Helmut Hauser leitet seit 15 Jahren die Jury des Landespreises für Heimatforschung

Von Julia Klebitz Sulz-Renfrizhausen/Balingen. Mit dem Landespreis für Heimatforschung werden jedes Jahr besonders engagierte Menschen ausgezeichnet. Der in Ostdorf lebende Helmut Hauser, der ursprünglich aus Renfrizhausen stammt, ist seit 15 Jahren Jury-Vorsitzender.

 

Er weiß viel zu erzählen nach unzähligen Komiteesitzungen, stunden-, oft tagelangem Wälzen von eingereichten Arbeiten. An der Spitze einer 16-köpfigen Jury, zusammengesetzt aus Vertretern des Kultusministeriums und des Landesausschusses für Heimatpflege, prüft er die eingereichten Arbeiten – knapp 100 hat Hauser davon bisher selbst gelesen – auf ihre Preisverdächtigkeit.

Bewerben kann sich für den Preis grundsätzlich jeder, der ehrenamtlich zu einem Gebiet forscht, das sich im weitesten Sinne mit Heimat befasst, und dazu eine Arbeit veröffentlicht hat. Dazu zählt die Jury beispielsweise Bücher über Natur und Umwelt, kunsthistorische Themen, Dorf- oder Stadtgeschichte, Mundart- und Brauchtumsforschung oder auch Berichte über den Verlust der Heimat.

Hauser, ehemaliger Leiter des Schulamts, hat dabei jedoch hohe Anforderungen an die ehrenamtlichen Heimatforscher. "Der Autor muss alle wissenschaftlichen Kriterien mit seiner Arbeit erfüllen", sagt er. Dazu würden in erster Linie die richtige Zitationsweise und ausführliche Quellenangaben gehören. "Ein Guttenberg hat keine Chance", sagt er schmunzelnd.

In der Regel stammen die eingereichten Arbeiten von Personen, die sich über Jahre hinweg, oft neben ihrem eigentlichen Beruf, mit dem Thema Heimat befassen.

Als Beispiel nennt Hauser den Albstädter Autor Volker Lässing, der in diesem Jahr eine Anerkennungsurkunde bekam für sein Werk "Den Teufel holt keiner". Für sein Buch über den Entdecker der Kernspaltung, Otto Hahn, und dessen Arbeit am Tailfinger Kaiser-Wilhelm-Institut war der Lehrer fast fünf Jahre lang quer durch Deutschland gereist, hatte sich seltenes Bildmaterial besorgt und war in unzähligen Archiven, unter anderem auch in den USA. Entstanden ist laut Hauser ein "weit über die Region hinaus bedeutsames Buch in klarer, verständlicher Sprache".

Was Hauser an seiner Jurytätigkeit neben dem ständigen Wissenszugewinn besonders schätzt, sind die persönlichen Bindungen. "Ich habe hochinteressante Begegnungen gehabt, große Persönlichkeiten kennengelernt und Freunde gewonnen", sagt er. Beste Voraussetzung für ihn, auch noch weitere Jahre dafür zu sorgen, dass die Heimat liebenswert bleibe, und zu vermitteln, dass der Heimatschutz eine ethische und moralische Aufgabe für jeden sei.