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Sulz a. N. Integration dauert eine Generation

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Robert Trautwein (von links), Frank Börnard und Sabrina Glöckler machen sich Gedanken zum Thema "Image". Foto: Cools

Sulz - Die Schützlinge haben sich eingelebt, die Grundbedürfnisse sind überwiegend gedeckt, doch der Zweck des Arbeitskreises Asyl ist noch nicht erfüllt. "Integration dauert mindestens eine Generation", weiß Bernd Hamann, Sozialdezernent des Landkreises Rottweil. Mit seiner dezentralen Flüchtlingsunterbringung habe der Landkreis beinahe ein Alleinstellungsmerkmal in Baden-Württemberg, meint er. Etwa 2400 Flüchtlinge seien so kreisweit untergebracht worden. Monatlich kämen etwa zehn bis 20 dazu.

"Um das zu schaffen, muss man was schaffen", meinte auch Gerold Knispel vom Lenkungskreis. Zwar sei schon viel geschehen – unter anderem gebe es nach wie vor drei Sprachkurse pro Woche und die Nähwerkstatt –, doch es gebe immer noch Aufgaben in den Bereichen Wohnungs- oder Arbeitsstellensuche oder Schulbildung. Auch sei die Kommunikation im Helferkreis mangels klarer Struktur nicht ideal, meinte Knispel.

Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt, die im Backsteinbau stattfand, wurde deshalb ausgelotet, wo geholfen werden und wie die Abstimmung besser funktionieren kann. An verschiedenen Tischen wurde von Erfahrungen berichtet, Ideen ausgetauscht und über Möglichkeiten diskutiert.

Bei Moderator Tobias Götz ging es um Strukturen im Arbeitskreis. Als Ideen hielten die Teilnehmer rollierende Sitzungsleitung sowie die Stelle eines Integrationsmanagers fest. Annette Butz ging es derweil ums Bürgerengagement. Hier sei es besonders wichtig, konkrete Aktionen zu planen. Zudem müssten die Informationsquellen gestärkt werden, damit man wisse, wo man sich engagieren könne.

In Wilfried Backs Gruppe ging es um Toleranz und Weltoffenheit. Hier brachten sich die Betroffenen selbst ein und plädierten für Sprachunterricht zu Hause, gemischte Veranstaltungen und mehr Kontakt mit den Sulzern.

Ideen für solche Veranstaltungen wurden auch sogleich am Tisch "Gemeinsame Projekte" mit Andrea Mühllehner gesammelt. Diese reichten von Museumsführungen zum Thema Bauernfeind über künstlerische und musikalische Aktivitäten bis hin zu Formen der Kinderbetreuung. Nicole Saile regte Diskussionen zum Thema "Gute Kooperation" an. Hindernisse für eine solche seien die Sprachbarriere und fehlende Wertschätzung. Stattdessen sollten Erfahrungen weitergegeben und Sprechstunden organisiert werden.

Michael Widmann von der Diakonie zeigte auf, wer starker Partner sein kann. Die Teilnehmer kamen aus Kirche, Industrie, Bildungseinrichtungen, die Agentur für Arbeit, Gemeinden und Helferkreise. Dabei müsse man sich auf Augenhöhe begegnen. Um Visionen aller Art ging es bei Sylvia Schneider-Müller. So solle Verständnis für die deutsche Kultur aufkommen, indem man es Flüchtlingen ermögliche, sich hier heimisch zu fühlen, sei es bei Festen oder in Vereinen.

Am freien Tisch mit Kathrin Schwenk dachten die Teilnehmer über Arabischkurse für Kinder oder ein syrisches Lokal nach. Frank Börnard und Sabrina Glöckler beschäftigten sich ganz praktisch damit, wie man den Arbeitskreis nach außen präsentieren wolle. Gesichter seien dafür entscheidend fürs Image.

Dass die ganze soziale Arbeit nicht nur Karmapunkte gibt, zeigte Knispel anhand einer persönlichen Beobachtung. Als er Flüchtlingskinder in Sulz, die zuvor Krieg ausgesetzt waren, in großer Freude über eine blühende Wiese sah, da habe er gewusst, weshalb er das alles tue.

 
 

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