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Sulz a. N. Metzgerei schließt nach 68 Jahren

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Lore und Werner Gänßle hängen die Schürze nach über 40 Jahren an den Nagel und gehen in den Ruhestand. Foto: Neumann

Sulz-Bergfelden - Nach mehr als sechs Jahrzehnten ist nun Schluss. Das Ehepaar Lore Gänßle schließt seinen Familienbetrieb und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Auch die Metzgerei Gänßle leidet unter dem Handwerkermangel. Die Suche nach einem neuen Pächter gestaltet sich schwierig. "Wieder ein Ehepaar wäre schön", sagt Lore Gänßle, aber das müsse nicht zwingend sein. Die Metzgerei Gänßle, ein Traditionsbetrieb in der Region, schließt nun also nach 68 Jahren des Alters wegen.

Die Metzgerei unter der Leitung von Lore und Werner Gänßle feierte im Juli vergangen Jahres 40. Geburtstag. Werner Gänßles Eltern, Otto und Elfriede, gründeten die Metzgerei im selben Haus bereits 1952. Es war klar, dass Werner den Betrieb eines Tages übernehmen sollte. Doch dann starb sein Vater, als er selbst gerade 17 Jahre alt war.

Mit 21 Jahren elterlichen Betrieb übernommen

Werner Gänßle besuchte 1979 die Meisterschule in Landshut und übernahm mit gerade einmal 21 Jahren den elterlichen Betrieb zusammen mit seiner Ehrefrau Lore. Das machte ihn zum jüngsten Metzgermeister mit einem eigenen Geschäft in der gesamten Region.

"Der Laden musste erst einmal renoviert werden", meint Lore Gänßle. "Die Renovierung begann 1979 und wurde dann nach und nach gemacht, bis 1982 alles fertig saniert war."

Mit Auftritten auf der Leistungsschau in Sulz oder bei verschiedenen Grillveranstaltungen machte sich die Metzgerei einen Namen. Bis vor fünf Jahren schlachtete Werner Gänßle sogar noch selbst in den eigenen vier Wänden und das mehr als 35 Jahre lang.

Fleisch kommt von lokalem Bauern

Dies finde aufgrund einer EU-Verordnung jedoch mittlerweile im Schlachthof in Gärtringen statt, berichtet Lore Gänßle. Das Fleisch werde seit etwa zwölf Jahren vom gleichen lokalen Bauern bezogen, erzählt sie. Die Qualität ihrer Waren spielt für die beiden schon immer eine große Rolle. "Die Wurst bleibt lange frisch" sagt Gänßle stolz und hofft, dass es auch beim neuen Pächter so sein wird – falls denn einer kommt.

Aktuell kümmern sich fünf Mitarbeiterinnen um die Wünsche der Kunden. Die Kundschaft sei übrigens bunt gemischt, merkt Lore Gänßle an.

Doch wieso ist es in der heutigen Zeit so unfassbar schwierig, einen neuen Pächter für die Familienmetzgerei zu finden? "Es lernt ja heutzutage niemand mehr Berufe wie Metzger", meint Gänßle. "Außerdem machen die EU-Verordnungen jungen Metzgern die Arbeit nicht leichter."

Am 30. April gehen in Bergfelden also die letzte Wurst, das letzte Steak und der letzte Aufschnitt über die Theke. Lässt sich in dieser Zeit kein Nachfolger finden, schließt damit eine weitere Metzgerei in Sulz - wie bereits die Metzgerei Hölle in der Brühlstraße.

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