Glatt ist mit seinem Schloss ein touristischer Anziehungspunkt. Dass der Ort immer noch kein schnelles Internet hat, ist ein großes Manko für die Gastronomiebetriebe. Foto: Steinmetz

Regierungspräsidium hält geplante Glasfaseranbindung von Hopfau und Glatt für nicht förderfähig.

Sulz - Der Gemeinderat hat mit der Aufhebung des Sperrvermerks im Haushaltsplan Mittel für die Breitbandversorgung von Hopfau und Glatt bereitgestellt. Doch jetzt machte das Regierungspräsidium der Stadt einen Strich durch die Rechnung.

Eigentlich hätten die mit Telekom abgestimmten Arbeiten für den Leitungsbau schon vor den Sommerferien ausgeschrieben werden sollen. Kalt erwischt wurden alle Beteiligten durch die Mitteilung des Regierungspräsidiums, dass der Anknüpfungspunkt des Glasfaserkabels nicht den aktuellen Zuschussrichtlinien entspreche. "Das hat uns alle überrascht. Das ist nicht in Ordnung", ärgert sich Bürgermeister Gerd Hieber.

Völlig unverständlich ist dies aber auch für Planer Erwin Hauser. Er ist davon ausgegangen, dass das bisherige Vorgehen konform mit den Vorgaben für Fördermittel ist. Das Problem sei nun, dass das Regierungspräsidium einen so genannte regulierten Glasfaserpunkt verlange. Dadurch solle die Wettbewerbsfähigkeit der Internet-Anbieter sichergestellt werden.

Hauser plante den kürzesten Anschluss an die vorhandene Glasfaserleitung zwischen Hopfau und Dornhan. Sollen die Forderungen des Regierungspräsidiums erfüllt werden, müsste jetzt aber eine deutlich längere Leitung von Hopfau oder Glatt bis nach Sulz gebaut werden. Die Mehrkosten gegenüber der bisherigen Planung schätzt Hauser auf 70.000 bis 80.000 Euro.

Die Stadt hat nach Auskunft von Hieber bereits die Landesanstalt für Kommunikation eingeschaltet. Sie habe die Förderfähigkeit der Maßnahme für die Internetversorgung von Glatt und Hopfau bestätigt. Noch in dieser Woche, teilt Hieber mit, werde es einen Termin mit Vertretern der Stadtverwaltung, des zuständigen Ministeriums, Regierungspräsidiums und Erwin Hauser geben. Hieber: "Da wird das weitere Vorgehen besprochen." Wenn die Kommunen alles richtig machten, könne es nicht sein, dass aus "nicht nachvollziehbaren Gründen" eine Förderung abgelehnt werde, hofft Hieber auf ein Einsehen der für den Zuschuss maßgeblichen Stellen.

Rein theoretisch könnte die Stadt die Glasfaseranbindung von Hopfau und Glatt auch ohne Fördermittel herstellen. Nur würde der Gemeinderat da wohl nicht mitspielen. Immerhin sind die bisherigen Kosten für die schnelle Internetversorgung von Hopfau und Glatt mit rund einer halben Million Euro veranschlagt. Ohne Fördermittel sieht auch Hieber keine Chance, das Projekt zu verwirklichen. Beschlossen hat das Gremium bereits, dass die beiden Ortschaften einen Eigenanteil von zusammen 100.000 Euro aufbringen sollen.

Eine Glasfaseranbindung wollen sowohl Glatt als auch Hopfau, das schon durch LTE-Technik über den Polizeifunkmasten in Dürrenmettstetten mit schnellem Internet bedient wird. Befriedigend ist es für die Hopfauer allerdings nicht.

Auch Glatt hätte, so Hieber, eine Übergangslösung mit Funktechnik bekommen können. Das sei abgelehnt worden. Mit Glasfaser wollte man gleich die optimale Lösung haben, wohlwissend, so Hieber, "dass dies ein längerer Weg sein kann".

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