Lothar Ellinger leitet neue "BUND-Jugend Mühlbachtal" / Teilnehmer absolvieren einjährige Ausbildung

Sulz/Vöhringen. Der Nachwuchs erhält eine Anlaufstelle: Neuerdings gehört die "BUND-Jugend Mühlbachtal" zum BUND/NABU-Ortsverein Oberndorf/Sulz.

Das Angebot richtet sich an Jungen und Mädchen der fünften und sechsten Klassen und ist in das Ganztagsschulprogramm der Werkrealschule Sulz integriert. Das "Vereinslokal" ist die Mühlbachschule in Vöhringen, wo die Jugendgruppe laut Mitteilung der Umweltschützer hervorragende Arbeitsbedingungen habe.

Außer den genannten Naturschutzverbänden und der Schule ist der hauptamtliche Ranger des Naturschutzzentrums Obere Donau in Beuron, Markus Ellinger, mit im Boot. Grund: Die Jugendlichen absolvieren eine einjährige Ausbildung zum sogenannten Junior-Ranger.

Zu den ersten Aktivitäten der achtköpfigen Gruppe gehörte deshalb ein Ausflug ins Haus der Natur in Beuron. Auf einer etwa dreistündigen Wanderung durchs herbstliche Donautal erhielten die jungen Naturschützer nicht nur Einblicke in die einzigartige Vielfalt der dortigen Pflanzen- und Tierwelt. Der Ranger erklärte ihnen auch, wie gefährdet diese Umwelt ist, wenn uninformierte oder rücksichtslose Touristen, Wanderer, Bootsfahrer und Kletterer unterwegs sind – und welche Aufgaben er in diesem Zusammenhang hat.

Trotz gelegentlicher Regengüsse verstand es Markus Ellinger durch seine anschaulichen Erläuterungen, die Aufmerksamkeit und die Motivation seiner Gäste bis zum Schluss hoch zu halten. Den wissbegierigen Jungs wurde klar, wie wichtig es ist, gut informiert zu sein. Ein Rundgang durch die Ausstellung im Haus der Natur rundete den Ausflug ab. Schon würden sich alle Beteiligten auf weitere Begegnungen freuen, heißt es weiter.

Beim letzten Treffen erhalten die jungen Naturschützer eine Urkunde sowie einen Sticker für ihr Hemd. Dieser weist sie als geprüfter Junior-Ranger aus. Ihr Logo ist der Eisvogel, der nicht nur an der oberen Donau, sondern auch im Neckar- und Mühlbachtal vorkommt.

Der Leiter der BUND-Jugendgruppe ist Lothar Ellinger. Als Lehrer sei er zwar pensioniert, erklärte er gegenüber unserer Zeitung, den Ruhestand als langjähriger Umweltpädagoge wolle er jedoch noch nicht antreten. Ellinger, der Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie im Naturschutzbund (NABU) ist, betonte, dass er hinsichtlich des Materials, das beide Verbände für die Jugendarbeit bieten, aus den Vollen schöpfen könne. Zu den zentralen Themen seiner Gruppe gehört unter anderem die ganzjährige Betreuung einer Streuobstwiese in unmittelbarer Nähe der Mühlbachschule. Die ersten Äpfel haben seine Jungs bereits zu Saft gepresst. Auch die ersten Bienenvölker stehen schon auf der Wiese. Der Honig wird nicht nur für den Eigenbedarf geerntet, der Verkauf von Honig soll auch die Jugendkasse füllen. "Vielleicht", meinte der Gruppenleiter, "gehen aus meiner Jugendgruppe nicht nur Junior-Ranger, sondern auch Jungimker hervor."

Die "BUND-Jugend Mühlbachtal" steht Fünft- und Sechstklässlern aller Schularten offen. Die Gruppengröße ist auf zwölf begrenzt. Sollte es einmal mehr Interessierte geben, kann sich Ellinger auch die Gründung einer zweite Gruppe vorstellen.

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