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Sulz a. N. Sohle ausbaggern wäre Tod der Fische

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Daniel Elsässer (links vorne) zeigt auf der Karte, wo Hochwasserschutzmaßnahmen am Neckar geplant sind. Mit auf dem Bild von links: Lothar Konrad, Gerhard Mutschler, Klaus Schätzle, Peter Beiter, Karl Wezel, Georg Sinz und Jürgen Huber Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Eine Gewässeruntersuchung im vergangenen Jahr war ein erster konkreter Schritt, weitere sollen folgen, um die Wasserqualität des Neckars zwischen Oberndorf und Horb zu verbessern.

Sulz/Oberndorf/Horb. SPD-Stadtrat Klaus Schätzle hatte Vertreter der Fischereiverbände Oberndorf, Sulz, Fischingen und Horb in die Bäckerei Schwind im Bahnhofsgebäude eingeladen. Ebenfalls gekommen war Karl Wezel aus Mühlheim, der sich sehr intensiv mit den Autobahnabwässern befasst hat.

Referent war Daniel Elsässer vom Regierungspräsidium Freiburg, der für den Hochwasserschutz am Neckar zuständig ist. Die Fischer haben Interesse daran zu wissen, was geplant ist, um Gewässerschutzmaßnahmen zu koordinieren. Sie haben vor allem ein Problem mit mangelnder Beschattung, nachdem unter anderem die Bahn an der Strecke entlang viele Bäume gefällt hat. Das führte, wie Peter Beiter, Vorsitzender des Sportangelvereins Oberndorf und Vorsitzender des Kreisfischereiverbands, und Gewässerwart Lothar Konrad deutlich machten, zur Gewässererwärmung und Algenbildung.

Als Biologielehrer am Albeck-Gymnasium Sulz hat Gerhard Mutschler erstmals vor 40 Jahren mit Schülern den Neckar untersucht. Ende der 1970er-Jahre, erklärte er, sei die Wassergüte, gemessen an den Kleinlebewesen, sehr schlecht gewesen, besserte sich dann durch den Kläranlagenbau, ging aber jetzt wieder auf den Stand vor vier Jahrzehnten zurück.

Das Regierungspräsidium Freiburg ist für den Hochwasserschutz bis Fischingen zuständig. Noch steht allerdings nicht fest, welche konkreten Maßnahmen umgesetzt werden. In Fischingen könnten dies Mauern und Dämme sein, eventuell auch eine Flutmulde. Das werde noch ein hydraulisches Modell zeigen. Falls die Mulde angelegt werde, müsste man zusammen mit den Fischern schauen, wie sie aussehen könnte und was an den Ufern machbar wäre. Ein anderer Aspekt, den der Fischinger Jürgen Huber ansprach, ist, den Neckar für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Für die Gestaltung sei aber nicht das Regierungspräsidium, sondern die Stadt zuständig, sagte Elsässer.

Für Sulz stellte er im Staubereich an der Waldhornbrücke so gut wie keine ökologischen Maßnahmen in Aussicht. Allenfalls könnte man einige Bäume pflanzen, sofern diese nicht in Konflikt mit dem Hochwasserschutz kämen.

Ob die Sohle abgegraben wird, steht noch nicht fest. Eine Absenkung wäre nicht im Sinne der Fischer: "Wenn man ausbaggert, ist es der Tod der Fische bis Fischingen", befürchtet der Gewässerwart des Angel- und Naturschutzvereins (ANV) Sulz, Uwe Brettschneider. Ursache dafür wären sich absetzende Schwebstoffe, die allerdings auch von der Kläranlage ausgingen. Brettschneider hat beobachtet, dass am unteren Wehr die Kleinfische ausbleiben.

Nach Auskunft von Elsässer werde zwischen Sulz und Aistaig gegen ökologische Maßnahmen am Ufer geklagt, obwohl nichts Weltbewegendes geplant sei. Für Aistaig gebe es zum Hochwasserschutz ein "Ideenkonzept": Ein Büro suche nach Lösungen. Für Oberndorf sieht das Regierungspräsidium nur eine Maßnahme beim Umspannwerk und der Tankstelle vor. Eine Mauer soll hier gebaut werden, jedoch weit weg vom Ufer, um noch etwas für Gewässerschutz zu tun. Aufgrund alter Verträge falle der Hochwasserschutz ansonsten in die Zuständigkeit der Stadt. In Altoberndorf sei noch ein Hochwasserschutzprojekt geplant. Elsässer versicherte den Fischern, dass sie sich immer einbringen könnten. "Wir wollen Geld in die Hand nehmen, aber wir brauchen das Okay für Baumpflanzungen", meinte Brettschneider.

Für die Verschlechterung der Gewässergüte führte Karl Wezel noch andere Gründe an. Regenüberlaufbecken seien bei Starkregen schnell voll. Überläufe gingen ungeklärt in den Neckar und den Mühlbach. Hinzu kämen Einleitungen und vor allem das Oberflächenwasser der Autobahn. Der Inhalt der mit auf Initiative von Wezel gebauten Sandfilter in Mühlheim werden als Sondermüll entsorgt. Wezel glaubt, dass sich der Fischbestand im Neckar weiter dezimieren werde.

Um nun weiter voranzukommen, meinte Gerhard Mutschler, müsste der Neckar genauer untersucht werden, nicht nur im Hinblick auf Lebewesen, sondern auch auf Schadstoffe. Und das möglicherweise über ein ganzes Jahr hinweg, wie Jürgen Huber ergänzte. Die Gewässerwarte bekamen den Auftrag, ihre Forderungen für den Gewässerschutz aufzuschreiben. Karl Wezel wird sich um die Autobahnabwässer kümmern. Das nächste Treffen wurde für den 13. Februar, 16 Uhr, im Café Blass vereinbart.

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