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Sulz a. N. Ladensterben: Weniger Geschäfte in Innenstadt

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Ein Leerstand an der Unteren Hauptstraße. Foto: Steinmetz

Sulz - Das Ladensterben in der Sulzer Innenstadt setzt sich fort. Wie berichtet, schließen die Geschäfte "Fröhliches für untendrunter!" sowie "Design und Strick". Aufhören will auch Anfang kommenden Jahres Metzger Dieter Hölle.

Wie ist die Stimmung derzeit im Einzelhandel der Innenstadt? Wir hörten uns im Bereich der Unteren Hauptstraße, in der Brühl- und Sonnenstraße um.

"Weihnachtsmarkt weggenommen"

"Der Marktplatz ist die gute Stube, der Rest wird aber vernachlässigt", sagt Thomas Essel. Er bedauert, dass den Geschäften in der Unteren Hauptstraße der "Weihnachtsmarkt weggenommen" worden ist. Stattdessen konzentriert sich "Sulz erstrahlt" auf den Marktplatzbereich. Der Optiker würde sich wünschen, dass auch in seiner Nachbarschaft zwei oder drei Stände aufgestellt würden. Den Torplatz sieht er als zweites Zentrum in der Innenstadt. Dass die Verbindung zum Marktplatz fehle, sei ein großes Problem.

Thomas Essel hat investiert: In dem Gebäudeteil an der Vöhringer Steige richtete er die Abteilung Hörakustik ein und verschönerte gleichzeitig die Ecke am Eingang zur Innenstadt. "Man kann schon etwas machen, wenn man will", meint er. Einige Hauseigentümer unternähmen auch etwas. Wenn aber Ladenflächen nicht modernisiert würden, finde man keine Mieter.

Bedenklich war für ihn am verkaufsoffenen Sonntag, dass seinem Eindruck zufolge trotz des schönen Herbstwetters die Frequenz geringer als sonst war – nicht nur auf der Straße, sondern auch in den geöffneten Läden. Dass ausgerechnet am Samstag davor das "Apfelfest" in der Stadthalle veranstaltet wurde, ärgerte ihn. Zweimal an einem Wochenende gingen die Leute nicht in die Stadt. Wenn bei Veranstaltungen eine bessere Koordination stattfinden würde, "wäre das schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen mit der Stadt zusammenkommen und besprechen, was auf uns zukommt".

"Von der Stadt allein gelassen"

Das wäre auch für andere Einzelhändler wünschenswert. "Es war noch nie jemand von der Verwaltung bei uns und hat gefragt, wie läuft es bei euch. Wir fühlen uns von der Stadt allein gelassen", teilt Eckhard Gräff vom Fotogeschäft Blitzlicht in der Sonnenstraße mit. So nehme die Stadt auch das Sterben von immer mehr Einzelhandelsgeschäften hin. Er erinnert sich daran, als der frühere Landtagsabgeordnete Dieter Kleinmann von einer Fußgängerzone in der Sonnenstraße, die mal als Sulzer Einkaufsmeile galt, geträumt habe. Dazu bräuchte man jedoch Geschäfte. Für den Wöhrd habe es auch schon tolle Ideen gegeben, aber da passiere ebenfalls nichts, bedauert Petra Muth-Gräff.

Ein Lichtblick: Christina Haar hat den Friseursalon in der Sonnenstraße übernommen. "Wir sind gut besucht", teilt sie mit. Sie wollte sich selbstständig machen: "Sulz hat für mich dabei keine Rolle gespielt."

Dieter Hölle geht, wie er unserer Zeitung gegenüber bestätigt, am 7. Januar 2020 in den Ruhestand. Zwar bemüht er sich um einen Nachfolger, er habe jedoch viele Absagen bekommen. Das Hauptproblem sei, Personal zu gewinnen. "Mir fehlen Leute in der Produktion und im Laden", erklärt er.

"Die Märkte in den Neckarwiesen ziehen alles raus."

In seinem Umfeld moniert er die Parksituation. Bei der Stadtverwaltung stoße er damit aber auf "taube Ohren": Es werde lediglich auf die Verkehrsschau verwiesen. Ärgerlich sind für ihn die Dauerparker, auch vom Rathaus, die der Kundschaft in der Brühlstraße die Parkplätze wegnähmen. Dagegen könnte seiner Meinung nach etwas getan werden, indem mehr Kurzzeitparkplätze eingerichtet würden.

Für die Leerstände in der Innenstadt macht er vor allem zwei Gründe verantwortlich. Der eine ist: "Die Märkte in den Neckarwiesen ziehen alles raus." Eine zweite Ursache sei, dass Läden renoviert werden sollten. Sonst gingen keine Mieter mehr rein.

Friedrich Häffner hat mit seinem Schuhgeschäft 1990 in der Brühlstraße angefangen: "Da war die Innenstadt lebendiger", erinnert er sich. Das Ladensterben sei ein Problem, aber "das halten wir nicht auf." So glaubt er auch nicht, dass die Stadt daran etwas ändern kann. Was er in der Innenstadt vermisst, ist ein Magnet. "Die Neckarwiesen ziehen die Leute raus, und niemand kommt wieder rein", meint auch er. Eben das zu ändern, sei die Frage. Seine Kundschaft kommt jedenfalls: "Durch die Orthopädie sind wir eine Nische", erklärt er.

"Ich denke, dass die Innenstadt irgendwann tot ist", befürchtet Sabine Kopp von der Bäckerei im Hinblick auf den Einzelhandel. Mit Qualität könne man punkten. Allerdings brauche man auch Laufkundschaft, und die sei weniger geworden. Von Kunden habe sie gehört: "Bei euch ist ja nichts los."

Für den Einzelhandel werde es immer schwieriger: "Das ist sehr dramatisch", beurteilt Optiker Dieter Rumpel die Situation. Alte Häuser müssten renoviert werden, damit "wieder Leben reinkommt". Es fehlten Wohnungen. Er findet, dass die Stadt aktiver werden müsste. "Wenn der Kunde ein schönes Ambiente hat, kommt er wieder", ist er überzeugt. Ein positives Beispiel ist für ihn die Fußgängerzone in Balingen.

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