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Sulz a. N. Flussbett wird komplett umgestaltet

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Am Neckar sind zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen geplant. Links soll das Ufer abgeflacht werden. Dort reichen die Grundstücke der Bürger bis an den Neckar und werden auch gepflegt.Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Die Fischinger sollen nicht zugemauert werden. Unter dieser Prämisse hat die Planungsgemeinschaft Herzog und Partner – Inros Lackner die Hochwasserschutzpläne entwickelt. Sie sind am Montag im Gemeinderat vorgestellt worden.

Sulz. Es geht um den Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ 100). Tritt dieses Ereignis ein, dann würde in der Tallage ein großer Teil von Fischingen überflutet.

Maßnahmen dagegen sind unter anderem: Erdarbeiten, damit der Neckar schneller abfließen kann, Dammbauwerke, Hochwasserschutzmauern und Bauwerke am Triebkanal. Die Planungsbüros haben auch nach Standorten für Rückhaltebecken weiter oberhalb des Neckars gesucht, seien aber nicht fündig geworden, berichtete Daniel Elsässer vom Regierungspräsidium Freiburg.

Vorgabe war, die Mauernhöhen auf einen Meter zu begrenzen. Norbert Gollasch (Inros Lackner) und Michael Haug (Herzog und Partner) hatten vier Varianten untersucht.

Die Begrenzung der Mauerhöhe wird, wie es sich herausstellte, nur durch einen umfassenden Eingriff ins Flussbett möglich. Die Sohle des Flusses soll vom Wehr an bis zum Ortsende um anderthalb Meter tiefer gelegt werden, um dem Neckar mehr Fließraum zu verschaffen. Ohne diese Eintiefung müsste man die Mauern bis zu 1,50 Meter hoch bauen. Es sei ein gewaltiger Eingriff erforderlich, stellte Elsässer fest. Er rechnet damit, dass es deswegen noch zu längeren Diskussionen mit Behörden, dem Naturschutz und Fischern kommt.

Abgrabungen sind unter anderem bei der Brücke über den Neckar notwendig. Hinter dem Feuerwehrhaus wird auf der Wiese eine Flutmulde angelegt. Hier wäre es denkbar, mit den Hochwasserschutzmaßnahmen einen Freizeitbereich mit Zugang zum Neckar zu gestalten und den Fluss damit erlebbar zu machen.

Von unten hat man auch einen schönen Blick hoch zur Ruine Wehrstein.

Das Feuerwehrhaus muss mit einer Mauer geschützt werden, ebenso viele andere Bereiche, etwa an der Neckartalstraße, beim Sportheim, am Wiesenweg oder in der Burg-Wehrstein-Straße.

FWV-Stadtrat und Ortsvorsteher Jürgen Huber wies darauf hin, dass viele Bürger Grundstücke bis zum Neckar hätten. Dies sollte bei den Maßnahmen berücksichtigt werden.

Grunderwerb müsse nicht unbedingt getätigt werden, sagte Elsässer zu einer Frage von Heinrich von Stromberg (CDU). Nach Möglichkeit versuche man auf öffentlichem Grund zu bauen, ansonsten könnten auch Dienstbarkeiten auf Privatgrundstücken vereinbart werden.

Auf der Basis von Plan drei mit einem Mix aus Hochwasserschutzmauern, Dämmen, Vorlandabgrabungen und der Tieferlegung der Gewässersohle haben die Planer noch eine vierte Variante entwickelt, die auf ökologische Belange Rücksicht nimmt. Damit werden Abgrabungen reduziert, um ein Niedrigwasserbett anlegen zu können. Allerdings ist der Plan vier auch mit 8,1 Millionen Euro der teuerste.

"Wer zahlt?", wollte denn auch Bürgermeister Gerd Hieber wissen. Da der Neckar ein Gewässer erster Ordnung ist, übernimmt nach Auskunft von Elsässer das Land Baden-Württemberg 70 Prozent der Kosten, die Stadt muss die restlichen 30 Prozent übernehmen. Jedoch könnte es Abweichungen geben: "Man muss die einzelnen Maßnahmen anschauen", so Elsässer.

Angesichts dieses immensen finanziellen Aufwands fragte Gregor Plocher (FWV) nach der Kosten-Nutzen-Rechnung. Dazu gebe es inzwischen einen neuen Leitplan des Landes, informierte Elsässer. Man könne froh sein, dass das Projekt schon laufe.

In der Kosten-Nutzen-Berechnung bleibe der emotionelle Schaden unberücksichtigt. Es gehe letzten Endes auch um Sicherheit und Lebensqualität, betonte Bürgermeister Hieber.   Zum Hochwasserschutz in Fischingen findet am Donnerstag, 9. Juli, eine Informationsveranstaltung im Ort statt. Die weiteren Schritte sind die ökologischen Abstimmungen der Planung und die Erstellung der Entwurfsunterlagen.

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