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Sulz a. N. Zeitreise in die dunkelste Geschichte Deutschlands

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Referentin Luise Räuchle macht das Leben Bonhoeffers greifbar. Foto: Schwind Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz. In einem ergreifenden Vortrag, organisiert durch die evangelische Verbundkirchengemeinde Sulz-Holzhausen, nahm Referentin Luise Räuchle rund 40 Besucher mit auf eine Zeitreise in die dunkelste Geschichte Deutschlands.

In diese Zeit fällt das Schaffen des jungen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der in den Wirren der Weimarer Republik aufwächst und die Machtübernahme der Nationalsozialisten hautnah erlebt. Der intelligente junge Mann erkennt bald die Gefahr, die von den Nationalsozialisten ausgeht. Vor allem deren Einstellung zur "Judenfrage" kann er nicht teilen und beginnt zu rebellieren – was aber vier Wochen vor Kriegsende mit einer von Hitler persönlich veranlassten Hinrichtung das noch junge Leben des Widerstandskämpfers Bonhoeffer beendet.

Geboren wurde Dietrich Bonhoeffer am 4. Februar 1906 in Breslau als das sechste von acht Kindern, kurz vor seiner Zwillingsschwester Sabine. Sein Vater Karl Bonhoeffer war Psychiater und Neurologe. 1912 zog die Familie nach Berlin, weil der Vater einen Ruf an die Friedrich-Wilhelms-Universität angenommen hatte.

Dietrich Bonhoeffer schrieb bereits als 17-Jähriger seine Abiturprüfung. Er begann in Tübingen ein Theologiestudium, blieb aber nur ein Jahr. Danach wechselte er nach Berlin. Mit 21 Jahren promovierte Bonhoeffer in Berlin summa cum laude.

Beschäftigung mit Bibel, Interesse an Menschen

  Im Januar 1928 legte er das Erste Theologische Examen vor dem Evangelischen Konsistorium der Berlin-Brandenburgischen Provinzialkirche ab. An der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin wurde er im Alter von 24 Jahren in der systematischen Theologie habilitiert. 1930 legte er das Zweite Theologische Examen ab.

Das für die Ordination vorgeschriebene Mindestalter von 25 Jahren hatte er noch nicht erreicht. Deshalb nutzte er die Zeit und ging für ein Jahr als Stipendiat nach Amerika, wo er in den Kirchengemeinden Harlems praktische Pastoralarbeit kennenlernte. Er erlebte aber auch die Folgen der Weltwirtschaftskrise, die besonders Afroamerikaner und Farmer traf. Dabei wurde er auf die Social Gospel-Bewegung aufmerksam.

Erstmals begann Bonhoeffer, sich mit dem Thema Frieden auseinanderzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland beteiligte er sich am Aufbau einer kirchlichen Opposition gegen die vom Staat etablierte Reichskirche und gründete das Finkenwalder Predigerseminar der Bekennenden Kirche, dessen Leitung er übernahm.

"Dem Rad in die Speichen fallen" – der berühmte Titel geht auf einen Vortrag Bonhoeffers zurück, den er 1933 in Berlin hielt. Es ging darin um das Verhältnis "Kirche – Staat". Zwar, so Bonhoeffer, hat die Kirche kein Recht, sich Macht über den Staat anzueignen, sie dürfe sich andererseits aber auch nicht aus der Politik heraushalten, wenn der Staat grundlegende Menschenrechte verletzt. So zog er die Aufmerksamkeit der Nazis auf sich. Von einer Gastdozentur in den USA, wo er vor den Nationalsozialisten sicher war, kehrt er aber bereits nach drei Wochen wieder heim. Zu sehr litt er unter dem seelischen Konflikt, während er in Sicherheit war, seine Freunde zu Hause im Stich gelassen zu haben. Im April 1943 kommt es, wie es kommen muss: Bonhoeffer wird verhaftet und in das Wehrmachtsgefängnis in Berlin-Tegel gebracht. Als er 1944 mit dem gescheiterten Attentat auf Hitler in Verbindung gebracht wird, ist sein Leben verwirkt. Am 9. April 1945, kurz vor Kriegsende, wird Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg hingerichtet.

Räuchle gelang es bestens, die Entwicklung dieses Mannes zum Widerstandskämpfer aufzuschlüsseln und seine Probleme greifbar zu machen. Der Name Dietrich Bonhoeffer steht für Zivilcourage, gelebtes Christsein und politischen Widerstand. Sein kurzes Leben war geprägt durch die Beschäftigung mit der Bibel und sein Interesse an den Menschen. Dabei gab es für ihn keinen Unterschied von Konfessionen.

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