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Sulz a. N. Fremd und doch irgendwie vertraut

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Bürgermeister Gerd Hieber eröffnete im Fürstensaal des Glatter Wasserschlosses die Ausstellung mit Werken von Jochen Wahl. Der in Tübingen geborene Künstler kreierte skurrile und bizarre Wesen aus dem Kosmos. Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marzell Steinmetz

Sulz-Glatt. Diese Wesen aus dem Kosmos sind Läufer, Tänzer, Fänger, Masken. Der Künstler Jochen Wahl bezeichnet sie als Schön- und Beißmaske, Langkopf, Durch- und Halsüberkopfläufer. Andere sind Schutzgeister, Opfer, Krieger und Sieger. Die Fantasiegeschöpfe sind alle einzigartig, skurril und bizarr, wirken irgendwie aber auch vertraut in ihren Bewegungen, ihrer Eleganz, sich darzustellen und zu präsentieren. Dirk Mende, der am Samstagabend im Glatter Wasserschloss in die Ausstellung mit Bildern und Skulpturen des im Jahr 2007 verstorbenen Künstlers Jochen Wahl einführte, stellte denn auch einen Bezug zur alltäglichen menschlichen Erfahrung her. Kinder, sagte Mende, hätten mit Wahls Werken keine Probleme. Den Betrachtern konnte er daher nur empfehlen, sich den kindlichen Blick wieder anzueignen, ohne allerdings dabei auf die Erkenntnis zu verzichten.

Bei Wahls Geschöpfen sieht man nichts, was normal ist. Sie stammen aus einer fremden Welt mit eigenen physikalischen Gesetzen. Manche scheinen der Schwerkraft trotzen zu können. Aber alle stehen einsam und isoliert. Wahl malte keine Landschaften oder Siedlungen, in denen diese Wesen zu Hause sind. Einige verstecken sich auch hinter bunten Masken. Warum verbergen sie sich? Wollen sie sich, so Mende, schützen oder einfach nur mit der Anonymität spielen? Die Fragen bleiben offen, der Betrachter kann sie sich selbst beantworten.

Jochen Wahl benutzte verschiedene Stoffe für seine Kunstwerke. "Welche handwerkliche Brillanz", staunte Mende da. Radieren, schweißen, malen, zeichnen, schnüren, polieren oder schleifen: Der Künstler beherrschte jede Technik perfekt. Etliche Figuren sind aus verschiedenen Stoffen zusammengesetzt. Mende konstatierte bei Wahl eine "verschwenderische Fülle von Materialien". Manchmal werde die Grenze von Gemälde und Skulptur sogar aufgehoben. Die Farbradierungen erforderten vier bis fünf Platten. "Wahl druckte sie selbst, weil keiner es besser konnte", sagte Mende. Perspektiven, Proportionen und die Harmonie der Farbgebung verrieten dessen Könnerschaft. Offensichtlich ist Wahls Lust daran, Wesen zu erschaffen. Für Mende ist dies jedoch auch ein "Aufbegehren der Fantasie" gegen die Zivilisation mit ihren Begleiterscheinungen wie Normierung, Anonymität und Beschleunigung. Die Ausstellung "Jochen Wahl, Malerei Zeichnungen, Radierungen, Skulpturen" im Kultur- und Museumszentrum Schloss Glatt ist bis 6. November dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

 
 

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