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Sulz a. N. Partylärm hält Holzhausener wach

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Zumindest am Montag wirkt der Grillplatz aufgeräumt. Zum Vandalismus kam es wohl diesmal nicht. Foto: Beyer

Sulz-Holzhausen - Erneut wurden die Holzhausener in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch Partylärm wachgehalten. Der schon mehrfach im Ortschaftsrat diskutierte Pfingstbrunnen scheint dabei allerdings nicht das einzige Problem zu sein.

"Furchtbar, ich mache das nicht länger mit", schimpft eine Anwohnerin am Ortsrand, auf die Nacht auf Sonntag angesprochen. Die lauten Bässe der Musik seien bis ungefähr 2.30 Uhr zu hören gewesen. "Erst um drei Uhr konnte ich wieder einschlafen."

Solche Fälle scheinen sich in letzter Zeit zu wiederholen. Erst vor zwei Wochen habe es eine ähnlich laute Party gegeben, ebenso vor vier Wochen, berichtet die Anwohnerin. Ein anderer Nachbar hat den Eindruck, dass die Anzahl dieser Feiern in jüngster Zeit zugenommen hat, wohl auch wegen Corona. "Dieses Jahr sind es mehr, vermutlich weil mehr Leute daheim geblieben sind."

Keine Leute aus dem Ort?

Fast hätte sie sogar die Polizei gerufen, berichtet die Anwohnerin, habe dann aber doch davor zurückgeschreckt, weil sie fürchtete, dann alles ausführlich zu Protokoll geben zu müssen. Untätig bleiben will sie aber nicht: "Ich werde es noch auf dem Rathaus melden, dass es so nicht weitergeht."

Sie vermutet, dass es wahrscheinlich keine Leute aus dem Ort sind, die immer wieder die Nachbarschaft wachhalten. Denn vor den Partys habe sie viele Autos mit Tübinger und Esslinger Nummernschildern gesehen. "Die aus der Stadt wollen raus aufs Land, aber wir wollen den Krach auch nicht haben."

Von den Häusern am Ortsrand lassen sich die Partys zwar hören, allerdings verdecken Bäume die Sicht. Deshalb weiß niemand so genau, wo die Feier stattgefunden hat. Manche vermuten den Pfingstbrunnen, der schon öfters Thema im Ortschaftsrat war, andere dagegen einzelne Grundstücke in den Schrebergärten als Ursprungsquelle des Lärms.

Party war angemeldet

Andere berichten, dass am Wochenende zwei Partys stattgefunden haben, eine am Pfingstbrunnen und eine in den Schrebergärten. Dabei hätten die Feiernden möglicherweise versucht, sich mit der Lautstärke der Musik gegenseitig zu übertrumpfen, so die Vermutung eines Anwohners. Jedenfalls herrscht unter den Befragten Einigkeit, dass die regelmäßige Lärmbelästigung nicht nur vom Pfingstbrunnen ausgeht, sondern immer wieder auch auf einzelnen angrenzenden Grundstücken lautstark gefeiert wird.

Auf Nachfrage bestätigt das Ordnungsamt, dass es am Pfingstbrunnen einen Party gab, die auch angemeldet und genehmigt war. Allerdings: "Die Lärmbelästigung ging nicht vom Pfingstbrunnen aus, sondern von den Krautländern." Möglicherweise seien aber auch die Feiernden am Pfingstbrunnen von der Polizei aufgefordert worden, die Musik etwas leiser zu drehen.

Dieter Popp, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Konstanz, berichtet hingegen von nur einer Feier, die am Grillplatz stattgefunden habe. Um 22.54 Uhr sei eine Streife vor Ort gewesen und habe, wie in solchen Fällen üblich, die Feiernden "unmissverständlich zur Ruhe ermahnt". Hätte es eine erneute Beschwerde durch Anwohner bei der Polizei gegeben, hätten die Feiernden mit einer Anzeige wegen Ruhe­störung und einem Platzverweis rechnen müssen. Doch einen zweiten Anruf habe es nicht gegeben und somit auch keinen Grund, die Streife noch mal vorbeizuschicken.

Kontrollen am Grillplatz

Ein solcher Anruf sei auch nicht mit bürokratischen Komplikationen verbunden, wie von einer Anwohnerin befürchtet. Beim Telefonat würden nur die Personalien aufgenommen. Danach müsse sich der Anrufer nicht mehr um die Angelegenheit kümmern. Auch im Text der Anzeige komme der Name des Anrufers nicht mehr vor, da sich die Polizisten vor Ort selbst ein Bild machen könnten. "Wenn so etwas ist, sollte man die Polizei anrufen. Das ist auch kein Anschwärzen", meint Popp.

Bei der Polizei weiß man um die Problematik vor Ort: "Uns wurde auch schon über die Ortsverwaltung mitgeteilt, dass es dort öfters Ruhe­störungen gibt, daher kontrollieren wir öfters." Doch man müsse berücksichtigen, dass die Polizei auch zu anderen Einsätzen müsse und das Personal gerade am Wochenende begrenzt sei. "Die Polizei kann nicht permanent die Grillstelle besetzen."

Die Feiern grundsätzlich unterbinden könnte hingegen nur das Bürgermeisteramt, so Popp. Doch an einem öffentlichen Grillplatz sei das kaum umsetzbar. Auch die Anwohner fordern kein grundsätzliches Verbot der Partys. "Ich will keinen Streit haben, bis zwölf Uhr kann man die Musik noch hinnehmen, ab zwölf Uhr sollte sie dann aber leiser gedreht werden", meint eine Anwohnerin. Ein anderer Anwohner erklärt: "Ich habe nichts gegen die Jugend, wenn es bei Ausnahmen bleibt." Auch er meint: "Wenn ab zwölf Uhr der Bass etwas runtergeschraubt wird, wäre es erträglich."

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