Eine Angehörige verteilt Flugblätter. Foto: Heidepriem

Suchaktion der Polizei geht weiter. Man-Trailer-Hunde und Hubschrauber im Einsatz. Mit Video

Sulz/Vöhringen - Die Polizei hat mit Man-Trailer-Hunden und einem Polizei-Hubschrauber die Suche nach dem vermissten 63-Jährigen am Donnerstag wieder aufgenommen. Auch Angehörige waren in Sulz unterwegs und verteilten Flugblätter. Bisher wurde der Mann nicht gefunden.

"Das Schlimmste ist, zu Hause zu sitzen und nichts tun zu können", sagt Beate Fera, die Schwester des vermissten Mannes. Deshalb hat sie sich zusammen den Nichten des Vermissten und seiner Schwägerin selbst auf die Suche gemacht. Dabei haben sie auch Flugblätter verteilt, auf denen der 63-Jährige ohne Bart zu sehen ist. Auf dem offiziellen Vermisstenfoto der Polizei trägt er noch einen Bart. Die Flugblätter hängen nun an vielen Punkten in der Stadt.

Bereits mehrfach waren die Angehörigen auf dem Sulzer Polizeirevier und auch in der Lokalredaktion des Schwarzwälder Boten. "Wir bauen auf die Hilfe der Öffentlichkeit", so Rosalba Fera, die Nichte des Vermissten. Die Familie hofft auf ein glückliches Ende der Suche und gibt die Hoffnung nicht auf: "Wenn sie irgendwas wissen oder ihn sehen, dann rufen Sie bitte sofort die Polizei an. Wir sind um jeden Tipp und jede Hilfe dankbar", sagt Rosalba Fera. "Wenn Sie den Mann sehen, sprechen sie ihn bitte an und versuchen Sie, bei ihm zu bleiben, bis die Polizei kommt", so die Nichte. Auch wenn er schroff reagiere, solle man bei ihm bleiben.


Der 63-Jährige wurde am Montagnachmittag zusammen mit einem anderen Mann am Kiosk "Bootssteg" in der Sulzer Innenstadt gesehen. Danach verliert sich seine Spur zunächst. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Mann vielleicht in den Neckar gefallen sein könnte. Fakt ist, dass bereits Flussufer sowie Überläufe abgesucht wurden – allerdings ohne Ergebnis.

Nach Bekanntwerden des Verschwindens war am Dienstag ein Man-Trailer-Hund der Polizei im Einsatz. Dieser hatte zwar eine Spur des 63-Jährigen gefunden, diese im Laufe des Tages aber wieder verloren. Deshalb, so Polizeipressesprecher Thomas Kalmbach, sei die Suche zunächst wieder eingestellt worden.

Am Donnerstagnachmittag kamen nun erneut Man-Trailer-Hunde der Polizei zum Einsatz, da auch der Einsatz des Hubschraubers nicht erfolgreich war. Die Familie fragt sich, wieso der Polizei-Hubschrauber nicht schon am Dienstag nach dem Vermissten gesucht habe und warum keine Hundestaffel eingesetzt wurde. "Die Polizei hat gesagt, es sei wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", so Rosalba Fera. Die Angehörigen machen sich große Sorgen um den vermissten Mann.

Der 63-Jährige, der im Haus der Betreuung und Pflege in der Straße am Stockenberg untergebracht war, hat gesundheitliche Probleme und ist auf Medikamente angewiesen. Ohne diese könne er einen lebensgefährlichen Anfall bekommen, sagt seine Schwester. Wegen einer beginnenden Demenz sei der Mann außerdem verwirrt, so die Schwester. Die Polizei geht deshalb von einer gesundheitlichen Gefährdung aus.

Warum der Mann sich auf den Weg gemacht habe, wissen seine Angehörigen nicht. Sie sahen ihn zum letzten Mal bei einer Familienfeier am vergangenen Samstag. In dem Heim wohnt er seit über zwei Jahren. Zuletzt wurde der Vermisste am Mittwoch gegen 18.30 Uhr in Vöhringen-Wittershausen gesehen. Da habe er ein rotes T-Shirt, Schlappen und eine Brille getragen. Er ist etwa 1,70 Meter groß, von kräftiger Statur und hat eine Rundglatze.

Das für den Fall zuständige Kriminalkommissariat in Freudenstadt bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 07441/53 60. Hinweise nehmen auch der Polizeiposten Sulz, Telefon 07454/ 9 27 46, sowie das Polizeirevier Oberndorf, Telefon 07423/8 10 10, entgegen.

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