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Sulz a. N. Familienstreit verzerrt Statistik

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Norbert Burkhardt (von links), Ulrich Effenberger und Bürgermeister Gerd Hieber bei der PressekonferenzFoto: Beyer Foto: Schwarzwälder Bote

Sulz. Im Prinzip kann die Polizei Sulz zufrieden sein. Denn als am gestrigen Dienstag die städtische Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres vorgestellt wurde, gab es wenig Spektakuläres oder Beunruhigendes zu berichten.

Zwar ist die Gesamtzahl der Straftaten um 2,5 Prozent gestiegen, von 367 auf 376 Fälle, doch liegt dieser Wert noch immer unter dem durchschnittlichen Kriminalitätsanstieg von 8,1 Prozent im Landkreis Rottweil. "Dennoch ist der Landkreis Rottweil einer der sichersten in ganz Baden-Württemberg", relativiert Ulrich Effenberger, der Leiter des Oberndorfer Reviers.

Demgegenüber steht ein ebenfalls leichter Anstieg bei der Aufklärungsquote von 64 auf 67,3 Prozent. "Damit liegt das Jahr 2019 ziemlich genau im Mittelwert der vergangenen zehn Jahre", ordnet Effenberger die Zahlen ein.

Also alles wie gehabt? Nicht ganz: Blickt man auf die Entwicklung der Drogenkriminalität der vergangenen neun Jahre, zeigt sich auf den ersten Blick ein spektakulärer Anstieg. So wurden im Jahr 2019 insgesamt 75 Fälle dokumentiert, im Jahr davor waren es nur 43 und im Jahr 2010 gerade einmal neun.

Allerdings gibt es für diese Entwicklung eine einfache Erklärung. "Im vergangenen Jahr gab es drei größere Verfahren gegen Drogenhändler im Bereich Sulz, wodurch zahlreiche Konsumenten mit dran waren", erläutert Effenberger. Hinzu kommt, dass es sich bei vielen der registrierten Drogendelikte um Cannabiskonsum handelt. Diese werden bei Minderjährigen häufig "mit erzieherischen Maßnahmen abgegolten". Nach wie vor betrachten die Polizisten aber Cannabis als sogenannte Einstiegsdroge. Ansonsten würden Amphetamine, "ein bisschen Kokain" und im Internet bestellte "Kräutermischungen" eine nennenswerte Rolle auf dem lokalen Drogenmarkt spielen, so Effenberger.

Deutlich gestiegen ist die Zahl der folgenlosen Alkoholfahrten (von 59 auf 80) und die der Drogenfahrten (von 12 auf 37), wobei bei letzteren der Nachweis illegaler Substanzen über einem bestimmten Grenzwert im Blut ausreicht, um in die Statistik einzufließen. Eine tatsächliche Fahruntüchtigkeit muss nicht zwingend vorliegen.

Ebenfalls auffällig ist die Zunahme von Straftaten in den Teilorten Fischingen, Mühlheim, Dürrenmettstetten und Glatt. Auch hier gibt es meist einfache Erklärungen, wie Norbert Burkhardt, Polizeipostenleiter in Sulz, sagt: "In Fischingen kam es wegen der Nachbarschaftsstreitigkeiten zu vielen Anzeigen." Die Zahlen in Glatt ließen sich auf Familienstreitigkeiten zurückführen. In Mühlheim hingegen seien auch Diebstähle und Sachbeschädigungen ein Problem.

Bei der Gesamtzahl der Tatverdächtigen war der Anteil ausländischer Staatsbürger im vergangenen Jahr mit 28,6 Prozent etwas höher als der bisherige Durchschnitt von 20 Prozent. Die absoluten Zahlen sind aber rückläufig, von 66 auf 61. Zwölf der Verdächtigen waren Flüchtlinge oder Asylbewerber, das sind fünf weniger als im Vorjahr.

Mit Stolz verweisen die Polizisten auf einen starken Rückgang der Straßenkriminalität um 34,7 Prozent, von 72 auf 47 Fälle. In diesem Bereich sei die Arbeit der Polizei besonders ausschlaggebend, betont Effenberger.

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