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Sulz a. N. Kinder beweisen Mut und Geschick

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Da staunt das Publikum: Manche Kinder haben in der kurzen Zeit tatsächlich das Feuerspucken gelernt. Foto: Schwarzwälder Bote

Als Höhepunkt des Sulzer Sommer-Spaßes hat das Kinder- und Jugendbüro den mittelalterlichen Wanderzirkus Sulzarello organisiert. Am Donnerstag traten die Kinder vor begeistertem Publikum in Renfrizhausen auf.

Sulz-Renfrizhausen. "In Renfrizhausen, fern der Zivilisation, hat man so etwas noch nicht gesehen", kündigt Klaus Schirott scherzend die Artisten des Wanderzirkus Sulzarello an. Und was dann folgt, ist tatsächlich spektakulär.

Manche der Kinder bewegen sich auf Walzen balancierend fort, andere halten auf einer Wippe, bestehend aus einem Brett und einem Rohr, das Gleichgewicht. Ein besonders talentierter Nachwuchs-Artist legt auf dieses Brett noch zwei Steine, darauf ein weiteres Brett und hält sich beachtlich lange auf dieser wackeligen Konstruktion. Auch das Balancieren rotierender Teller auf langen Stangen, eine menschliche Pyramide, ein Balanceakt auf riesigen Bällen, ein Minnetanz und eine Jonglier-Choreographie bekommt das Publikum zu sehen.

Zum Schluss treten die Fakire auf, die sich zunächst auf Nagelbretter stellen und legen. Und dann kommt, was niemand von einem Kinderzirkus erwartet hätte. Drei besonders mutige Fakire führen eine Feuerspucker-Nummer vor. Wie viel Überwindung das gekostet haben muss, wird spätestens dann klar, wenn die kleinen Künstler schwefelig riechenden Staub hustend in Richtung Vorhang eilen, um sich den Mund auszuwaschen. Doch kurz darauf auf die Bühne zurückgekehrt, genießen sie voller Stolz den tosenden Beifall des Publikums.

Für Erstaunen sorgt auch ein anderer Trick, bei dem die Kinder barfuß über eine zuvor zerbrochene Glasflasche laufen. Einer der Fakire legt sich sogar mit nacktem Oberkörper auf die Scherben, und ein weiterer stellt sich auf seine Schultern. Nun dürfte sich auch manch Erwachsener im Publikum fragen: "Wie haben die denn das gemacht?"

Selbst Gertrud Teller, die als Leiterin des Kinder- und Jugendbüros alles organisiert hat, kann sich den Trick nicht erklären: "Auch ich weiß das Geheimnis nicht."

Trotz der schwierigen Zirkusnummern sei es beim Training kaum zu Unfällen gekommen. So habe es bei den Fakiren zwar zwei Schnittverletzungen gegeben – allerdings nicht beim Proben, sondern beim Aufräumen. Ansonsten gab es nur zwei Wespenstiche.

Der Wanderzirkus findet dieses Jahr zum ersten Mal statt. Bisher war der große Abschluss des Sommer-Spaßes immer das Indianerlager, eine mehrtägige Freizeit mit Übernachtung. Doch wegen Corona war dies in diesem Jahr nicht umsetzbar. Außerdem habe man sowieso etwas Neues ausprobieren wollen, berichtet Teller.

Dennoch hat auch das neue Format den Charakter eines Ferienlagers. Seit Montag hat der Zirkus sein Lager am Waldspielplatz Bergfelden aufgeschlagen. Zwei Tagelang hatten dann die Kinder Zeit, ihre Kunststücke zu üben. Seit Mittwoch war immer morgens Training, und mittags wurde das Gelernte vor Publikum aufgeführt.

Dennoch wird im Zeltlager nicht die ganze Zeit trainiert. Es gebe auch Gelegenheit für freies Spiel, versichert Teller. Auch werde gemeinsam gegrillt. Für ein spielerisches Entdecken der Natur wie damals im Indianerlager sei aber nur noch wenig Zeit.

An Bewegung mangelt es den Kindern dabei freilich nicht. Denn sie wandern tatsächlich jeden Tag von Bergfelden zu ihrem Aufführungsort. "Die Kinder fallen abends todmüde ins Bett, sind aber total glücklich", ist sich Teller sicher. Dennoch müsse auf dem Weg so manches Kind ein Stück im Bollerwagen gezogen werden, und schon nach der ersten Kurve werde meist gefragt: "›Sind wir bald da?"

Organisiert wurde der Wanderzirkus vom Kinder- und Jugendbüro. Für die Durchführung des Trainings wurden Klaus Schirott und Veronica Karger vom "Clowntheater Frohnella-Klücklich" engagiert. Unterstützt wurden sie von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern sowie Auszubildenden und Praktikanten.

Auch in den Orten, wo die Kinder auftraten, wurde der Zirkus ehrenamtlich unterstützt. Beispielsweise organisierte die Dorfgemeinschaft Renfrizhausen die Verköstigung für die nach ihrer Aufführung hungrigen Kinder.

Ob der Wanderzirkus ein wiederkehrender Bestandteil des Sommer-Spaßes wird, steht noch nicht fest. "Wir sind dabei, zu überlegen, es wieder zu machen", verrät Teller, denn vielen Kindern gefalle das Konzept, auch jenen, die im Vorjahr beim Indianerlager dabei gewesen seien.

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