Ein Screenshot aus der Pressekonferenz zum neuen TelefonprojektFoto: Screenshot Gmelin Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: Gesprächspartner gegen Einsamkeit / Ehrenamtliches Projekt "Plauderdäschle" für Jung und Alt

Sulz. Einsam fühlt sich jeder Mal. Aber die Möglichkeit, mit jemanden zu sprechen, hat nicht jeder. Das soll sich durch ein Projekt aus Sulz jetzt ändern. Wer das Bedürfnis hat, sich mit jemanden zu unterhalten, soll dazu nur noch eine Nummer wählen müssen.

"Plauderdäschle" heißt das neue Telefonprojekt. Initiatoren und Träger des Projekts sind die Stadt Sulz und Diakonische Bezirksstelle Sulz. "Man muss nicht alt sein, um sich einsam zu fühlen. Es gibt auch junge arbeitslose Menschen, die Bedarf haben, mit jemanden zu sprechen", betont Sabine Ludi aus Sulz. Sie hat sich als Gesprächspartnerin für das Projekt angemeldet. "Ich habe momentan viel Zeit. Das ist jetzt genau das Richtige für mich", betont die blinde Frau. Das Gespräch könne ein ganz einfaches sein. "Über den Alltag oder eine aktuelle Gefühlslage", meint Ludi. Wichtig sei es, diese Möglichkeit für Jedermann anzubieten.

In einer Videokonferenz stellen Mitarbeiter der Institutionen das Konzept vor, das sie in den vergangenen Monaten entwickelt haben.­ "Unsere realen sozialen Kontakte sind auf ein Minimum beschränkt. Es braucht neue Wege, um miteinander in Kontakt zu bleiben", betont Sabrina Haller von der Diakonischen Bezirksstelle Sulz. "Jetzt greifen wir auf etwas Altbewährtes zurück: das Telefon. Das ist unkompliziert. Jeder hat eins, und es ist kostengünstig."

Schweigepflicht gilt

­Dafür gibt es zwei Telefonnummern, bei denen sich Interessenten für den kostenlosen Service anmelden können. Die Kontaktmöglichkeiten können sowohl die klassische Telefonpartnerschaft umfassen, als auch ein Austausch über Videotelefonie. Die Projektpartner koordinieren und begleiten Kontakte zwischen den Personen. "Die Telefonate werden absolut diskret behandelt", betont Hans-Ulrich Händel von der Stadt Sulz klar und deutlich. "Wir möchten einen seriösen Service anbieten, der selbstverständlich der Schweigepflicht unterliegt." Datenschutz sei ebenfalls absolute Priorität.

Die Fallzahlen von Coronaerkrankten ist erneut gestiegen. Daher kam den Verantwortlichen die Idee. "Wir wollen aktiv werden und etwas Neues anpacken", sagt Silvia Gmelin vom Inklusionsprojekt GIEB. "Wir möchten auch Menschen zusammen bringen, die gleiche Interessen haben.

Das ehrenamtliche Projekt wird mit Landesmitteln gefördert. Unter anderem für die Qualifizierung und Begleitung der Engagierten sowie für Öffentlichkeitsarbeit mit knapp 3000 Euro. Weitere 2900 Euro stehen für die Umsetzung von Videokonferenzen für Menschen mit Handicap zur Verfügung. Der Personalaufwand der Stadt Sulz und der Diakonische Bezirksstelle wird aus eigenen Mitteln finanziert. Ebenfalls stehen noch 600 Euro durch Einnahmen aus dem Verkauf der Sulzer "Mauldäschle" (Alltagsmasken) zur Verfügung.

Weitere Informationen: Wer Gesprächsbedarf hat oder als Gesprächspartner zur Verfügung steht, kann sich bei der Diakonischen Bezirksstelle, 07454/22 76, E-Mail diakonie.sulz@elkw.de oder bei der Stadt Sulz, Nadine Haase-Ade, 0151/ 18 55 27 71, oder per E-Mail unter: nadine.haase-ade @sulz.de melden.

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