Wenn ein Einbrecher so einen Türbeschlag sieht – und natürlich nicht anders einsteigt –, packt er im Regelfall wieder ein und versucht sein Glück irgendwo anders, weiß Josef Bronner. Foto: Schnekenburger

Prävention ist besser als Nachbereitung. Die Zahl der Einbrüche steigt immer mehr an.

Sulz - Die Zahl der Einbrüche in Firmen steigt, und auch die klassischen Wohnungseinbrüche erleben eine Renaissance. Die Folgen sind häufig unvermutet dramatisch. Dabei ließe sich mit überschaubarem Aufwand Einbrüchen einen Riegel vorschieben.

Das Bild ist wörtlich zu nehmen. Einmal über die Form und Qualität von Fenster- und Türbeschlägen nachgedacht, zum Handwerker seines Vertrauens gegangen und geordert, eingebaut – und schon darf man unbeschwerter zur Arbeit oder in die Freizeit.

Als sich Unternehmer aus der Gesamtstadt unlängst zum Wirtschaftsforum trafen, standen nicht nur die Vorstellung der Firma Sülzle Kopf Stahlpartner und die Besichtigung der Kopf-Betriebe nebst anschließendem Austausch auf dem Programm, die Stadt hatte auch die Polizei eingeladen.

In einem Impulsreferat sensibilisierte Josef Bronner, Leiter Prävention bei der Polizeidirektion Rottweil, die Teilnehmer des Forums. Manchen hatte übrigens bereits die Wirklichkeit in Form eines Einbruchs sensibilisiert, und nicht selten heiße es dann: "Wenn ich das gewusst hätte...", berichtet Bronner.

Nach einem Einbruch ist die Polizei nämlich da. Auch die Beratungsstelle bereitet jeden Einbruch im Landkreis nach. Sinnvoller wäre es natürlich, sich beraten zu lassen und dann gegebenenfalls Sicherungsmaßnahmen einzubauen, damit es erst gar nicht zum Einbruch kommt.

Diesen, übrigens kostenlosen, Beratungsservice bietet die Polizei. Und weil sie nicht verkaufen muss, ist ihre Auskunft auch nicht einer bestimmten Marke oder einem bestimmten System verpflichtet, sie kann also einfach problemorientiert beraten. Am Ende gibt es eine detaillierte Schwachstellenanalyse des Objekts mit Sicherungsempfehlungen. Wobei, auch da hätten viele falsche Vorstellungen: Wer sich beraten lässt, ist nicht verpflichtet, die Tipps auch umzusetzen.

Klar machen muss man sich, wie ein Einbrecher "tickt". Er will kein Aufsehen, vermeidet in der Regel also Lärm. Das bedeutet, dass er Einbruchsversuche frühzeitig abbricht, wenn er merkt, dass er ohne größeren Aufwand nicht ins Gebäude kommt. Da helfen schon sogenannte Pilzkopfbeschläge auf einem umlaufenden Band statt der normalen "Knubbel" am Fenster. Während diese "plopp, plopp" und ab sind, dem Einbrecher nach längstens zwei Minuten Zutritt gewähren, halten die anderen, erhöhen das Entdeckungsrisiko, verhindern schließlich den Einbruch. Solche Vorkehrungen gibt es einige.

Im gewerblichen Bereich muss man sich auch darüber klar werden, welchen Bereich man schützen will. Manche Ausstattungen sind im Zweifelsfall schnell ersetzt. Die Überwachung großer, unübersichtlicher Areale oder Sicherung aller Gebäudeöffnungen kann schnell sehr teuer werden. Die Abschirmung einzelner sensibler Bereiche ist billiger zu haben – und mitunter für den Betrieb existenziell: Wem beispielsweise seine Server abhanden kommen, schwimmt, was Disposition, Kundendaten, Lieferstatus und anderes anlangt, im Ungefähren. In einer Wirtschaft, die "in time" funktioniert, ein Ausschlusskriterium.

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