Realschüler besuchen das ehemalige KZ Buchenwald. Foto: Schule Foto: Schwarzwälder-Bote

John-Bühler-Realschüler sehen Konzentrationslager Buchenwald

Sulz. Zwei Tage verbrachten die Schüler der John-Bühler-Realschule im Rahmen des Geschichtsunterrichts in Weimar. Sie besuchten den Ettersberg, wo die Nationalsozialisten im Juli 1937 das Konzentrationslager Buchenwald errichtet hatten. "Die Nazis waren grausam und zynisch", so der Gedenkstättenführer.

Obwohl in der Schule vorinformiert, standen die Schüler fassungslos und entsetzt am Ort des Geschehens. "Hatten die Verantwortlichen denn kein Gewissen", so ein Schüler. " Ich bin traurig", ergänzt leise und betroffen eine Mitschülerin. "Der Nationalsozialismus war ein Regime des Terrors. Es war ein totalitäres System. Ihr müsst dafür sorgten, dass so etwas nicht noch einmal passiert", waren die Abschlussworte des Begleiters.

Die Goethe- und Schillerstadt Weimar, die Stadt der Dichter und Denker, schauten sich die Schüler am nächsten Tag an. Doch Weimar zur Zeit des Nationalsozialismus war auch Thema der Stadtführung. Man bekam den Eindruck, als sei die Klassikerstadt ab 1933 zu einer Kultstätte der Nazis verkommen. 44 Mal so erfuhren die Sulzer Schüler, hat Hitler seine Lieblingsstadt besucht. Zwei Straßenzüge wurden in S-Form angelegt, Aufmarschplätze und Gebäude für NS-Massenveranstaltungen gebaut.

Mit der Information, dass die NPD heute im Stadtrat von Weimar sitze und dem dringlichen Appell an die Schüler, sich "von den Rechten fern zu halten", beendete die Stadtführerin ihren Rundgang. Anschließend blieb den Schülern noch Zeit, Weimar auf eigene Faust zu erkunden und die vielfältigen Eindrücke der beiden Tage zu verarbeiten.