Der Nitratgehalt sollte im Trinkwasser möglichst gering gehalten werden. Foto: Tschauner

Stadt gibt Gutachten für Trinkwasserversorgung in Dürrenmettstetten in Auftrag.

Sulz - Zuerst Atrazin, dann Nitrat: Die Dürrenmettstetter haben schon seit vielen Jahren Probleme mit dem Trinkwasser, verursacht durch die intensive Landwirtschaft. Die Stadt sucht jetzt nach einer Lösung, vor allem auch, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Ein Ingenieurbüro wird eingeschaltet, um mit einem Gutachten Möglichkeiten aufzuzeigen und eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen. Sauberes Wasser sei ein wertvolles Gut: "Wir haben eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen", sagte Stadtbaumeister Reiner Wössner bei der Sitzung des technischen Ausschusses am Montag im Bürgersaal.

Der Atrazineintrag im Quellwasser aus dem Engerstal ist schon in den 1990er-Jahren festgestellt worden. "Es sieht wieder gut aus", gab Wössner Entwarnung, allerdings macht seit 2005 das Nitrat Sorgen. Der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter sei zwar nie überschritten worden. Doch für Babynahrung sollte das Trinkwasser nicht verwendet werden, teilte Wössner mit. Hier liege der Grenzwert bei zehn Milligramm je Liter.

Zuletzt hofften Stadt und Ortschaftsrat, mit einer Nanofiltrationsanlage Nitrat und gleichzeitig Kalk zu reduzieren. In dem Fall wären die Dürrenmettstetter auch zu weicherem Wasser gekommen.

Das Landratsamt machte aber einen Strich durch die Rechnung. Eine wasserrechtliche Genehmigung für eine Nanofiltrationsanlage wäre damit verknüpft, dass im Engersbach eine Wassermenge von 1,5 Liter pro Sekunde verbliebe. Da Dürrenmettstetten das Trinkwasser seit mehr als 100 Jahren mit dem Haidenhof zur Hälfte teilen muss, könne es im Sommer und Herbst zu Versorgungsengpässen kommen, erklärte Wössner. Deshalb werde die Nanofiltration im Engerstal auf Eis gelegt, bis Alternativen untersucht seien.

Eine könnte der Anschluss an die Wasserversorgung Reinau sein. Damit wäre auch der Verbund bis zur Wasserversorgungsgruppe Kleiner Heuberg gegeben. In Frage käme auch ein Anschluss an die Haugen­steingruppe, die schon bis zum Haidenhof auf Horber Gemarkung eine Leitung gelegt habe. Dafür sprach sich GAL-Stadtrat Martin Frey aus, aber auch dafür, die Engerstal-Quellen weiter für die örtliche Trinkwasserversorgung zu erhalten. Deswegen habe er auch seinen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Würden die Quellen geschlossen, bräuchten sich die Landwirte nicht mehr an Auflagen zum Schutz des Trinkwassers halten, befürchtet Frey. Die Kosten von 9500 Euro für das Gutachten könnte sich die Stadt sparen, meinte er und stellte einen entsprechenden Antrag, den er aber wieder zurückzog. Bürgermeister Gerd Hieber wies auf Investitionskosten, die in die Hunderttausende gingen, hin. Dafür brauche man eine fachliche Unterstützung. CDU-Stadtrat Dieter Kopp war hier zwar anderer Meinung, doch alle anderen Räte stimmten zu, das Büro Dreher und Stetter aus Empfingen mit dem Gutachten zu beauftragen.

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