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Sulz a. N. Schon 154-mal ging er zur Blutspende

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Karl-Heinz Sessler bei seiner 154. und letzten Spende. Foto: Graf Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz-Bergfelden. Seine letzte Blutspende hat Karl-Heinz Sessler am 31. Juli abgegeben. Es war seine 154. Spende. Eigentlich könnte er damit ab Ende September erneut spenden, doch in der Zwischenzeit ist er 73 geworden und darf daher nicht mehr zur Blutspende gehen.

Und er hätte sogar noch mehr geschafft, wenn nicht im Januar und Februar viele Blutspendeaktionen wegen Corona ausgefallen wären. Und auch die eigene Gesundheit stand manchmal im Weg: "Ich habe acht größere Operationen gehabt und musste jedes Mal ein halbes Jahr aussetzen", berichtet Sessler. Ebenfalls war die Arbeit ein Hindernis: "Ich war über 25 Jahre Schichtarbeiter in der Spätschicht und konnte nur Spenden gehen, wenn ich mal Frühschicht hatte." Deshalb habe er dann meist weiter fahren müssen, um an den entsprechenden Tagen eine Blutspendeaktion zu finden.

Doch was trieb ihn an, solch einen Aufwand auf sich zu nehmen? Zum ersten Mal Blut gespendet habe er 1967 als Soldat bei der Bundeswehr, damals noch gegen Geld, um seinen Sold aufzubessern. Fünf- oder sechsmal habe er auf diese Weise als Soldat gespendet. In der Liste seiner 154 Spenden sind diese gar nicht mitgerechnet.

1978 habe er dann angefangen, sein Blut unentgeltlich abzugeben. Nun sei nicht mehr das Geld, sondern das Bedürfnis zu helfen sein Antrieb gewesen. "Ich hatte mehrere längere Krankenhausaufenthalte durch meine OPs und habe gesehen, dass da viel Blut gebraucht wird."

Gleichzeitig leide er auch unter Bluthochdruck und habe sich nach jeder Spende besser gefühlt, so, als habe er Druck abgelassen. Allerdings: "Ob das medizinisch seine Berechtigung hat, kann ich nicht sagen", so Sessler.

Und auch das reichhaltige Essen, das bei den Aktionen serviert wurde, sei ein Anreiz gewesen. "Ich bin gerne nach Aichhalden gegangen, da gab es Schnitzel und Kartoffelsalat", schwärmt Sessler. Doch wegen Corona würden derzeit nur noch Vesperpakete den Spendern mitgegeben. "Früher gab es sogar noch Bier und Rotwein", erinnert er sich an seine ersten Spenden in Sulz. Medizinisch sei das aber wohl eher kontraproduktiv gewesen, meint er lachend.

Wer sich bisher noch nicht getraut hat, zum Blutspenden zu gehen, dem legt Sessler nahe, es zu versuchen: "Ich würde es jedem empfehlen." Und wer unsicher sei, dem empfiehlt er, eine Begleitperson mitzunehmen, zum Beispiel einen Freund oder einen Elternteil. Er selbst habe schon seine Enkelin auf diese Weise ermutigt.

Unklar ist noch, wann Sessler für seine 150. Spende ausgezeichnet werde. Diese hat er schon im November 2019 abgegeben, allerdings seien bereits im September die Daten für die Ehrungen erhoben worden, so dass Sessler damit rechnet, erst im kommenden November oder Oktober ausgezeichnet zu werden. Allerdings könnte er dann nicht persönlich erscheinen, weil er in diesem Zeitraum zur Reha muss.

Doch schon vorab lobt Eberhard Weck vom DRK: "150 Spenden ist selten. Das ist eine ganz tolle Leistung" Sessler sei einer von nur neun Blutspendern im Landkreis, die es geschafft hätten, mehr als 150-mal zu spenden.

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