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Sulz a. N. Frevel an den Streuobstbäumen

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Die Schnittfläche ist größer als die Hand. Alexandra Rau ist entsetzt über diese "Baumpflege". Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz. Was das Straßenbauamt an den Obstbäumen entlang der Kreisstraße zwischen Sulz und Glatt angerichtet hat, ist für die Streuobstpädagogin Alexandra Rau aus Bergfelden das reinste "Gemetzel". Dicke Äste sind mit der Motorsäge abrasiert worden.

Die meisten Bäume entlang der Straße, schätzt die Baumpflegerin, dürften zwischen 40 und 50 Jahre alt sein, darunter beliebte Sorten wie Berner Rosenäpfel, Brettacher oder Lederäpfel. Alexandra Rau und Rainer Mack haben zwischen dem Engler-Hof und der Bushaltestelle an der Kreuzung Baumpatenschaften übernommen. Die Obsternte im vergangenen Herbst fiel sehr üppig aus. Die Äpfel sind auch für den Sulzer Drei-Täler-Saft verwertet worden.

Der Ertrag eines Hochstamms liege normalerweise bei 150 bis 200 Kilogramm. Ob die Streuobstbäume nach der Radikalkur erneut nochmals so ertragreich sind, das ist fraglich. Die Schäden seien kaum wiedergutzumachen, befürchtet Alexandra Rau.

Sie hat durchaus Verständnis dafür, dass am Straßenrand die Verkehrssicherung notwendig ist. Wenn dann aber Äste abgeschnitten werden müssen, dann nicht so dicht am Stamm. Es wurden auch so genannte Leitäste abgesägt. Diese seien für das Gleichgewicht des Baumes notwendig.

Die alten Bestände haben nicht nur wegen des Obstes einen Nutzen. Sie sind wichtig für Insekten und Vögel, die ihre Bruthöhlen in den Stämmen haben. Alexandra Rau zeigt auf eine Stelle, wo noch die Reste eines Vogelnestes zu sehen sind. Dort wurde der Ast rücksichtslos entfernt: Die Nisthöhle sei dadurch zerstört worden.

An der Kreuzung steht ein Birnbaum, der bis zu 350 Jahre alt werden könne, sagt Alexandra Rau. Auch ihm sind "viel zu große Schmerzen" zugefügt worden. Auf der anderen Straßenseite wurden an einem Apfelbaum die zwei Hauptäste amputiert. Die Schnittflächen sind deutlich größer als eine Handfläche. Kaum anzunehmen, dass sich der Baum davon noch einmal erholt. So geht es weiter: Alexandra Rau schätzt, dass zwischen Englerhof und Waldrand Richtung Glatt 60 Streuobstbäume unsachgemäß "gepflegt" wurden.

Sie selbst versucht Kinder für den Erhalt und die Pflege von Obstbäumen zu sensibilisieren. Da findet sie es bedauerlich, dass am Straßenrand, gut sichtbar, Bäume so behandelt wurden, wie man es nicht tun sollte.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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