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Sulz a. N. Wenn ein Antibiotikum in weiter Ferne ist

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Hans-Martin Hirt und Myriam Wahr informieren über die Arbeit von "anamed". Foto: anamed Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz. Die ökumenische Organisation "anamed" (Aktion natürliche Medizin) arbeitet inzwischen weltweit in der Armutsbekämpfung. Der Leiter der Aktion, der Apotheker Hans-Martin Hirt, konnte 180 Besucher zu einer Konferenz in der Stadthalle Sulz begrüßen. Hirt dankte der "anamed"-Gruppe Sulz und insbesondere dem Ehepaar Plocher für die Vorbereitung der Veranstaltung. Er freue sich, dass 33 Jahre nach Gründung von "anamed" in einem kleinen Urwalddorf des Kongos sich in der ganzen Welt und nun auch im Schwarzwald eine Gruppe gebildet habe.

Laut Oxfam hätten die reichsten acht Menschen der Welt heute so viel Reichtum wie die gesamte ärmste Hälfte der Menschheit. Für viele Arme in der Welt liege der Kauf eines unverfälschten Antibiotikums in weiter Ferne.

Die zweite Vorsitzende, Ilse Bullinger, zeigte in ihrer biblischen Einführung die Möglichkeiten auf, mit der Anlegung von Heilpflanzengärten die Liebe des Schöpfers weiterzugeben.

Jonas Koch kam frisch aus seinem Einsatz aus Tansania und zeigte für die meisten Besucher "unansehnliche Bilder", nämlich eiternde Wunden, die jeden deutschen Chirurgen sofort an Amputationen denken lassen würden. Stattdessen würden in diesem Projekt unreife Papaya-Früchte als Wundauflage verwendet. Dafür, so hieß es, verlange der "anamed"-Krankenpfleger Mginah dort nicht mehr als den Gegenpreis einer Ziege. Die Krankenschwester Myriam Wahr berichtete anschließend, wie sie 68 "anamed"-Gesundheitszentren in Mosambik eröffnet und dort über 100 Kilogramm Salben und Tinkturen produziert habe.

Schatzmeister Werner Schuster berichtete, wie auch kleinste Spenden die weltweite Arbeit von "anamed" bekannt gemacht hätten. Dies bestätigte Gerald Müller, Projektmanager von "Christliche Fachkräfte International" in seinem Vortrag zu "Wirkungen und Nebenwirkungen von anamed".

Der Referent Steffen Schock von der Uni Hohenheim bedauerte, dass riesige Mengen von Heil- und Nahrungsmitteln in Afrika nach der Ernte von Schimmel und Schädlingen zerstört würden. Er zeigte eine Fülle von Möglichkeiten auf, mithilfe von Solarenergie das Erntegut soweit zu trocknen, dass Schimmelpilze und Insekten daran keinen Gefallen mehr fänden. Das letzte Referat hieß "die Chemo aus dem Garten". Hirt berichtete von vielfältigen Rückmeldungen von Ärzten, Heilpraktikern und Patienten, inwieweit die Pflanze Artemisia annua das Krebsgeschehen bei Mensch und Tier beeinflussen kann.

In einer Ausstellung zeigte unter anderem der junge Mitarbeiter Tim Stoeß, wie auch ein pharmazeutischer Laie zu Hause in der Küche teure und vermeintlich komplizierte Salben selbst herstellen kann.

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