Die Stadtkapelle unterhält die Besucher des Kinderfestes. Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Musikverein wird vom Wetterpech verfolgt / Umsatz des Neckar- und Kinderfestes stark eingebrochen

Von Marzell Steinmetz

Sulz. Die Stadtkapelle ließ das Kinderfest am Montag ausklingen. Für den Musikverein endlich ein schöner Tag: Auf rund 800 Besucher schätzt Vorsitzender Udo Jessen die Zahl der Besucher.

Zufrieden kann er natürlich mit der Gesamtveranstaltung nicht sein.

Rund 300 Leute kamen zur Partynacht am Freitagabend – immerhin bei dem strömenden Regen. Im Vorjahr waren es 100 mehr, und auch da spielte das Wetter über die Festtage nicht so richtig mit. Jessen hat zwar noch nicht die Abrechnung zum diesjährigen Kinder- und Neckarfest vorliegen. Doch er schätzt dem Bierkonsum zufolge, dass der Umsatz von Freitag bis Sonntag gegenüber dem ohnehin schon schlechten Jahr 2011 um die Hälfte eingebrochen ist. Das lasse sich auch nicht mehr durch das gut besuchte Kinderfest ausgleichen. Für das Wetter sei der Besuch sogar noch in Ordnung gewesen. "Aber wir brauchen zehn Grad mehr Wärme und doppelt so viele Gäste", erklärt Jessen.

Das Neckar- und Kinderfest war bislang die Haupteinnahmequelle des Musikvereins. Mit dem Wetterrisiko müsse man leben. Inzwischen sei es jedoch das dritte verregnete Fest in Folge, so Jessen. Bereits 2011 hat er die Zukunft des Neckar- und Kinderfest in Frage gestellt, wenn Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis mehr stehen. Der Musikverein müsse für die Veranstaltung zwischen 180 und 200 Helfer aufbieten. So viele Leute zu motivieren, werde jedes Jahr immer schwieriger, sagt Jessen.

Da überlegt man sich im Verein inzwischen neue Konzepte, beispielsweise die Stände zu verpachten. Ober gleich eine Alternative zu suchen, nämlich ein bis zwei Veranstaltungen in der Stadthalle zu organisieren. Andererseits: "Das Kinderfest sterben zu lassen, wäre schade", räumt Jessen ein. Zumal der Musikverein das erforderliche Zubehör angeschafft hat, unter anderem das Sonnensegel, das sich so gut bewährt hat, dass es von anderen Veranstaltern ausgeliehen wird.

Im kommenden Jahr soll das Neckar- und Kinderfest in die Heimattage eingegliedert werden. Ob eine weitere Veranstaltung Sinn macht, wird im Vorstand des Musikvereins sicher noch für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Jessen lässt es offen: "Zuerst müssen wir unser Fest abrechnen".

Neue Ideen sind jedenfalls gefragt. Und schon mal angedacht worden – wenn auch nicht ganz ernsthaft und dem Wetter geschuldet. Wenn das nämlich nicht besser werde, könne man auch ein Schlachtplattenfest, verbunden mit dem ersten offiziellen Regenfest im Kreis Rottweil und einer Hannikelparty, veranstalten.

Der Stadtkapelle war am Montagabend nichts von dem Frust über das Wetter anzumerken. Die Musiker spielten gut gelaunt. Mit Gags und Gesangseinlagen kurbelten sie die Stimmung an. Die Besucher blieben jedenfalls bis spät sitzen.

Gespannt blickt nun die Narrenzunft auf das kommende Wochenende. Auch sie ist mit ihrem Freiluft-Theaterstück "Räuberhauptmann Hannikel" darauf angewiesen, dass das Wetter einigermaßen gut ist.

Gespielt wird jedenfalls auch bei Regen, notfalls mit Unterbrechungen, teilt Regisseur und Stücke-Autor Jürgen Hartmann mit.