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Sulz a. N. Umbau bei laufendem Betrieb geplant

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Das Haus der Betreuung und Plfege Am Stockenberg wird umgebaut. Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Das Haus der Betreuung und Pflege Am Stockenberg wird im laufenden Betrieb umgebaut. Die Landesheimbauverordnung schreibt für die Pflegeeinrichtungen Einzelzimmer vor. Das wird nun ab Januar 2021 umgesetzt.

Sulz. Der Sulzer Gemeinderat hat sich bei seiner jüngsten Sitzung mit dem Bauantrag der Dieter Conle Wohnungsbauverwaltung GmbH und Co KG befasst. Im Haus der Betreuung und Pflege wird es demnach grundlegende Veränderungen geben. Die Verwaltung, bisher im Erdgeschoss, zieht nach unten, wo sich die Küche befindet. Die Einzelzimmer verteilen sich auf vier Geschosse. Umbaumaßnahmen sind auch im alten Schwesternheim geplant. Dort wird die Eingliederungshilfe für psychisch Kranke untergebracht. Das Umbauprojekt, das sich über sieben Jahre erstrecke, koste mehrere Millionen Euro, teilt Einrichtungsleiterin Beate Herrmann im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Eine Folge wird sein, dass sich die Pflegeplätze von derzeit 126 auf 85 bis 90 verringern. Bei der Eingliederungshilfe werden es künftig 35 Plätze, zehn mehr als bisher, sein.

Dass wegen der Reduzierung der Pflegeplätze Personal entlassen wird, schließt die Heimleiterin aus, zumal einige Angestellte bald in Rente gingen. Momentan sind 130 Mitarbeiter beschäftigt, davon 80 in der Pflege.

Bei dem akuten Fachkräftemangel hat Beate Herrmann auch schon mal an einen Roboter gedacht. In einigen Heimen wird "Robi" bereits eingesetzt. Den hätte sie gern mal im Haus ausprobiert. "Corona hat uns aber ausgebremst", bedauert sie. Der Roboter kann mit Heimbewohnern unter anderem spielen und singen. "Mir würde es gefallen. Man muss mit der Zeit gehen", verschließt sich Beate Herrmann keineswegs der Zukunftstechnik. Eines darf der Roboter jedoch nicht: eine Arbeitskraft einsparen. Er könne nur zusätzlich eingesetzt werden. Aber das sei auch eine Kostenfrage.

In der Pflege wird zunehmend moderne Technik genutzt. Eine Erleichterung sei die digitale Pflegedokumentation. Beim geplanten Umbau werden die Zimmer mit Medienwand und Internetanschluss ausgestattet.

Über die Einzelzimmer-Vorschrift für Heime werden nicht alle Bewohner glücklich sein, glaubt Beate Herrmann. Wie solle beispielsweise Ehepaaren erklärt werden, dass sie nicht mehr in einem Doppelzimmer wohnen dürften. Eine Wahlmöglichkeit werde es nicht geben. Es fehlten außerdem Pflegeplätze. "Wir bekommen jeden Tag Anrufe. Es wird nicht besser", erklärt Bianca Weinmann, die im Haus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Momentan machen die Heime wegen der Corona-Pandemie eine schwere Zeit durch. Beate Herrmann hat immer noch schlaflose Nächte aus Angst, dass Bewohner infiziert werden könnten. Nachdem das Virus in einer Sulzer Pflegeeinrichtung festgestellt worden war, ist das Haus der Betreuung und Pflege Am Stockenberg als erstes Pflegeheim im Stadtgebiet getestet worden. "Das war spannend", so Beate Herrmann. Umfassende Maßnahmen mussten getroffen werden. Die Heimleiterin ist richtig stolz auf ihre Mitarbeiterinnen, die die Hygienemaßnahmen alle "super" beachten.

Die Krise hat auch den Zusammenhalt gestärkt. "Wir hatten sogar weniger Krankmeldungen als bei der starken Grippewelle 2019", sagt Bianca Weinmann.

Inzwischen sind wieder Besuche von Angehörigen auf der Terrasse oder im Café Ambiente möglich. Die Termine würden angenommen. Plastikschürzen, Mundschutz und Spuckschutz sind vorgeschrieben. Eine Mitarbeiterin achtet darauf, dass die Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Die Angehörigen seien froh über die Besuchsmöglichkeit. Die meisten hätten auch Verständnis für die Einschränkungen. Besonders schwierig ist die momentane Situation für Menschen mit Demenz: Sie bräuchten Umarmungen und Berührungen. Das geht nach wie vor nicht.

Wohngruppen dürfen sich im Haus, bei Einhaltung der notwendigen Abstände, wieder treffen. Mutter- und Vatertagscafé und Konzerte auf der Terrasse sorgten für Abwechslung. "Wir versuchen im machbaren Rahmen, auf Normalbetrieb umzustellen", erklärt Beate Herrmann. Doch bis es wieder so sein kann wie vor Corona, wird noch einige Zeit vergehen.

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