Der gebürtige Sulzer André Amon rückt bereits Ende Januar für Klaus Schätzle in den Gemeinderat nach. Foto: Amon Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunalpolitik: Der Sozialdemokrat möchte vor allem auf Innovation in seiner Heimatstadt setzen.

Am 27. Januar rückt André Amon für Klaus Schätzle in den Gemeinderat nach. Er erzählt, was er bewegen möchte, welche Themen ihm am Herz liegen und wie er sich auf seine neue Arbeit im Rat vorbereitet.

 

Sulz. "Am Besten wäre es, wenn eine Person aus jeder Altersgruppe im Gemeinderat vertreten wäre" meint André Amon, dem ein guter Draht zur Jugend wichtig ist. Der erst 33-jährige rückt am 27. Januar als zweiter Sozialdemokrat in den Gemeinderat nach. Er wird Nachfolger des 71-jährigen Klaus Schätzle, welcher nach 34 Jahren aus dem Gremium ausscheiden möchte. "Schade, dass es kein Mitglied unter 30 gibt", merkt Amon an, der bald selbst das zweitjüngste Gemeinderatsmitglied wird. Man merkt: Die Jugend in seiner Heimatstadt interessiert ihn. Vielleicht ist er gerade deshalb F-Jugend-Trainer beim VfR Sulz. Außerdem ist der gebürtige Sulzer Mitglied in der Stadtkapelle und der Band. Er sitzt ebenfalls im Ausschuss des Musikvereins. Hier war er früher Jugendleiter, Schriftführer und zweiter Vorsitzender. Amon ist aktiver Turmbläser, Mitglied bei der Narrenzunft Sulz, bei "Global" und im Förderverein Ruine Albeck.

Viele Aufgaben. Und jetzt kommt der Gemeinderat dazu. Die F-Jugend Trainerstelle sei für ihn nach seiner Nichtwahl eine gute Alternative gewesen. "Ich wollte mich einfach einbringen und etwas machen", erzählt der 33-Jährige. Wie es jedoch in Zukunft mit seinem Trainerjob weiter gehe, müsse man sehen.

André Amon bereitet sich schon, seit er vom Rückzug Schätzles weiß, auf die bevorstehende Nachrückung vor. Im November 2019 erfuhr er als einer der Ersten von Schätzles Plänen. In die Gemeindeordnung habe er sich eingelesen, außerdem war er Zuschauer bei einigen Sitzungen des Gemeinderats im Dezember dabei. Dies sei vor allem zu der Zeit gewesen, als es um die Baugebiete in Renfrizhausen und Bergfelden ging.

Dieses Thema ist ihm wichtig. "Man sollte stärker auf erneuerbare Energien bei Neubaugebieten setzen", sagt Amon. Eine Solaranlagen-Pflicht für Neubauten stelle er sich zum Beispiel darunter vor. Man solle generell als Stadt vorangehen und innovativer werden. "Öffentliche WLAN-Punkte wären doch was", meint der gebürtige Sulzer. Außerdem solle man aufpassen was das Thema Flächenbenutzung angeht. "In der Innenstadt stehen etliche Gebäude leer und gleichzeitig werden Neubaugebiete geplant", sagt André Amon.

Am Herzen liegt dem 33-jährigen die Innenstadtentwicklung. "Stillstand ist Rückschritt", meint er hierzu. Hier solle man Lösungen mit anderen Fraktionen finden. "Man könnte Gebäude sanieren oder, wie bereits in anderen Kommunen, eine kommunale Wohnbaugesellschaft gründen".

Mit Problemstellungen kenne er sich aus, meint der dual studierte Maschinenbauingenieur, der aktuell Gruppenleiter in der Rotationsfertigung ist. In seiner Abteilung arbeiten circa 90 Leute.

Er sei über seine Nachrückung überrascht gewesen und hätte damit nie gerechnet, meint Amon. Dennoch "verliert man mit Klaus Schätzle einen sehr engagierten Mann, der auch Mal die Finger in die Wunde gehalten hat". Schätzle und Amon kennen sich bereits länger. Klaus Schätzle war Amons früherer Gemeinschaftskundelehrer am Albeck-Gymnasium. "Ich fand das sehr interessant, vor allem, weil er stadtbezogene Themen im Unterricht anwenden konnte", lobt Amon. Klaus Schätzle wollte ihn damals schon anwerben. Man sei lange im Kontakt gewesen, bis sich Amon dann schließlich für die Wahl im Mai 2019 aufstellen ließ. Trotz des drittbesten Ergebnisses aller Bewerber reichte es mit 1021 Stimmen nicht in den Gemeinderat. Auch bei seinem Wahlkampf damals habe er sich stark für die Jugend interessiert und Wahlkampf über die sozialen Netzwerke geführt.

SPD-Mitglied ist André Amon aktuell nicht und möchte es erst mal auch nicht werden. "Es geht um die Stadt Sulz und nicht um Parteipolitik" merkt Amon an. Er selbst würde sich nicht als konservativ bezeichnen, sondern eher als innovativ, sozial und modern. Doch Innovation liege ihm generell am Herzen, egal ob im Job oder für die Stadt.