Beim Besuch von HGV und Stadtverwaltung verkündet Thomas Schlachta (Dritter von links), dass Stefan Aupperle (Zweiter von links) ab dem 2. Januar die Verantwortung in der Praxis übernehmen wird. Foto: Danner

HGV und Stadtverwaltung besuchen Zahnarzt. Thomas Schlachta hat Verantwortung, aber nicht Besteck aus Händen gegeben.

Sulz - Thomas Schlachta war richtig aufgeregt. Beim Besuch von HGV und Stadtverwaltung gab er gestern offiziell bekannt, dass seine Zahnarztpraxis ab dem 2. Januar 2015 einen neuen Chef hat. Schlachta bleibt seinen Patienten zwar weiterhin erhalten, geführt wird die Praxis aber künftig vom Nachfolger Stefan Aupperle.

"Der 15. Januar ist ein ganz besonderer Tag für mich," verkündete er seinen Gästen. Denn gestern vor 105 Jahren hatte sein Großvater seinen Dienst als Dentist in Sulz aufgenommen. Und vor 66 Jahren hatte seine Mutter die Praxis als Zahnärztin übernommen. Der 56-jährige Thomas Schlachte legt nun die Verantwortung in jüngere Hände. Das Zahnarztbesteck legt er indes noch nicht aus der Hand. Er arbeitet weiter – unter "meinem neuen Chef".

Nun kann er sich wieder mehr seinen Patienten widmen, erklärte er. Denn der bürokratische Aufwand in der Praxis habe in den vergangenen Jahren doch sehr zugenommen. Aupperles Frau gehört ebenfalls mit zum Praxisteam. Die Betriebswirtin "nimmt mir die ganze Bürokratie ab, zu der ich keine Lust habe, wenn ich lieber bohren will", scherzte Aupperle.

Der 29-jährige Stefan Aupperle kommt aus Horb und ist Vorsitzender des dortigen Fußballclubs. Auf die Frage von Bürgermeister Gerd Hieber, weshalb er sich für Sulz entschieden habe, antwortete Aupperle, er lebe einfach gerne auf dem Land. Das konnte Thomas Schlachta nicht von allen Kollegen behaupten, die bei ihm zur Probe gearbeitet hatten. Einige wären gerne geblieben. Ihnen gefiel die Praxis, Sulz hingegen eher nicht. Die Nachfolgeregelung freute auch HGV-Vorsitzende Gislinde Sachsenmaier. Die Attraktivität einer Stadt stehe und falle mit der medizinischen Versorgung.

Sachsenmaier nutze den Besuch, Werbung für die Ausbildungsmesse KAZ zu machen. Sie wünscht sich beim nächsten Termin einen Stand, bei dem sich die jungen Menschen über Pflegeberufe oder die Ausbildung zu Arzthelfern informieren können. Denn bei der jüngsten Umfrage war das Interesse an diesen Lehrstellen am größten.

Schlachta erhofft sich von der Übergabe der Verantwortung in Aupperles Hände mehr Freizeit. Er will sich deshalb bei seinen Arztkollegen für Sachsenmaiers Anliegen stark machen. Außerdem ist er der Behinderten- und Seniorenbeauftragte der Zahnärzte im Kreis Rottweil. In diesem Bereich will er sich stärker einbringen.

Künftig firmiert die Praxis unter den Namen Praxis am Neckarufer.

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