheimer Unternehmer Dieter Kopp plant auf dem Grundstück ein Sechsfamilienhaus, in das sich die Stadt einkauft. Im Erdgeschoss soll, ähnlich wie in Holzhausen, ein Dorfgemeinschaftsraum eingerichtet werden. Das war ursprünglich anders vorgesehen. Die "Wäsche", gleich daneben, hätte ebenfalls abgerissen werden sollen. Wanderverein und Kirchengemeinde wären mit ihren Räumen in das Dorfgemeinschaftshaus gezogen. Dieses Projekt scheiterte an den Kosten. Die ehemalige "Wäsche" bleibt jetzt bestehen, der Verein und die Kirche behalten ihre Räume. Statt das Gebäude abzureißen, wird es nun renoviert. "Man brauchte einen Kompromiss", erklärt Trautwein. Um den vorderen Bereich zu entzerren, soll der Neubau einige Meter Richtung Westen verlegt werden. Trautwein verhandelte mit den Nachbarn wegen des dafür erforderlichen Grundstückserwerbs. Die Bereitschaft, Flächen zu verkaufen, sei da, berichtet er.

Der Außenbereich unterhalb der Kirche wird neu gestaltet. Ein grober Plan ist den Dürrenmettstettern bei einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Diesen werde, so Trautwein, die STEG Stadtentwicklung konkretisieren. Im Haushaltsplanentwurf 2019 stehen schon die Kosten drin: Die Gestaltung des Dorfplatzes ist mit 450.000 Euro und der Dorfgemeinschaftsraum mit 250.000 Euro veranschlagt. Der Abbruch der beiden Gebäude kommt auf 60.000 Euro.

Die Firma Renz hat zuerst innen ausgeräumt, um dann das Dach abzudecken. Das war mit einem größeren Aufwand verbunden, denn den hinter dem Haus liegende, schön gepflegte Garten möchte die Abbruchfirma möglichst nicht verunreinigen.

Erhaltenswertes sei in den Häusern nicht gefunden worden, teilt Robert Renz mit. Weil es alte Häuser sind, kann der unbelastete Bauschutt problemlos recycelt werden. Fürs anfallende Holz gibt es aus dem Ort Interessenten.

Zwei ortsbildprägende und geschichtsträchtige Häuser verschwinden innerhalb von zwei Wochen. Erwin Eber­hardt, der unter anderem den "Mettstetter Bilderbogen" herausgebracht hat, wohnte im oberen Bauernhaus. Die Stadt kaufte es schon 1976 in der Absicht, es abzubrechen. Das hat dann etwas gedauert. Das leer stehende Haus wurde zu Lagerzwecken genutzt und leistete somit in der Zwischenzeit gute Dienste. Einsturzgefahr habe nie bestanden, versichert Trautwein. Weil die Lagermöglichkeiten nun wegfallen, wird an der Gemeindehalle angebaut.

Auf dem Türsturz steht die Jahreszahl 1835. Der Farren­stall daneben ist fast so alt. Neben der Jahreszahl 1837 über der Tür ist hier aber noch ein Kelch zu sehen. Das sei das Zeichen für eine Wirtschaft gewesen, weiß Trautwein.

Im Ökonomieteil wurde der Zuchtstier gehalten. Dürrenmettstetten war eine der letzten Gemeinden, die Anfang der 1990er-Jahre die Farrenhaltung aufgaben. Danach bevorzugten die Landwirte die künstliche Besamung. Das Gebäude diente früher auch als Armenhaus. Sozial schwache Dorfbewohner wurden hier untergebracht.

Zwei Frauen vom Landesdenkmalamt haben sich die aneinandergebauten Häuser angeschaut und sich so viele Notizen gemacht, dass Robert Trautwein ein Veto für den Abbruch befürchtete. Aber offenbar ist in den Gebäuden viel umgebaut worden. Als denkmalgeschützt sind sie nicht mehr eingestuft worden.

Wenn das Wetter mitspielt, können die Abbrucharbeiten in gut einer Woche abgeschlossen werden. Damit es nicht zu sehr staubt, wird mit einem Schlauch Wasser gespritzt. Klagen hat Trautwein bisher nicht gehört.

Am Bauzaun schauen Schüler den Arbeiten zu. Sie wollen wissen, was auf dem Grundstück wieder entsteht. "Es kommt was Neues drauf", erklärt ihnen der Ortsvorsteher. Aber leider nicht das, was die Kinder gern hätten: nämlich einen Dönerladen.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.