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Sulz a. N. Schwabe mit europaweiter Wirkung

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Experten in Sachen Prälat Magnus Friedrich Roos (von links): Hans-Dieter Frauer, der in Sulz einen Vortrag über den berühmten Sohn der Stadt hielt, mit Elfriede und Hermann Roos, dem Urururenkel des Prälaten. Foto: Priotto

Sulz - Für seine Zeit war Magnus Friedrich Roos ein veritabler Beststeller-Autor: Seine mehr als 60 Werke wurden in sechs Sprachen übersetzt. Das "Christliche Haus-Buch" (1783) stand etwa in Schweden in jedem fünften Haushalt. Hierzulande ist der Verfasser pietistischer Schriften jedoch ziemlich in Vergessenheit geraten. Dabei stammte der bodenständige Prälat aus Sulz. Daran erinnert hat der Herrenberger Historiker Hans-Dieter Frauer am Sonntag in einem Vortrag, den rund 30 Zuhörer im evangelischen Gemeindesaal hörten.

Geboren wurde Magnus Friedrich Roos am 6. September 1727 im Pfleghof (heute: Sonnenstraße 13), wo sein Vater Christoph Friedrich Roos vom Alpirsbacher Kloster als Verwalter eingesetzt war.

Die Eltern erkannten die Begabung des Jungen und schickten ihn nach der Konfirmation nach Rosenfeld, wo ihn ein Lehrer auf das Landexamen vorbereitete. An den Klosterschulen in Blaubeuren, Bebenhausen sowie am Württembergischen Stift in Tübingen vertiefte Roos danach seine theologischen Studien.

Vikarsstellen hatte Magnus Friedrich Roos in Derendingen, Calw, Owen und Stuttgart, bevor er in Göppingen seine erste Pfarrei übernahm. Danach wirkte er in Lustnau und wurde schließlich Prälat in Anhausen/Brenz. In der kleinen Gemeinde fand Magnus Friedrich Roos viel Zeit zum Lesen und Schreiben. Er unterhielt einen regen Briefwechsel mit leitenden pietistischen Größen seiner Zeit, mit denen er sich über die Bibel austauschte. Mehr als 60 geistliche Schriften entstammen seiner Feder, darunter das "Christliche Haus-Buch", das in vielen Haushalten ein Stand­ardwerk war.

Mit seinem Wirken prägte Roos das geistliche Leben Württembergs maßgeblich. Große Bekanntheit erlangte der Pietist indes vor allem in Schweden und Großbritannien, wo nebenkirliche Frömmigkeit bis 1858 verboten war, weshalb der Pietismus sich im Norden nicht entfalten konnte. Die Bücher von Magnus Friedrich Roos konnten aber gedruckt werden.

Roos’ Leben verlief unaufgeregt und bodenständig, "aber nicht langweilig", wie Frauer in seinem Referat betonte. Der Prälat galt als lebendiger und selbstständig denkender Geist, dessen Gesprächs- und Andachtsbücher vielen Menschen als Lebenshilfe dienten.

Geblieben sind aber nicht nur die Schriften des im Jahr 1803 in Anhausen gestorbenen Prälaten: Aus zwei Ehen entstammen fünf Kinder. Einer der Nachkommen, Roos’ Urururenkel Hermann Friedrich Roos, war bei dem Vortrag ebenfalls zu Gast und stiftete der Stadtkirche ein Gästebuch, das nun beim Epitaph im Chor ausliegt. Dieses Denkmal ist neben einer Tafel an Roos’ Geburtshaus die einzig sichtbare Würdigung der Stadt für ihren berühmten Sohn. Der Förderverein "Freundeskreis Prälat Magnus Friedrich Roos" hält die Erinnerung jedoch lebendig.

Weitere Informationen: www.magnus-friedrich-roos.de

 
 

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