Zu den Gleisen des Sulzer Bahnhofs soll ein barrierefreier Zugang geplant werden. Foto: Steinmetz

Interimsfahrplan bietet neue Möglichkeiten. Technischer Ausschuss vergibt Ingenieurleistungen.

Sulz - Vielleicht geht am Bahnhof doch noch etwas: Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat am Montagabend die Ingenieurleistungen für Bahnsteiganpassungen vergeben.

Schon 2010 hat die Stadt Möglichkeiten für einen barrierefreien Bahnhof von einem Fachbüro untersuchen lassen. Eine Variante war, einen Aufzug zu installieren, eine zweite Überlegung, eine Rampe zu bauen. Die dritte und mit rund 1,3 Millionen Euro kostengünstigste Lösung sah den Ausbau des dem Bahnhof zugewandten Hausbahnsteigs vor. Diesen griff auch der Nahrverkehrsexperte Ulrich Grosse wieder auf, als er Ende März dem Gemeinderat den 2017 in Kraft tretenden Interimsfahrplan auf der Gäubahn und die damit verbundenen Chancen vorstellte. Die dritte und billigste Variante erschien vor vier Jahren als noch nicht realisierbar. Nach dem Interimsfahrplan würde aber, wie Grosse darstellte, der Kreuzungspunkt im Sulzer Bahnhof wegfallen. Wenn die meisten Züge dann nur noch über ein Gleis fahren, könnte ein barrierefreier Bahnsteig zum Gleis gebaut werden. Die Unterführung würde nicht mehr benötigt.

Das Thema müsse die Stadt jedoch selber aufgreifen und der Bahn nachvollziehbare Überlegungen liefern. "Das wollen wir jetzt machen, um auch Zahlen für die Etatplanung zu erhalten", sagte Bürgermeister Gerd Hieber bei der gestrigen Sitzung.

Die Zeit drängt allerdings auch, denn 2019 soll das Gesetz zur Förderung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur geändert worden. Die Zuschüsse sind ohnehin schon gekürzt worden. An Fördermitteln sind mittlerweile noch 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zu erwarten.

Den Zuschussantrag müsste die Bahn stellen, und die Stadt müsste sich verpflichten, die nicht über Zuschüsse gedeckten Kosten zu übernehmen. Der Ausbau des Hausbahnsteigs käme, ohne Ingenieurhonorar, nach der neuesten Schätzung auf 800.000 Euro. Mit der Planung beauftragte der technische Ausschuss für rund 18.000 Euro das Büro Störk und Bengsch aus Bühlertal. "Es ist richtig, jetzt zu reagieren", stellte CDU-Stadtrat Dieter Kopp mit Blick auf die absehbare Änderung der Förderung fest.

Um, ebenfalls im Zusammenhang mit dem Interimsfahrplan, das Angebot auf der Gäubahn zu verbessern, haben sich mehrere Kommunen entlang der Bahnstrecke zu einer Imitative zusammengeschlossen. Daran beteiligt sich auch Sulz. Vorgesehen sei, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Der Anteil der Stadt liege bei 2500 Euro, informierte Bürgermeister Hieber.