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Sulz a. N. Ein Leben im Dienst des Ehrenamts

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Zahlreiche Gäste nehmen an der Ehrungsfeier für Robert Nübel (vorne Dritter von rechts) in der Sulzer Stadthalle teil. Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marzell Steinmetz

Sulz. Auszeichnungen hat Robert Nübel schon viele bekommen. Gestern Abend kam eine weitere dazu: Landrat Wolf-Rüdiger Michel überreichte ihm bei einer Feier in der Sulzer Stadthalle das Bundesverdienstkreuz.

Damit wurden seine herausragen Verdienste vor allem um den Sport gewürdigt. Bei der Ehrung rückten die Redner aber nicht nur den Sportler und Sportfunktionär in den Mittelpunkt, sondern auch den Menschen Robert Nübel, der sich mit seinen Ehrenämtern ganz in den Dienst anderer Menschen stellte. Er hat, wie Bürgermeister Gerd Hieber sagte, seinen ehrenamtlichen Lebensweg eng verknüpft mit dem Sport, aber auch mit der Kommunalpolitik als langjähriger Sulzer Stadtrat und Kreisrat. Das sei für Sulz kein Nachteil gewesen, so Hieber, der Nübel als einen Menschen bezeichnete, der ausgleichend wirken konnte.

Auch Landrat Wolf-Rüdiger Michel wusste Robert Nübels ausgleichende Art zu schätzen. Aber auch sein besonderes Engagement für junge Menschen und die Vereine. "Sie sind bei der Politik ein Trommler für den Sport", bescheinigte Michel.

In seiner Laudatio skizzierte er Nübels Lebensweg: Der Renfrizhauser absolvierte nach der Volksschule eine Werkzeugmacherlehre bei der Firma Kipp in Holzhausen. Auf dem zweiten Bildungsweg wurde er, sein Hobby zum Beruf machend, Sportlehrer in Sulz und Dornhan. 1974 folgte noch die zweite Dienstprüfung für Technik und Sport. Seit 2004 sei Nübel zwar im Ruhestand. Termine bei ihm zu bekommen, sei aber schwierig. Das hängt damit zusammen, dass Nübel nach wie vor als Sportkreisvorsitzender beziehungsweise, wie es inzwischen heißt, Sportkreispräsident eingebunden ist. Er sei ein zupackender Präsident, versicherte Michel. Ins Ehrenamt kam Nübel schon als Jugend-Fußballer. Mit 15 trug er maßgeblich zur Gründung des VfR Renfrizhausen bei, mit 18 erhielt er den Trainerschein. In den frühen 1970-er Jahren startete dann seine Karriere als Sportfunktionär: Mit 35 wurde er Vorsitzender der Sportkreisjugend, und das brachte ihn auch zunehmend mit der Politik in Berührung. Nübel war viel unterwegs, unter anderem in Japan und Nordkorea. Nach 22 Jahren suchte er eine neue Herausforderung: Er wurde Sportkreisvorsitzender, und dieses Amt übt der 72-jährige immer noch aus. Wenn sich Nübel etwas von der Politik für den Sport erhoffe, dann könne man gewiss sein, dass dies auch notwendig sei, sagte Michel. Er ging auch auf Nübels kommunalpolitische Tätigkeit ein. 19 Jahre lang war er Sulzer Stadtrat, viele Jahre zudem Kreisrat. Auch in dieser Funktion sei es ihm um das Gemeinwohl und vernünftige Entscheidungen gegangen. Michel betonte am Ende seiner Laudatio: "Die Demokratie lebt von Menschen wie Ihnen."

Er habe sich immer um andere gekümmert, stellte der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder heraus. Als Sportfunktionär habe er die Jugendlichen nicht nur als Leistungsträger, sondern als unverwechselbare Persönlichkeiten gesehen, für die Sport Charakterbildung darstelle. Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes werde nicht nur Nübels Leistung, sondern auch seine Haltung und Einstellung als Mensch gewürdigt.

Dass er diese hohe Auszeichnung verdient hat, unterstrich auch Klaus Tappeser, Präsident des Württembergischen Landessportbundes. Er gratulierte dazu im Namen der ganzen "Sportfamilie". Tappeser: "Wir sind stolz, dass einer von uns so ausgezeichnet wurde." Weitere Gratulanten waren Werner Gruhler von der SG Mühlheim/Renfrizhausen und Siegmar Kimmich vom Musikverein Renfrizhausen.

Das letzte Wort hatte der Geehrte. Robert Nübel verriet, was ihn geprägt hatte. Das war unter anderem das Kicken auf den Dorfwiesen, sein Lehrer an der Volksschule, sein früherer Lehrmeister Heinrich Kipp oder der frühere Renfrizhauser Bürgermeister Alfred Göhring, der auch Fußballtrainer der Jugend war. In der CDU hat Robert Nübel seine politische Heimat und die Unterstützung seiner Parteifreunde gefunden.

"Die fast lebenslange ehrenamtliche Tätigkeit im Sport hat mir viel abverlangt, aber auch viel gegeben", zog Nübel ein Fazit. Sein Leben sei dadurch bereichert worden. Das sei ihm aber nur durch die Unterstützung seiner Familie möglich gewesen.

Die Feier umrahmte der Musikverein "Echo" Renfrizhausen. Begeisterung löste der Auftritt der Turnmädchen des TSV Hochmössingen aus, die im Flickflack über die Bühne wirbelten oder einen Salto rückwärts zeigten. Mit dem Stück "Westernhagen on Tour" klang die Ehrung aus. Anschließend gab es für die zahlreichen Gäste – Familienmitglieder, Freunde, Wegbegleiter im Sport und in der Politik – im Foyer der Stadthalle einen Stehempfang.

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