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Sulz a. N. Händler hoffen auf Unterstützung

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Das Plakat zeigt, dass der Betrieb einen Lieferservice hat. Foto: Schwarzwälder Bote

"Wir sind auch in schweren Zeiten für unsere Kunden da": Das ist die Botschaft hinter der Aktion "Sulz bringt’s", die seit einigen Wochen viele Sulzer Händler vereint. Ihre ersten Bestellungen haben die Kunden bereits bekommen – doch die Bilanz der Händler fällt sehr unterschiedlich aus.

Sulz. Kaum angelaufen, hat es das Projekt "Sulz bringt’s" bereits in die Liste der Imakomm-Akademie als ein "Mut machendes Beispiel in Zeiten der Corona-Krise" geschafft. Es ist ein Erfolg, findet Frank Börnard, der bei der Stadt Sulz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

"Wir haben eine hervorragende Resonanz von den Händlern, Geschäften und Dienstleistern. Die meisten beteiligen sich und hängen das Plakat ›Wir haben geöffnet‹ in ihr Schaufenster – alternativ dazu oder ergänzend dann eben auch ›Wir liefern gerne‹", erklärt Börnard.

Die Bestellungen werden individuell zwischen den Unternehmen und den Kunden vereinbart – per E-Mail, Telefon oder über soziale Netzwerke. Dort findet dann auch die Online-Beratung statt.

"Die Liste der liefernden Betriebe wurde auf Facebook schon über 3000 Mal angeschaut", weiß Börnard. Und: "Sie stieß sogar überregional auf Interesse – die Industrie- und Handelskammer und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg haben sich entschlossen, die Aktion zu unterstützen. Die Sulzer Aktion diente als Vorbild für entsprechende Initiativen in anderen Kommunen."

Börnard hebt hervor, dass auch die Direktvermarkter der Stadt geöffnet haben: Hier können sich die Sulzer mit regionalen Lebensmitteln versorgen. "Zu ›Sulz bringt’s‹ gehört auch ›Hilfe benötigt‹. Es gibt inzwischen viele Unternehmen und Privatpersonen, die angeboten haben, Risikopatienten und Hilfsbedürftige im Bedarfsfall zu beliefern", sagt Börnard. Noch sei die Nachfrage gering. Durch die umfangreiche Liste möglicher Helfender sei man aber gut vorbereitet, wenn Lieferungen nötig werden sollten, ergänzt er.

Doch wie schätzen die Händler und Dienstleister die Resonanz der Kunden ein? Die erste Bilanz fällt sehr unterschiedlich aus. Sabine Küstermann von "Früchte Küstermann" sagt, dass sie sehr viele Bestellungen bekommt. "Ich musste sogar die Öffnungszeiten kürzen, um ausliefern zu können", schildert sie.

Den Lieferdienst nehmen vor allem ihre Stammkunden in Anspruch, die jetzt auch zusätzlich vermehrt für ihre Eltern bestellen. "Hamsterkäufe gibt es bei mir nicht. Das ist bei Obst und Gemüse einfach unmöglich", sagt Küstermann.

Michael Dietz, Inhaber von "Frau Wolle", berichtet, dass er seine Kunden aktuell auf den Online-Shop verweist. Die Kunden aus der direkten Umgebung bekommen die Einkäufe auch mal persönlich nach Hause geliefert, andere erhalten Wolle, Honigcreme und Co. zugesandt. "Es ist wichtig, dass die Kunden wissen: Wir sind immer noch da für sie. Wir sind nicht komplett weg und nach wie vor erreichbar", betont Dietz.

Das ist auch Carina Klein vom Botanik-Zentrum Bippus wichtig. "In den letzten Wochen erlebten wir viele nette und vor allem dankbare Kunden, die mit aufmunternden Worten Mut machten", sagt sie. Das Angebotstischchen sei im Botanik-Zentrum jeden Tag im Einsatz. "So können wir unsere Ware, die wir ja ohnehin frisch im Freiland stehen haben, weitergeben und wenigstens eine kleine blumige Freude machen, denn Blumen muntern viele auf und geben Zuversicht", betont sie.

Katja Blöchle vom "Blatt Werk" in Hopfau gibt zu: "Als Floristikgeschäft und Café leben wir vom ›Besucher‹. Dies ist im Ladengeschäft auf null heruntergekommen. Herausforderungen sind nun, dieses Ladengeschäft anderweitig zu kompensieren." Der Lieferservice sei eine gute Lösung, mit "Sulz bringt’s" habe man zusätzlich eine Plattform, dank der der Gesamterfolg größer sei. "Wir wollten kein ›Hopfau bringt’s‹ starten, deshalb machen wir bei ›Sulz bringt’s‹ mit", sagt Blöchle.

Die Resonanz sei überraschend positiv, meint sie. "Unsere Stammkunden und wir verstehen die Situation und wollen zusammen für beide Seiten einen Weg finden, und das läuft nur so", betont Blöchle. "Allein am ersten Tag kamen wir locker in den zweistelligen Bereich von Kunden. Das war so nicht zu erwarten."

Bei "Blass Erlebniswelt" sei die Nachfrage nach dem Lieferservice noch recht zögerlich, sagt Inhaberin Inga Elsayed. Bestellt würden Osterartikel und besonders oft Schreibbedarf für die Schüler. Elsayed hofft, dass die Kunden ihr auch weiterhin die Treue halten werden. "Wir sind sehr dankbar, dass die Kunden ihre Händler vor Ort unterstützen wollen", sagt sie.

Wenig Erfreuliches ­ können die Händler berichten, die etwa Sportartikel oder Teppiche verkaufen. Hier ist die Nachfrage verhalten, zum Teil hat es bis jetzt gar keine Reaktionen gegeben. Bei den Optikgeschäften gibt es überwiegend Bestellungen im Kontaktlinsen-Bereich.

Besorgt über die aktuelle Situation zeigt sich auch Reiner Schenk vom Weinhaus Schenk. Zwar zeigen sich einige Stammkunden solidarisch und bestellen ein paar Kisten mehr – die wegen der Corona-Krise weggebrochenen Einnahmen könne es bei weitem nicht kompensieren.

Auch im Elektrofachgeschäft Euronics Hauser ist die Auftragslage laut David Kuhn momentan verhalten. "Aber wir lassen unsere Kunden nicht im Stich und erhoffen uns natürlich die Unterstützung vor Ort – jetzt mehr denn je", betont er. Neben dem Handwerksbetrieb mit Reparaturen geht bei Euronics auch der Verkauf weiter. "Nach telefonischer Beratung und Terminvereinbarung können die Kunden von der Tintenpatrone bis zum Gefrierschrank alles direkt bei uns abholen", erklärt Kuhn. Auch nach Hause kann man sich die Ware liefern lassen.

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