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Sulz a. N. Pralles Leben und menschenleere Städte

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In der Sulzer Stadthalle ist gestern die Ausstellung mit Skulpturen und Bildern eröffnet worden. Von links: Manfred Zach, Karl-Henning Seemann, Norbert Stockhus und Bürgermeister Gerd Hieber. Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marzell Steinmetz

Sulz. Nicht zum ersten Mal befindet sich Kunst im Backsteingebäude. In der neuen Stadthalle ist es aber eine Premiere: Gestern wurde die Ausstellung mit Skulpturen von Karl-Henning Seemann und Bildern von Norbert Stockhus eröffnet.

Ein Figurenpark ist vor dem Backsteingebäude errichtet worden. Weitere kleinere Plastiken des Bildhauers Seemann sind im Foyer zusammen mit den Bildern von Stockhus ausgestellt. "Das Gescheiteste, das ich seit langem gesehen haben", meinte ein kunstsinniger Horber zu dieser Kombination bei der Vernissage, zu der Bürgermeister Gerd Hieber am Sonntagvormittag rund 200 Besucher begrüßte.

Welche Möglichkeiten das Backsteingebäude für die Kunst bietet, hat der Glatter Künstler und Ausstellungsmacher Norbert Stockhus schon vor Jahren erkannt. Mit auf seine Initiative hin fand hier 2006 der Hauptteil der Ausstellung des Künstlerbunds Baden-Württemberg statt. Mit der jetzigen Skulpturen- und Bilderausstellung habe die Stadt Sulz den Backsteinbau für eine "neue kulturelle Dimension geöffnet", sagte Manfred Zach, der bei der Ausstellungseröffnung die Einführungsrede hielt

Eines haben Seemann, gebürtig 1934 in der Hansestadt Wismar, und Stockhus, der im westfälischen Lemgo 1948 geboren wurde, gemeinsam: Sie sind baden-württembergische Künstler mit "schwäbischem Migrationshintergrund". Dazu rechnet sich auch Zach, der "Ghostwriter" des früheren Ministerpräsidenten Lothar Späth und Buchautor, als gebürtiger Niedersachse. Er stellte die beiden Künstler vor, etwas ausführlicher Karl-Henning Seemann, der in Sulz bei weitem nicht so bekannt ist wie Norbert Stockhus. Beide haben übrigens noch eine Gemeinsamkeit: Ihre Kunst ist gegenständlich.

Seemann stelle Menschen und Tiere in bestimmten Situationen dar, erklärte Zach. Durch die auf dem Vorplatz des Backsteingebäudes aufgestellten lebensgroßen Figuren könne sich der Betrachter von der Körperlichkeit erdrückt fühlen. Das scheine das pralle Leben zu sein. Zach: "Und irgendwie kommen einem die Typen ja alle bekannt vor – der Griesgrämige, der Streitlustige, der Angeberische, die Geschäftige, die Niedergedrückte". Allerdings warnte er vor einem zu schnellen Urteil: Die eigentlichen Ausdrucksträger seien nicht die Gesichter der Figuren, sondern die in den "Körpern innewohnenden Bewegungsimpulse". Um Bewegung und Dynamik geht es Seemann auch, und, wie etwa die Artisten-Plastik oder der "kretische Stiersprung" vor dem Eingang des Backsteingebäudes vermitteln, die Überwindung der Schwerkraft. Um was sich wohl die "Tauzieher" auf dem Bahnhofsvorplatz streiten? Entweder um die ICE-Verbindung Stuttgart-Zürich oder um die Fildertrasse im Rahmen Stuttgart 21, vermutete Zach.

Die Figuren stellen den Kontrast dar zu Stockhus in, so Zach, "meisterlicher Perfektion" gemalten Landschaften und menschenleeren Städten. Die Bilder seien real und irreal zugleich und damit auch von einer "verstörenden Vertrautheit", die sich bei genauerem Hinsehen einstellt. Das konnte Zach den Vernissage-Besuchern auch nur empfehlen, beispielsweise bei den Stadtporträts von Sulz und Horb. Da versinke die Horber Unterstadt in trüben Neckarwellen, und das ehemalige Sulzer Krankenhaus, heute ein Alten- und Pflegeheim, zeige sich als schmuck-bemooste Ruine. Zach erkennt in Stockhus Bildern eine "deutliche Zivilisationskritik", andererseits sei der Maler aber auch ein "Weltenschöpfer", den es dazu dränge, Übergänge und Wandlungen von der unbelebten zur belebten Natur zu erfinden.

u Die Ausstellung Karl-Henning Seemann (Skulpturen) und Norbert Stockhus (Bilder) ist im Backsteingebäude bis 6. Januar 2013 zu sehen, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

 
 

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