Der Fischinger Sportplatz steht ganz unter Wasser. Foto: Steinmetz

Feuerwehr im Hochwassereinsatz. Häuser in Mühlheim und Renfrizhausen mit Sandsäcken gesichert.

Sulz/Dornhan - Die starken Regenfälle und die Schneeschmelze von Samstag auf Sonntag ließen Neckar, Mühlbach und Glatt über die Ufer treten. Besonders betroffen waren Mühlheim, Renfrizhausen und Fischingen.

Den ersten Hochwassereinsatz hatte die Feuerwehr nach Auskunft von Stadtbrandmeister Eugen Heizmann allerdings in Sulz am Samstag gegen 20 Uhr. An einem Gebäude auf der Schillerhöhe war der Abfluss eines Gebäudes verstopft. Der Keller stand mehrere Zentimeter unter Wasser.

Der nächste Alarm kam aus Renfrizhausen. Dort mussten an neuralgischen Punkten Sandsäcke ausgebracht werden, um Häuser zu schützen. Kritischer war es in Mühlheim. Dort gab es in der Ortsmitte Überschwemmungen. Das Wasser auf der Straße stand, wie Abteilungskommandant Thorsten Schlotterbeck berichtet, bis zu 30 Zentimeter hoch. Auch hier mussten mit Sandsäcken Häuser abgeschottet werden. Die Mühlheimer Feuerwehrabteilung war von 23.45 bis 4 Uhr im Einsatz. Gestern gegen 10 Uhr war die Gefahr vorbei. Um diese Zeit waren die Feuerwehrmänner bereits wieder auf den Beinen, um die Sandsäcke ins Magazin zurückzubringen.

Auch nach dem Gewittersturm im Sommer vergangenen Jahres hat es im Mühlbachtal Probleme gegeben. "Das muss man beobachten", sagt Stadtbrandmeister Heizmann. Das Sommer-Hochwasser kam plötzlich, diesmal habe man aber mehr Zeit gehabt, um Schutzvorkehrungen zu treffen. Schäden konnte Heizmann kaum feststellen.

In Fischingen stand der komplette Sportplatz unter Wasser. Auch am Ortsausgang Richtung Neckarhausen wurden Flächen überschwemmt. Einige Holzlagerplätze standen im Wasser, ebenso der Kanu-Verleih. Überschwemmungsgefahr für Kindergarten und Schule bestand jedoch nicht. "Es war schon schlimmer", meint ein älterer Fischinger, "aber so hoch war das Wasser schon lange nicht mehr."

Die Vorlandabgrabungen in Hopfau haben ihre erste Bewährungsprobe bestanden. Die Glatt bereitete lediglich in Bettenhausen und in Leinstetten Sorgen. Die Feuerwehr in Dornhan wurde gegen 20 Uhr vorgewarnt, rückte dann aber erst gegen Mitternacht aus. Sie baute in den beiden Ortschaften im Glatttal den Hochwasserschutz auf. In Bettenhausen sei das Bachbett bis zur Straßenkante voll gewesen, teilt Stadtkommandant Frank Pfau mit. Überschwemmungen blieben zwar aus, aber, so Pfau, "es war hart an der Grenze." Die Feuerwehrmänner halfen bei ihrem Einsatz, der bis 2.30 Uhr dauerte, noch EnBW-Mitarbeitern, zwei Tauchpumpen in Gang zu bringen. Ins Kraftwerk war Grundwasser eingetreten.

Am Sonntag war wieder schönes Wetter. Bei älteren Fischingern kursiert übrigens das Sprichwort: "Wenn die Sonne ins Hochwasser scheint, kommt wieder eins."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: