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Sulz a. N. Keine Ausflugsbusse mehr in Glatt

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In der Parkanlage herrscht wenig Betrieb. Foto: Heidepriem

Sulz a. N. - Das Wasserschloss in Glatt war vor der Corona-Krise ein beliebtes Ziel für Busreisende. Nun bleiben die Touristen-Busse aber aus. Wie verändert sich dadurch der Tourismus im Ort? Der Schwarzwälder Bote hat sich umgesehen.

Ein Pärchen läuft durch die menschenleere Parkanlage beim Wasserschloss Glatt. Vorbei an einem Brunnen, der einsam vor sich hin plätschert. Mehrere Schilder weisen darauf hin, Abstand zu halten. Um die 40 Besucher verbringen diesen Werktag im Bereich des Schlosses - für das beliebte Ausflugsziel sind das nicht viele.

Fast alle Kennzeichen der Besucher kommen aus Baden-Württemberg. Nur ein einzelner Niederländer hebt sich da hervor. Viele Gäste sind mit dem E-Bike da, dem Fortbewegungsmittel, das in der Krise stark an Beliebtheit gewonnen hat.

Viele Ausflugsziele mit geänderten Öffnungszeiten

Wie zwei ältere Parkbesucher aus dem Raum Konstanz erzählen, wollten sie heute eigentlich eine Tagesfahrt mit dem Auto zum Testturm nach Rottweil machen. Doch der hatte aufgrund seiner angepassten Öffnungszeiten in der Krise geschlossen. So auch das Bauernmuseum im Glatter Wasserschloss. Dafür sind Schlosscafé und Minigolfanlage offen.

Roswitha Esslinger, Wirtin vom Schlosscafé, steht deshalb unter Strom. Der Betrieb läuft. Vereinzelt, aber regelmäßig, kommen neue Gäste. Esslinger ist damit zufrieden. "Wir sind da und haben Arbeit", schildert sie. 

Siehe auch: Schlosscafé-Chef verrät Geheimnis der Schwarzwälder Kirschtorte

Kaffee und Kuchen an der frischen Luft

"Die Gäste sitzen aufgrund der aktuellen Lage am liebsten auf der Terrasse", erklärt die Wirtin. Deswegen sei auch die kleine Terrasse neben dem Gebäude zusätzlich durchgehend geöffnet. Natürlich seien die Besucherzahlen nicht vergleichbar mit früher, vor der Pandemie. Doch "da waren wir verwöhnt", meint Esslinger. Vor der Krise konnte das Schlosscafé oft ganze Busse voller Gäste begrüßen. Nicht jedoch seit Ausbruch des Coronavirus - kein einziger Bus sei seitdem in Glatt gewesen. Dieser Wegfall mache sich bemerkbar, so Esslinger. 

Eine knapp zehnköpfige Gruppe Senioren begutachtet derweil das Innenleben des Cafés. Wie eine Frau erklärt, ist die Gruppe mit Autos da. Dabei seien sie in der Vergangenheit bislang eigentlich immer mit dem Bus nach Glatt gekommen.

Normalität kündigt sich an

Auch bei Jürgen Scholl, Betreiber der Minigolfanlage, machen sich die ausbleibenden Touristen-Busse bemerkbar. Die Besucherzahlen hätten sich dennoch wieder auf ein normales Niveau eingependelt. Dass mittags keine Gäste da seien, "war auch schon vor Corona so", sagt er. Der Weg zur Minigolfanlage wird derzeit allerdings noch zusätzlich erschwert: Wegen Sanierungsarbeiten an einer Brücke müssen Gäste aktuell einen Umweg von rund 750 Metern in Kauf nehmen.

Zurück im Schlosshof. Die Scheunentür zum Bauernmuseum steht offen, Museumsleiter Cajetan Schaub ist auch außerhalb der Öffnungszeiten im Eingangsbereich anzutreffen. Er berichtet, dass das Bauernmuseum ab dem 1. August wieder zu den normalen Zeiten öffnen soll. Einzelne Gäste habe das Museum in letzter Zeit begrüßen können, seit Corona seien jedoch keine Anfragen mehr für Gruppenführungen eingegangen. Ferner habe eine Sonderausstellung im April abgesagt werden müssen. Erst im September könne eine weitere Sonderausstellung wieder wie geplant stattfinden, erklärt Schaub.

Busunternehmen weiter gebeutelt

Wenn Busreisen ausfallen, trifft das in erster Linie auch die Reiseveranstalter. Bei ihnen ist die Lage weiter angespannt. Durch die Corona-Krise sind viele Mitarbeiter noch immer in Kurzarbeit.

Sowohl Müller Reisen in Bösingen als auch Maas Reisen in Balingen haben aktuell nur einzelne Busse aus dem Reiseverkehr im Einsatz. Die meisten seien aufgrund der Krise schon früh abgemeldet worden.

Der Linienbetrieb läuft indes mit erheblichen Einnahmeeinbußen bei voller Leistung weiter. Doch das Geschäft mit den Tagesfahrten laufe langsam wieder an, berichten die beiden Unternehmen.

Daniela Staiger von Müller Reisen hofft, dass bei den Kunden dadurch "wieder eine Lust auf's Reisen" geweckt wird. Deswegen würden derzeit auch zum Teil Fahrten angeboten, die aufgrund der Personenzahl für das Busunternehmen eigentlich unwirtschaftlich wären.

Tagesfahrten fangen Kosten nicht auf

Beide Unternehmen berichten dem Schwarzwälder Bote von einem zaghaften Buchungsverhalten der Kunden, das wohl auf Angst vor dem Coronavirus zurückzuführen sei. "Neben unserem umfangreichen Hygienekonzept sind unsere Reisebusse so ausgestattet, dass die Luft im Innenraum laut Hersteller innerhalb von wenigen Minuten komplett ausgetauscht wird", beteuert Thomas Maas von Maas Reisen dazu. "Die Tagesfahrten fangen die entstehenden Kosten nicht auf", schildert er im weiteren Gespräch. Der Busunternehmer hofft nun auf Zuwachs bei den Reisen im Sommer, Herbst und Spätherbst.

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