Festakt in der neuen Sulzer Stadthalle: Besucher beeindruckt vom Ergebnis.
Sulz - "Schön, klasse, unglaublich": Die ersten Besucher der neuen Sulzer Stadthalle waren stark beeindruckt. Gestern Abend beim Festakt haben die Architekten Annette Stiehle und Helmuth Lange mit dem Schlüssel ein gelungenes Werk übergeben.
Bürgermeister Gerd Hieber begrüßte zur Einweihung der Stadthalle im Backsteinbau neben den Landtagsabgeordneten Stefan Teufel, Dieter Kleinmann und Landrat Wolf-Rüdiger Michel Vertreter der Wirtschaft, Behörden, Schulen, Vereine und Kirchen. Eingeladen waren auch ehemalige Beschäftigte der Buntweberei und der Bundeswehr.
Über das Backsteingebäude in den vergangenen zwölf Jahren könnte man ein Buch schreiben, sagte Hieber bei seiner Festrede. Er beschränkte sich jedoch auf einige Stichworte.
Wegweisend war das 2003 vom Gemeinderat beschlossene Konzept, für Sport und Kultur getrennte Hallen zu bauen. Ausgerechnet die Wirtschaftskrise hat den Bau der Stadthalle dann beschleunigt. Land und Bund legten ein Konjunkturprogramm auf. Die Stadt erhielt Zuschüsse von rund 2,3 Millionen Euro. Allerdings mussten bei der schlechten Haushaltslage die städtischen Eigenmittel von zwei Millionen Euro fremd finanziert werden.
Die Stadthalle selbst kostet 4,8 Millionen Euro, der Ausbau des Erdgeschosses nochmals mehr als eine Million Euro. Diesen Kosten stünden jedoch langfristige Mieteinnahmen gegenüber.
Hieber ist überzeugt, dass die Stadthalle nun das Veranstaltungsangebot der Stadt beleben wird. Damit sei die Einrichtung aber auch ein Wirtschaftsfaktor: "Erste Buchungen aus dem Wirtschaftssektor belegen die Richtigkeit dieser Einschätzung". Auch für andere Veranstaltungen sei die Nachfrage bereits groß. Wenn auf Bestuhlung verzichtet wird, fänden bis zu 1400 Menschen in der Stadthalle Platz. Bei Konzertbestuhlung könnten noch 756 Besucher in die Halle eingelassen werden.
Die Fördermittel seien im Backsteinbau gut angelegt, sagte Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Hier sei ein zentraler Ort mit "pulsierenden Funktionen" entstanden.
Für die Architekten war es eine Herausforderung, einen Industriebau zu einer Stadthalle umzufunktionieren. "Es war ein langer Weg", stellte Annette Stiehle fest. Die Planung begann bereits 2003. Grundidee war bei der Gestaltung, den industriellen Charakter des Gebäudes zu erhalten. Aus der Textilfabrik wurde so eine Kulturfabrik.
Museumsleiter Cajetan Schaub machte mit den Gästen eine "Zeitreise zur Geschichte der Buntweberei" (wir berichten noch). Musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Streichquartett der Karg-Elert-Musikschule, der Stadtkapelle unter der Leitung von Bruno Eisele sowie dem Chor des Albeck-Gymnasiums, der Höhepunkte aus dem "Tanz der Vampire" darbot.