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Sulz a. N. Mit Respekt und auf Augenhöhe

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Michael Widmann von Koordinationsstelle für Flüchtlingsarbeit im Kirchenbezirk Sulz und Referent Arnd Brummer diskutieren mit einer Besucherin (von links). Foto: Schwind Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz. Der Journalist und Autor Arnd Brummer sprach am Mittwoch im evangelischen Gemeindehaus Sulz über "Migration, Flucht und Fluchtbewegungen". Er ist Chefredakteur und Herausgeber des Chrismon, einer monatlich erscheinende Zeitschrift der evangelischen Kirche.

Flucht habe es in der Geschichte der Menschheit immer gegeben, sagte Brummer. Er erklärte Flucht als Bewegung aus unterschiedlichen Gründen, sei es aus Armut, Vertreibung oder Arbeitslosigkeit. Hierbei unterschieden sich die Flüchtlinge von früher und heute nicht.

Viele Asylsuchende wollten nach Deutschland und müssten wegen ihres muslimischen Glaubens oder ihrer Hautfarbe gegen Vorurteile kämpfen. Der Referent erinnerte daran, dass viele Millionen Europäer – Iren, Italiener, Deutsche, Polen – in den vergangenen drei Jahrhunderten vor Hunger, religiöser und weltlicher Tyrannei unter anderem nach Nordamerika auswanderten. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten zugewandert und eingebürgert worden. Sie fühlten sich in ihrer neuen Heimat wohl. Zuwanderung sei kein neues Phänomen, sondern habe schon immer stattgefunden. Brummer ist sich sicher, dass Migrationen nur im Dialog erfolgreich abgeschlossen werden kann, und das auf Augenhöhe und mit dem notwendigen gegenseitigen Respekt. Die Asylsuchenden sollen nach Brummers Meinung nicht umgewöhnt werden, sondern ihre Talente als Bereicherung in die Gemeinschaft miteinbringen. Die drei Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe spielten dabei eine große Rolle. "Wenn sich Liebe und Gesetze nicht vereinbaren lassen, so sollen die Gesetze geändert werden", meinte er. Die Integration soll auf einer gemeinsamen Schiene ablaufen, wobei "wir nicht nur Unterstützung geben, sondern die Flüchtlinge an unserem Leben teilnehmen lassen, aber auch an ihrem Leben teilnehmen".

Ein verbaler Streit auf einer gesunden Diskussionsbasis ist für Brummer kein Problem. Nur wenn es in Gewalt ausarte, müssten ganz klare Grenzen gesetzt werden. Dieser Weg werde sich als große Bereicherung in den Gemeinden niederschlagen.

Wie Migration sehr erfolgreich stattfinden kann, zeigte die evangelisch-lutherische Gartenkirche St. Marien aus Hannover. Sie haben den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis für das Projekt "Kein Mensch ist fremd" erhalten, berichtete Brummer als Jury-Mitglied.

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