Ein warmes Willkommen bereiteten die Immendinger den Daimler-Vertretern vergangene Woche. Foto: Steinmetz

Einige CDU-Mitglieder bedauern, dass Immendingen Favorit für Daimler-Prüfzentrum ist.

Sulz - Keine Sitzung, bei der nicht irgendwann das Thema Daimler zur Sprache kommt – dies galt auch für die Versammlung des CDU-Stadtverbands am vergangenen Freitag. Dabei wurde der auch über die am Mittwoch gefallene Entscheidung Daimlers, sich auf den Standort Immendingen zu konzentrieren, diskutiert.

Herwart Kopp bedauerte, dass damit "eine große Chance für Sulz begraben werden" müsse. Keinesfalls abgeschlossen sei für ihn damit aber das Thema regionales Gewerbegebiet, betonte der frischgekürte Ehrenvorsitzende der Sulzer CDU, denn die demografische Entwicklung und der Bevölkerungsrückgang würden auch an Sulz nicht spurlos vorübergehen, prognostizierte der 69-Jährige. Er kündigte an, deshalb künftig die vor wenigen Tagen in Mühlheim neu gegründete "Initiative pro Wirtschaftsstandort Sulz" unterstützen zu wollen, um in Sulz mehr Arbeitsplätze zu schaffen und somit die Einwohnerzahlen zu steigern.

"Wir haben eine große Chance vertan"

Ähnlich sah dies Robert Trautwein, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, innerhalb derer es allerdings eine geteilte Meinung zu den Daimler-Plänen gibt: "Wir haben eine große Chance vertan, denn es wäre viel drin gewesen für uns und unsere Region", sagte Trautwein. Gleichwohl zeigte er Verständnis für die Daimler-Entscheidung, das derzeitige Bundeswehrgelände in Immendingen zu favorisieren. Die Diskussionskultur in Sulz sei stark von Anfeindungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Testgeländes geprägt gewesen, kritisierte Trautwein.

Jetzt gelte es, weiter an den Plänen für ein regionales Gewerbegebiet festzuhalten. Positive Signale erhofft sich der Dürrenmettstetter Ortsvorsteher zudem vom interkommunalen Gewerbegebiet mit Vöhringen, für das beide Gemeinderäte kürzlich grünes Licht gegeben hatten.

Als "deprimierende Enttäuschung" beschrieb Hugo Bronner die Entscheidung Daimlers, dass Sulz nicht mehr erste Wahl für das Technologie- und Prüfzentrum Süd sei. "Sulz entgeht damit eine ganz große Chance", ist Bronner überzeugt. Nach dem mutmaßlichen Scheitern des Projekts will er sich dafür ebenso wie Herwart Kopp bei der "Initiative pro Wirtschaftsstandort Sulz" engagieren – in der Hoffnung auf Investoren, die im regionalen Gewerbegebiet viele zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen.

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