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Sulz a. N. Ein "Orgele" für die Bauder-Kantorei

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Erika Rieder spielt auf der kleinen Orgel ein Kirchenlied. Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marzell Steinmetz

Sulz. Es ist ein wahres Schmuckstück, das auch in einem Wohnzimmer stehen könnte. Der Korpus besteht aus Kirschbaumholz, die braunen – auf dem Klavier normalerweise weißen – Tasten sind aus Pflaumen- und die schwarzen Tasten aus Ebenholz.

"Orgele" nennt Erika Rieder, die Leiterin der Bauder-Kantorei, liebevoll das Instrument, das seit Dezember vergangenen Jahres in der evangelischen Stadtkirche steht. Solo-Konzerte kann man auf dem viereinhalb Oktaven umfassenden Manual zwar nicht spielen, aber für Begleitmusik, etwa wenn der Bauder-Chor zusammen mit einem Orchester singt, oder auch für die Liedbegleitung bei Andachten, ist es ideal.

Es gibt zwar die große Orgel im Altarraum. Doch sie steht zu weit weg für die Sänger, bei denen der Ton deshalb mit einer kleinen Verzögerung ankommt. Erika Rieder will bei einem Konzert die Instrumente alle beisammen haben, schon deshalb, damit die Einsätze exakt gelingen. "So etwas braucht man einfach in einer Dekanatstadt", sagt sie zu dem einmanualigen Pfeifeninstrument.

Seit zehn Jahren steht das Orgel-Positiv denn auch auf ihrer Wunschliste. Dass die Anschaffung so lange gedauert hat, ist verständlich. Die Kastenorgel mit den Pfeifen kostet immerhin stolze 24 000 Euro. Damit könnte man fast schon einen Mittelklasse-Wagen kaufen. Ja, meint dazu Erika Rieder, aber das Auto verliere an Wert, die Orgel nicht.

Orgelbauer Daniel Gruber aus Schramberg-Sulgen hat das schöne Instrument hergestellt: Es ist sein Meisterstück. Die Pfeifen befinden sich in einem Schrank, dessen Flügeltüren beim Spielen geöffnet werden. Ein Motor sorgt für die notwendige Luft. Von den fünf Registern ist eines aber noch nicht besetzt. Das könnte mal noch nachgeholt werden.

Eine Besonderheit hat die Orgel auch: Sie kann um einen Ton transponiert werden. Das ist manchmal von Vorteil, wenn ein Choral für den Chor oder die Gemeinde beispielsweise zu tief gesetzt ist. In einer höheren Tonlage klingt der Gesang unter Umständen viel besser. "Das ist ganz durchdacht", lobt Erika Rieder den Orgelbauer.

Er hat aber auch daran gedacht, wie die Orgel transportiert werden kann. "Sie wird wie die Königin von Saba in einer Sänfte getragen", erklärt Erika Rieder. Zwei starke Männer sollten es aber sein, die mit Hilfe eines Gestells die Orgel heben.

Der unverwechselbare weiche und warme Klang einer Pfeifenorgel hat es Erika Rieder vor allem angetan. Er ist nicht vergleichbar mit mit dem kalten Ton einer elektronischen Orgel, die natürlich viel billiger gewesen wäre.

Die evangelische Kirchengemeinde Sulz hat jedenfalls das Geld zur Finanzierung vorgestreckt. Und nun sammelt die Kantorei eifrig Spenden. Die Kuchenaktion und der Büchertisch von Januar bis März nach den Gottesdiensten im evangelischen Gemeindehaus brachte einen Betrag von mehr als 1200 Euro ein, und mit weiteren Spenden für die Orgelkasse kamen 1500 Euro zusammen. Insgesamt hat die Kantorei, unter anderem durch Konzerterlöse, mehr als 10 600 Euro gesammelt. "Die Leute waren sehr großzügig", freut sich Chorrats-Mitglied Ursula Eggenweiler.

Als nächstes führt der evangelische Kirchenchor am 28. April die Mozart-Messe auf. Das Opfer ist für das Orgel-Positiv bestimmt. Gegen ein Entgelt soll es im Übrigen auch an andere Chöre ausgeliehen werden.

 
 

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