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Sulz a. N. Vöhringen will Teil des Konzepts sein

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Der Gemeinderat stattete Bürgermeister Stefan Hammer mit dem Verhandlungsauftrag aus, dass Vöhringen sich als Mitgliedsgemeinde des Abwasserzweckverbands Oberes Mühlbachtal mit Sulz auf den Beitritt zum Zweckverband Klärschlammverwertung Böblingen verständigen sollte.

Vöhringen. Bislang stehe die Stadt Sulz einer Mitgliedschaft eher kritisch gegenüber. Trotzdem müsse der Zweckverband innerhalb einer befristeten Zeit zu einer gemeinschaftlichen Entscheidung finden, hieß es bei der Vöhringer Gemeinderatssitzung. Laut Stefan Hammer empfiehlt der Landkreis Rottweil seinen Kreisgemeinden die Beteiligung am Zweckverband Klärschlammverwertung Böblingen (ZV KBB). Die Mehrheit tendiere zum Beitritt.

Hintergrund für die bundesweit sinkende landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm und den steigenden Bedarf an Klärschlamm-Verbrennungskapazitäten sind die gesetzliche Verschärfung der bodenbezogenen Verwendung durch die neue Klärschlammverordnung und Düngeverordnung von 2017. Zusätzlich werden Betreiber größerer Kläranlagen ab 2029 zur Phosphorrückgewinnung verpflichtet, da Phosphor als wichtiger Rohstoff gilt.

Derzeit fallen in der Bergfelder Kläranlage etwa 500 Tonnen vorentwässerter Klärschlamm an, der in einer privaten Anlage getrocknet und vom Betreiber zur Mitverbrennung beim Holcim-Zementwerk in Dotternhausen angeliefert wird.

Neue Kosten geringer

Die Trocknungsanlage auf dem Birkhof hatte man aus Gründen des Immissionsschutzes stilllegen müssen. Das Zementwerk verfügt über die notwendigen Filteranlagen, um Schwermetalle zurückzuhalten. Anders sieht es beim Phosphor aus.

Kämmerin Maike Haug hatte wichtige Zahlen parat. Derzeit liege der Preis für die Klärschlammtrocknung und Entsorgung bei 100 Euro pro Tonne. Die neuen Kosten wären deutlich geringer. Außerdem gäbe es einen Preisabschlag, wenn der Klärschlamm wie bisher in getrocknetem Zustand angeliefert wird, was auch die Transportkosten senkt. Andererseits werden die Investitions- und Abschreibungskosten über Zins- und Tilgungsumlagen mengenabhängig auf die beteiligten Zweckverbände und Kommunen verteilt.

Die Baukosten für die neue Verbrennungsanlage werden auf rund 50 Millionen Euro prognostiziert. Sie könnte 2025 in Betrieb gehen. Dahinter stehe ein cleveres Konzept, da es durch die bereits bestehende Müllverbrennungsanlage auf demselben Grundstück eine Infrastruktur mit Zufahrt, Parkplatz sowie einem Sozial- und Verwaltungsgebäude gebe.

Sicherheit spielt eine Rolle

Bei der Entscheidung spielten nicht nur die Kosten, sondern auch die Sicherheit der Entsorgung eine große Rolle. Auf lange Sicht wäre eine rechtssichere, umweltgerechte Entsorgung möglich. Andererseits geht es um eine langfristige Verpflichtung. Ob sich in einigen Jahren durch den Wettbewerb am Markt weitere Entsorgungsmöglichkeiten in räumlicher Nähe ergeben und zu welchem Preis, blieb die Frage.

Aus Sicht von Axel Plocher nicht zu verachten sei die Rückfallebene bei Störfällen durch die bereits bestehende Verbrennungsanlage auf dem Gelände, bei der auch der Landkreis Rottweil seinen Restmüll anliefert. Er sah die derzeitige Abhängigkeit von einem Privatunternehmen trotz langer Kündigungsfristen kritisch. Für Thomas Schmidt ist auch die Planungssicherheit für künftige Haushaltspläne ein wichtiger Faktor.

Mit elf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen von Andrea Kopp, Norbert Burkhardt und Thea Hoh aus der CDU-Fraktion befürwortete der Gemeinderat schließlich den Beitritt.

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