Es wird ruhiger in der Sulzer Innenstadt. Einige Geschäfte müssen wegen der Corona-Krise schließen. Für deren Kundschaft werden alternative Lösungen gesucht.Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Coronavirus: Einige Geschäfte in Sulz und Dornhan müssen vorläufig schließen / Bringservice als Alternative

Die Corona-Krise trifft vor allem auch den Einzelhandel: Einige Geschäfte in Sulz und Dornhan mussten vorläufig schließen. Momentan spricht die Stadtverwaltung unter dem Motto "Sulz bringt’s" Einzelhändler wegen eines alternativen Lieferservices an.

 

S ulz/Dornhan/Vöhringen. Der Stadt Sulz liegt die neueste Verordnung der Landesregierung über "infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS Cov 2" vor. Es gebe Grenzbereiche, bei denen nicht so klar sei, ob der Laden offen bleiben dürfe, teilt der Sulzer Hauptamtsleiter Hartmut Walter mit. Das werde geprüft.

Der Wochenmarkt auf dem Marktplatz in Sulz wird am heutigen Donnerstag jedenfalls stattfinden. Derzeit sei man dabei, Verbotsschilder für die Spielplätze herzustellen, informierte Walter. Bis zur Gemeinderatssitzung am Montagabend durften diese noch genutzt werden.

Offene Buchläden

Die "Buchlese" in Sulz und Dornhan bleibt offen. Inhaberin Britta Blaurock hat noch einen dritten Buchladen in Schramberg. Sie ist zuversichtlich, dass auch dort der Betrieb weitergehen kann, "weil wir Zeitschriften, Zeitungen und Arbeitsmaterialien für Schüler führen". Nach der Schließung der Schulen am Dienstag müssen die Schüler daheim lernen können und brauchen die entsprechende "Klassenlektüre", die in den Buchhandlungen ausliegt.

Bücher könnten in der "Buchlese" auch online bestellt und eventuell über einen Lieferservice ausgeliefert werden. In den Geschäften werde darauf geachtet, dass die Kunden einen ausreichenden Abstand einhalten. "Solange es geht, halten wir den Betrieb aufrecht", sagt Britta Blaurock.

"Wir haben zu", teilt Eberhard Stiehle mit. Das gilt für das Haushaltswarengeschäft und Sportgeschäft sowie den Laden in Oberndorf. Die Fahrradabteilung werde jedoch weiter geöffnet sein. Hier gebe es einen "absoluten Bedarf". Für die Mitarbeiter werde Kurzarbeit beantragt. "Es ist alles schwierig", meint Stiehle.

In Vöhringen wird das Leicht Service-Center auf jeden Fall den Werkstattbetrieb mit Reparaturen weiterführen, wie Roland Leicht bestätigt. Auch sollen die bestellten Neuräder noch rausgehen.

Modebranche leidet

Besonders hart trifft es die Modebranche. "Wir haben Saisonware bestellt", sagt Margit Hauser-Michelfelder vom Bergfelder Schuhfachgeschäft. Was jetzt nicht gekauft werde, gehe nicht mehr weg. Die bestellte Ware müsse sie aber dennoch bezahlen. Auch wenn die verordnete Ladenschließung in absehbarer Zeit aufgehoben wird, werde man den verlorenen Umsatz nicht ausgleichen könne. Das funktioniere in der Modebranche nicht. Auch Margit Hauser-Michelfelder wird Kurzarbeit für die Mitarbeiter beantragen. "Ich werde sie nicht im Stich lassen", betont die Geschäftsinhaberin.

Vor der gleichen schwierigen Situation sieht sich Marina Ott mit ihrem Schuhgeschäft in Dornhan. Sie hofft, dass die Kundschaft jetzt nicht im Onlinehandel einkauft. "Wir sind telefonisch erreichbar", betont sie. Eventuell werde ein Lieferservice eingerichtet, unter anderem auch für Kinderschuhe. "Der Einzelhandel braucht Unterstützung", hofft sie auf die Solidarität der Kundschaft. Im Schaufenster werde sie die Angebote durchnummerieren, sodass Kunden dann bei telefonischen Bestellungen nur die gewünschte Nummer angeben müssten.

Euronics Hauser in Sulz musste ebenfalls vorläufig schließen. "Wir bleiben aber weiter telefonisch und über E-Mail erreichbar", teilt Helga Hauser mit. Auch könne im bestehenden Online-Shop weiter bestellt werden. Zudem werde ein Lieferservice angeboten. Kundendienste und Installationen seien weiterhin möglich. "Wir lassen die Kunden mit ihren Anliegen nicht im Stich", versichert Helga Hauser.

"Wir haben zwei Bereiche", erklärt Inga Elsayed von der Blass Erlebniswelt. Weiter geöffnet bleibt die Postannahmestelle, auch können Zeitschriften und Tabakwaren verkauft werden. Wie es mit Spielwaren aussehe, "wissen wir noch nicht". Falls diese Abteilung geschlossen werden muss, denkt Inga Elsayed an einen Bringservice. Über den Online-Shop könnten die Waren angeschaut werden. Das Café ist bereits die ganze Woche geschlossen.

Das Ostergeschäft wäre für die Firma Blass sehr wichtig gewesen, Gesundheit gehe jedoch vor. Auch bestünden Lieferantenverbindlichkeiten: "Einige Aufträge konnten nicht mehr gestoppt werden." Inga Elsayed hat auch schon Kurzarbeit angemeldet.

"Sulz bringt’s" initiiert

Wegen eines Bring- und Lieferservices hätten sich bereits etliche Einzelhändler gemeldet, berichtet Frank Börnard von der Sulzer Stadtverwaltung. Vorgesehen sei, eine Liste zusammenzustellen und zu veröffentlichen. Sie könne laufend ergänzt werden.

Stadt kann moderieren

Unterstützung sichert auch der Dornhaner Bürgermeister Markus Huber dem örtlichen Einzelhandel zu. "Die Leute müssen aber auf uns zukommen und sagen, welche Ideen sie haben. Dann werden wir das moderieren", teilt er mit. Den Bürgerbus für einen Lieferservice zu nutzen, sei im Moment nicht angedacht. "Das ist kein Leihbus", so Huber. Ein anderweitiger Einsatz müsste mit den Ehrenamtlichen abgestimmt werden. Der Bürgerbus verkehre auch weiterhin wie bisher, solange die Fahrer das leisten könnten.