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Sulz a. N. Geschichte zum Leben erweckt

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Fritz Peter Foto: Vögele Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz. Die Geschichte der Flößerei auf dem Neckar und den Grundbächen Glatt, Heimbach und Lauter ließ Heimatforscher Fritz Peter aus Leinstetten erleben. Seine Ausführungen umspannten den Zeitraum vom 14. bis zum 19. Jahrhundert. Peter Vosseler freute sich über die vielen Besucher, die zu dem Vortrag ins Bauernfeind-Museum gekommen waren.

Das Thema Flößerei gewinne heute wieder an Bedeutung, jedoch unter anderem Vorzeichen. So wurde im September 2018 in Calw der 31. deutsche Flößertag abgehalten, und seit 2014 gilt die Flößerei als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Der an Tannenholz reiche Schwarzwald war der Holzlieferant für repräsentative Bauten im süddeutschen Raum, und Wasser war der einfachste Transportweg. Die Grundbäche des Neckars waren seit dem Mittelalter bereits floßbar. Probleme gab es nur durch die kleinen Herrschaftsgebiete, die Zollforderungen erhoben. Eine Reihe von Verträgen lösten einige Probleme. Ab 1342 war der untere Neckar offen, und ab 1740 erlaubte der letzte große Vertrag die Offenheit des ganzen Neckars und damit auch den Handel bis in die Niederlande. Zum Transport wurden große Stämme über Riesen, Hohlgassen und Rinnen an den Einbindeplätzen zu Wasser gelassen und zu einem Stöhr aus sieben bis acht Stämmen zusammengebunden. Erst in Neckarhausen verband man mehrere Stöhre zu einer größeren Einheit. Das längste Floß, rund 350 Meter lang, trug sechs bis acht Mann Besatzung. Verantwortlich für Floß, Besatzung, Steuern, Abgaben und Abrechnung war der Oberflößer.

Von 1458 fand Peter die älteste Erwähnung der Flößerei. Geflößt werden durfte nur vom Martinitag, 11. November, bis zu St. Jakob am 25. Juli. In Sulz fand sich dafür die Jahreszahl 1828/29. Horb war Lagerplatz für die Flöße aus Glatt und dem Neckar. 1861 wurden dort 299 Neckarflöße registriert, die sich bis nach Mannheim bewegten.

Peter berichtete über Ladung, die Abrechnung und die Flößerordnung. Am 20. Oktober 1899 bewegte sich das letzte Floss unter Wilhelm Merz, Oberflößer aus Leinstetten, von Sulz nach Esslingen, wo es am 28. Oktober anlegte. Das Flößergedicht von Merz, vorgetragen von Peter, und ein Original Flößerhemd rundeten den Vortrag anschaulich ab.

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